Dielsdorf

Husarenritte führen zur Triplette

Mit drei spektakulären Siegritten und vier Platzierungen begeisterte Top-Jockey Dennis Schiergen 5800 Fans auf der Pferderennbahn in Dielsdorf.

Mit Sweet Soul Music holt Dennis Schiergen Malkoboy fast ein. Im Finish des Rennens um das Silberblaue Band muss er sich diesem um eine Hundertstelsekunde beugen.

Mit Sweet Soul Music holt Dennis Schiergen Malkoboy fast ein. Im Finish des Rennens um das Silberblaue Band muss er sich diesem um eine Hundertstelsekunde beugen. Bild: Werner Bucher

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Malkoboy, Sweet Soul Music, Sweet Soul Music, Malkoboy, Sweet Soul», die Stimme des Rennbahnspeakers überschlägt sich fast, als die beiden Favoriten im Silberblauen Band von Zürich nach 3000 Metern Nase an Nase um den Sieg kämpfen. Erst nach der Auswertung der Zielfotos stand der fünfjährige Schimmel Malkoboy unter Mickael Forest als Sieger fest – eine Hundertstelsekunde vor Sweet Soul Music mit Dennis Schiergen im Sattel. Der 24-jährige Bachelor und Marketing Trainee bei Coca-Cola reitet regelmässig im Training bei Karin Suter auf der Rennbahn in Dielsdorf und bestreitet für sie auch Rennen.

Im Flachrennen über 1600 Meter ging für den Deutschen das Finish (57,8 km/h) noch enger aus, als er im Sattel von Jasaki San gleichauf mit Take a Guess im Ziel war und die Rennleitung beide als Sieger in «Totem Rennen» deklarierten. Im Stutenderby dagegen pilotierte der Sohn des Kölner Top-Trainers und 1450-fachen Siegreiters Peter Schiergen die dreijährige High Hope zu einem sicheren Sieg, ebenso wie auf dem sechsjährigen Wallach Lordino im Flachrennen über 2400 Meter. Und bei seinen drei weiteren Starts platzierte Schiergen seine Pferde Nay Fay (5.), Espresso (2.) und Et Quoi (5.) in den Geldrängen. Mit 15 Saisonsiegen auf der Flachbahn führt er nun das Zwischenklassement der Rennreiter klar vor Tim Bürgin mit elf Erfolgen an. Dazu kommen noch drei Siege in Hindernisrennen.

High Hope wird Königin

Im Prix de Diane massen sich die besten dreijährigen Stuten der Schweiz, wobei die Siegerin jeweils als Königin gefeiert wird. Der Wahlschweizer Schiergen hatte High Hope im Vorjahr in Deutschland gekauft und sie für den Stall Miracle ins Training zu Karin Suter gebracht. Nach ihren beiden Frühjahrssiegen ging High Hope trotz starker Konkurrenz als klare Favoritin ins Rennen. An der Spitze des Sextetts im Hauptereignis über 2300 Meter beschleunigte die Stute 300 Meter vor dem Ziel und gewann sicher vor den näher rückenden Look Alike und Soraya. Karin Suter kommentierte hoch erfreut: «High Hope geht am liebsten vorne und hat unsere grossen Hoffnungen grossartig erfüllt.» Dennis Schiergen fügte an: «Der Sieg im Stutenderby war das i-Tüpfchen an einem Superrenntag.» Auch wenn es Sweet Soul Music, der Stutenkönigin von 2017, hinter Malkoboy nur zum 2. Rang im Silberblauen Band reichte, zeigte sich die Steinmaurerin als Trainerin, Besitzerin und Züchterin mit der Leistung von «Blondie» zufrieden: «Sie hatte etwas Pech mit dem Rennverlauf, der am Anfang zu langsam war. Sie musste aussen durch, am Schluss hat ja nur eine Hundertstelsekunde gefehlt.»

Eine Gelegenheit zur Revanche für die knappste aller Niederlagen wird Sweet Soul Music zum Saisonfinale am Sonntag, 22. September, im GP Jockey Club auf der Dielsdorfer Rennbahn erhalten, wenn Malkoboy und zahlreiche ausländische Gäste um 100 000 Franken galoppieren. Schiergen hatte diese Prüfung schon zweimal gewonnen und zählt mit insgesamt 230 Siegen zu den besten Amateurrennreitern der Schweiz und Deutschlands.

Bereit für den Grand Prix

Im viel Spannung versprechenden Jagdrennen über 4300 Meter und 15 Hindernisse auf der Diagonalbahn gingen gleich drei Schimmel am Start. Der achtjährige Barak de Thaix, der zehnjährige Shannonen Royal und der erst fünfjährige Et Quoi mit Dennis Schiergen im Sattel. Das Trio übernahm die Spitze des Secherfeldes, bis sich der führende Barak de Thaix unter der Führung von Rafi Lingg von den Artgenossen leicht absetzen konnte. Der Halbblüter, der im Training bei Chantal Zollet aus Höri steht, zeichnete sich durch sein gewaltiges Sprungvermögen aus und kam nie in eine schwierige Situation. Lingg schilderte: «Keiner wollte vorne gehen, deshalb habe ich die Spitze übernommen. Der Schimmel ist gut vorbereitet worden und ist sogar besser gelaufen, als ich gedacht hatte.» Nach dem klaren Erfolg wird Barak de Thaix in drei Wochen im GP der Schweiz in Aarau starten.

Der 2. Rang im Jagdrennen ging an Elixir de Chaluzy vor Et Quoi mit Schiergen im Sattel. Der fünfjährige Schimmel steht im Besitz des Dielsdorfer Rennbahnbetreibers Toni Kräuliger und wird von Andreas Schärer, Niederhasli, trainiert. Abgesehen vom Erfolg von Cominols unter Cheyenne Bodmer im Ausbildungsrennen konnten Kräuliger/Schärer an diesem Renntag für einmal keinen Sieg in den sieben Prüfungen auf ihrer Heimbahn buchen. Kräuliger kommentierte dennoch gelassen: «Der Kid’s Day war ein voller Erfolg. Das ist mir mehr wert, als ein Rennen zu gewinnen.»

Erstellt: 19.08.2019, 21:11 Uhr

Zufriedene Organisatoren

Erfolgreicher Renn-Samstag

Am Schluss des Kids’ Day mit faszinierenden Rennen und einer Spende von 10000 Franken an die Stiftung Theodora zog Reto Vanoli, Vorstandsmitglied des Rennverein Zürichs und OK-Chef in Dielsdorf, ein überaus positives Fazit: «Wir hatten Respekt vor dem Rennsamstag, weil in aller Regel am Sonntag mehr Zuschauer kommen. Nun dürfen wir auf einen Hammer-Tag mit grossartigem Sport, spannenden Rennen und einer hervorragenden Stimmung auf dem Platz zurückblicken.»

Die Veranstalter spürten, dass die Leute gerne auf die Parkrennbahn kamen – wegen der Pferderennen, aber nicht nur. «Wir haben Lust darauf, solche Konzepte mit Themen-Renntagen weiterzuentwickeln», fügte Vanoli an, «solch erfolgreiche Tage wie heute sind enorm wichtig für uns und den Pferderennsport in der Schweiz.» Der Fokus seines Teams gelte bereits dem Saisonfinale der Zürcher Rennen vom Sonntag, 22. September, auf der Pferderennbahn in Dielsdorf. (wbr)

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