Kloten

Es gibt noch viel zu tun

Züri Unterlands Volleyballerinnen haben an ihrer Heimpremiere in der jungen NLB-Saison eine 0:3-Niederlage kassiert. Gegen das Topteam Aadorf reichte es trotz guter Ansätze nicht zu mehr.

Auf verlorenem Posten: Züri Unterlands Vera Caluori (rechts) muss sich am Netz von Aadorfs Muriel Grässli bezwingen lassen.

Auf verlorenem Posten: Züri Unterlands Vera Caluori (rechts) muss sich am Netz von Aadorfs Muriel Grässli bezwingen lassen. Bild: Urs Weisskopf

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bis weit im zweiten Satz deutete vor gut gefüllten Rängen in der Klotener Ruebisbachhalle wenig darauf hin, dass die Unterländerinnen am Ende klar geschlagen vom Feld gehen müssten. Nachdem sie im ersten Satz mit den ambitionierten Aadorferinnen, dem NLB-Gesamtzweiten der vergangenen Saison, auf Augenhöhe mitgehalten und denkbar knapp 23:25 verloren hatten, legten sie im zweiten Durchgang vor. Früh gingen sie in Führung und bauten diese bis zum Stand von 9:6 aus. Doch dann riss der Faden. Aaadorfs Lea Werfeli setzte die Gastgeberinnen mit ihren Aufschlägen unter Druck, sodass sich bei ihnen die Fehler markant häuften. Erst bei 10:13 punkteten die Unterländerinnen wieder – doch da waren die vom ehemaligen Züri-Unterland-Männertrainer Gilman Angel Cao Herrera gecoachten Gäste nicht mehr zu bremsen.

Die Spielanlage der Aadorferinnen hatte von Anfang an schon ausgereifter gewirkt. Doch nun legten die Thurgauerinnen auch ihre Nervosität spürbar ab, senkten dadurch ihre Fehlerquote markant und spielten so ihre athletische Überlegenheit aus. Mit 25:18 ging der zweite Durchgang an sie. Im dritten Satz belebte Eva Krieger, die auf diese Saison hin nach nur einer Spielzeit in Aadorf wieder zu ihrem Stammverein Züri Unterland zurückgekehrt war, das Angriffsspiel des Heimteams durch ihre Wucht und Energie spürbar. Auch dank ihr hielten die Unterländerinnen diesmal bis zum Stand von 10:10 mit – doch dann setzten sich die Gäste abermals ab. Ihren ersten Matchball zum 25:19 verwerteten sie nach nicht einmal anderthalb Stunden Spielzeit.

Die Neuen integrieren sich gut

«Wir haben gut angefangen, aber schnell gemerkt, dass es gegen diesen Gegner eine hohe Intensität braucht», kommentierte Züri Unterlands Capitaine Vera Caluori die Partie gegen ihr Ex-Team, dem aber keine ihrer Mitspielerinnen von damals mehr angehört. «Wir haben zwar bis zum Schluss gekämpft, aber unser Fokus und unsere Konzentration haben recht nachgelassen.» Vor allem sei es ihnen zusehends schlechter gelungen, mit dem eigenen Aufschlag Druck aufzubauen. «Dadurch hat Aadorfs sehr gute Zuspielerin Zora Widmer gute Annahmebälle bekommen und meistens alle drei möglichen Angriffspositionen zur Auswahl gehabt», analysierte Caluori. «So konnte sie unseren Block auseinanderziehen.» Damit seien sie überfordert gewesen, räumte sie selbstkritisch ein.

Eva Krieger, hier am Service, sorgt nach ihrer Einwechslung im Match gegen ihr ex-Team Aadorf für viel Druck. Bild: Urs Weisskopf

Tatsächlich konnte die NLA-erfahrene Mittelblockerin auch nicht verhindern, dass Züri Unterlands Block im zweiten und dritten Satz kaum mehr zum Tragen kam. «Man merkt schon, dass wir viele neue Spielerinnen haben und die Neuen zum Grossteil sehr jung sind», fügte sie an, «wir müssen als Team neu lernen, auf dem Feld zu kommunizieren.» Nicht nur sie als Capitaine, sondern alle anderen Spielerinnen, die aus dem Team der vergangenen Saison verblieben sind, seien in diesem Sinne besonders gefordert, um die jungen Neuzuzüge, die aus der Nachwuchsakademie von Volero Zürich oder aus der Volley Talent School Zürich an den Klotener Ruebisbach gekommen sind, zu unterstützen. «Das ist unsere Rolle», meinte Caluori, «und es macht mega Spass, mit den Jungen zusammen zu trainieren und zu spielen.» Alle seien sehr motiviert, enorm fokussiert für ihr Alter – und hätten sich sehr gut in das Team integriert. Keine stelle Ansprüche punkto Einsatzzeit oder reagiere hässig, wenn sie nicht zum Zug komme. «Schlussendlich sind wir ja alle ehrgeizig, wollen gewinnen und gut trainieren», fügte die mit 27 Jahren älteste Unterland-Spielerin an, «der einzige Unterschied zu uns ist, dass die Jungen langfristig grosse Ziele verfolgen.»

Svetlana Ilic hat ihren Spielerinnen während der Time-outs einiges zu sagen. Bild: Urs Weisskopf

Kein Jugendbonus

Züri Unterlands neue Cheftrainerin Svetlana Ilic verfolgt eine Devise, die dazu beitragen könnte, die teaminterne Balance und Harmonie auch im weiteren Saisonverlauf zu bewahren. «Im Sport gilt für mich: Du bekommst nichts, sondern du verdienst es dir.» Sprich: Die ambitionierten Talente, die neu zum Unterland-Fanionteam gehören, geniessen nicht etwa einen Jugendbonus, sondern müssen sich ihren Platz in der Startsechs erst einmal erarbeiten.

Letztere habe sie freilich noch lange nicht im Kopf, räumte Ilic im Anschluss an die Partie ein. «Das ist im Moment noch nicht das Wichtigste. Zuerst will ich sehen, dass alle 14 Spielerinnen unser System verstehen, jede ihre Rolle kennt und weiss, was sie zu tun hat.» Punkto Ballkontrolle und Kommunikation auf dem Feld sah Ilic bereits Fortschritte im Vergleich zum 3:2-Startsieg bei Galina Schaan. «Aber wir haben noch viel Luft nach oben», stellte sie fest. «Das Zusammenspiel muss besser werden. Und in den nächsten Wochen müssen wir vor allem am Service und der Abstimmung zwischen Block und Verteidigung arbeiten. Das hat man heute gegen diesen sterken Gegner alles gesehen.»

Erstellt: 20.10.2019, 22:49 Uhr

Match-Telegramm

Züri Unterland - Aadorf 0:3

(23:25, 18:25, 19:25). Ruebisbach, Kloten. – 150 Zuschauer. – SR Rüegg/Moor. – Züri Unterland: Wenger; Frangi, Schwarz, Volume, Mattmann, Caluori.– Libera: Merkofer/Chicherio. – Einwechslungen: Chicherio, Häring, Reiser, Petrovic, Casanova, Krieger. – Aadorf: Widmer; Grässli, Gwerder, Egger, Kronenberg, Werfeli. – Libera: Leu/Habegger. – Einwechslungen: Radulovic, Mico.

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.