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Hochform sieht anders aus

Zum ersten Mal seit drei Jahren findet in Bern wieder ein Cupfinal ohne den UHC Dietlikon statt. Die Titelverteidigerinnen verlieren den Halbfinal in Chur 6:2 und ­schrammen tags darauf in der Meisterschaft an einer empfindlichen Niederlage vorbei.

Aus der Traum von der Titelverteidigung: Den Dietlikerinnen Laura Bürgi (vorne) und Isabelle Gerig steht die Enttäuschung nach der  Cup-Halnfinalniederlage in Chur ins Gesicht geschrieben.
Aus der Traum von der Titelverteidigung: Den Dietlikerinnen Laura Bürgi (vorne) und Isabelle Gerig steht die Enttäuschung nach der Cup-Halnfinalniederlage in Chur ins Gesicht geschrieben.
Erwin Keller

Schon ganz am Anfang lief es ­irgendwie schief. Die Partie war gerade mal 30 Sekunden alt, da sass die Churerin Flurina Marti bereits auf der Strafbank. Dietlikon spielte also Powerplay und verspielte seine Chance(n). Rund acht Minuten später folgte dann auf einen so aussichtsreichen wie erfolglosen Abschlussversuch der Dietliker Topskorerin Michelle Wiki der erste Gegentreffer: Corin Rüttimann, blitzschnell von Torhüterin Lara Heini lanciert, spielte zu Anja Dellagiovanna, die zum 1:0 verwertete. Die Torschützin doppelte nur wenig später zum 2:0 nach, und schliesslich traf Piranhas Verteidigerin Nadine Handl aus dem Rückhalt noch vor der ersten Pause zum 3:0. Für Dietlikon ein hartes Resultat. «Einen solchen Rückstand gegen Chur aufzuholen, ist nicht unmöglich, aber doch sehr schwierig», konstatiert Dietlikons Sportchef Sascha Brendler. Ist es – vor allem dann, wenn sich Lara Heini im Tor der Piranhas so mirakulös nach den Bällen streckt wie in diesem Cup-Halbfinal. «Unglaublich stark», sagt Brendler dazu.

Wuchtige Entscheidung

Dietlikon steckte zwar nicht auf, kam im Mitteldrittel durch einen formvollendeten Powerplay-Treffer Laura Bürgis auch auf 1:3 heran. Doch statt nun weiter aufzuholen, liessen die Dietlikerinnen zu, dass Churs Captain Seraina Ulber in der 36. Minute den Dreitorevorsprung mit viel Wucht wieder herstellte. «Immer wenn wir dran waren, hat es gleich im Gegenzug bei uns eingeschlagen», bemerkt Brendler. Und so sahen die über 660 Zuschauerinnen in der Folge zu, wie die einheimischen Piranhas im letzten Drittel durch Nathalie Spichiger auf 5:1 erhöhten und ein weiterer Powerplay-Treffer der Gäste – diesmal ging er auf das Konto von Tanja Stella – nichts mehr an der Tatsache ­änderte, dass heuer definitiv ein ­anderes Team als der UHC Dietlikon den Cuppokal in die Höhe stemmen wird. Die enttäuschten Glattalerinnen stellten in diesem Halbfinal nicht unbedingt die schlechtere Equipe, doch fehlte ihnen im Gegensatz zu den bis­sigen Piranhas der unbedingte Wille. Hochform jedenfalls sieht anders aus. Das war nicht so sehr im Cupduell, wohl aber tags darauf in der Meisterschaftspartie gegen den Tabellensechsten Berner Oberland festzustellen. Bis zur 56. Minute durften die gastgebenden Oberländerinnen gar von einem Sieg gegen den amtierenden Schweizer Meister träumen. Sie führten gegen Dietlikon zu diesem Zeitpunkt noch mit 3:2.

Wiki verhindert die Blamage

Dass es nach einer Cuppartie wie jener gegen Chur zu einem Spannungsabfall kommt, ist für Sportchef Brendler verständlich. Doch: «So wie im Berner Oberland darf ein UHC Dietlikon nicht auf­treten.» Immerhin konnten die Dietlikerinnen die Blamage noch in letzter Minute verhindern. Nach dem 3:3-Ausgleichtreffer durch Stella in der 56. Minute war es Wiki, welche kurz vor Schluss die Kohlen aus dem Feuer holte. Die treffsicherste Stürmerin der Liga luchste den Gegnerinnen den Ball ab, zog allein los und markierte das 4:3. Für Brendler ist der Sieg gegen die klaren Aussenseiterinnen weniger der sportlichen Kraft denn der Macht des Namens ­geschuldet: «Würden wir nicht Dietlikon heissen, wir hätten diese Partie verloren», ist er überzeugt. Die Bernerinnen hätten regelrecht Angst bekommen vor diesem Sieg, ihre Nerven versagten. Am Ende ist es nochmals gut gegangen für die Dietlikerinnen. Doch mit Zittersiegen hält man sich den Nimbus der Unbesiegbaren auf die Dauer nicht aufrecht.

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