Horgen

Im Final in Höchstform

Horgens Meisterplan ging auf. In den Playoffs erreichte das Team von Trainer Lukasz Kieloch im entscheidenden Moment den Höhepunkt seiner Verfassung.

Horgens Trainer Lukasz Kieloch (mit schwarzer Sonnenbrille) fand in der Finalserie gegen Lugano die richtigen Worte, um das Team nach achtjähriger Durststrecke zum Meistertitel zu führen.

Horgens Trainer Lukasz Kieloch (mit schwarzer Sonnenbrille) fand in der Finalserie gegen Lugano die richtigen Worte, um das Team nach achtjähriger Durststrecke zum Meistertitel zu führen. Bild: Sabine Rock

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«Hey, was geht ab? Wir feiern die ganze Nacht!» Die Horgner Wasserballer setzten den Songtext der Atzen in die Tat um. Nach dem Titelgewinn am Dienstagabend dauerte die feuchtfröhliche Meisterfeier bis in die frühen Morgenstunden des Mittwochs. Spieler und Staff kosteten die vom Gemeinderat Horgen ausgesprochene Freinacht aus. «Es war wunderschön», betont Lukasz Kieloch gestern Mittag. In vollen Zügen genossen der Trainer und seine Schützlinge die Atmosphäre, für welche gegen 800 Fans im Sportbad Käpfnach sorgten. Er war um 3 Uhr zu Hause. «Die Jungs feierten noch etwas länger», schmunzelt der 39-Jährige.

Präsidiales Lob

Kieloch dachte am Dienstag auch an den Titelgewinn von 2007, den er noch als Spieler erlebt hatte. «Aber den Moment geniesst man bei jeder Meisterfeier anders», sagt der gebürtige Pole. Und diesmal sei sie für ihn sehr speziell gewesen. «Der 30. Titel für Horgen, mein erster als Trainer und dann noch auf den Tag genau acht Jahre nach dem letzten – das verdreifachte meine Freude», verrät er.

Die Horgner verdanken den Triumph ihrer starken Teamleistung. Aber primär der hervorragenden Arbeit des Coachs am Beckenrand. Kieloch nahm sein Amt mit dem klaren Ziel in Angriff, Schweizer Meister zu werden. Der Präsident des SC Horgen ist mächtig stolz auf die Spieler und den Trainer. «Lukasz Kieloch leistete einen sehr grossen Anteil am Erfolg», betont Rico Brazerol. Der Vorstand habe mit der Verpflichtung Kielochs letztes Jahr einen weisen Entscheid getroffen.

Optimale Formkurve

Der 39-Jährige hat das geschafft, was jeder Coach anstrebt: Er sorgte dafür, dass sich die Mannschaft im Verlauf der Meisterschaft stetig steigern und während der Playoffs in Höchstform ins Wasser steigen konnte. Dabei griff er auf seine in 20 Jahren als Spieler gesammelten Erfahrungen und im Sportstudium erlernten Kenntnisse zurück. «Ich versuchte die Spieler zu verstehen und dies mit Wissenschaftlichem zu verbinden», erklärt er. Dabei sei wichtig gewesen, Theoretisches in die Praxis einfliessen zu lassen. So passte der einstige WM- und Olympia-Teilnehmer mit Deutschland die Trainingspläne immer wieder kurzfristig an, um das Optimum aus der Mannschaft herauszuholen. Gegenseitiges Vertrauen war laut Kieloch zentral.

Dank intensiven Trainingseinheiten im Juni waren die Spieler zum Playoff-Auftakt körperlich in Topverfassung. Und die Formkurve zeigte von Spiel zu Spiel weiter nach oben. «Uns kam entgegen, dass die Halbfinalserie gegen Kreuzlingen nur kurz war», gibt der Trainer zu bedenken. Horgen zog nach drei Siegen ungeschlagen in den Final ein. «So waren die Spieler wieder topfit für die Serie gegen Lugano.» Die Tessiner schlugen Genf im Halbfinal zwar auch in drei Partien. «Doch sie hatten einfachere Spiele, was für uns dann wiederum ein Vorteil war», ist Kieloch überzeugt. Sein Team musste sich schliesslich bereits gegen Kreuzlingen zweimal im Penaltyschiessen durchsetzen.

«Habe nur geholfen»

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg war die Zusammensetzung des Teams. Der Trainer legte grossen Wert auf die Defensive und holte den kroatischen Torhüter Luka Petricevic zurück an den Zürichsee. «Stattdessen verzichtete ich auf einen weiteren ausländischen Angreifer.» Besonders in den Playoffs avancierte der ehemalige Junioren-Vizeweltmeister zwischen den Pfosten zum Schlüsselspieler. Mit ihm stellte Horgen die beste Defensive der Liga.

Trotz all seiner Schachzüge sieht sich Kieloch nicht gerne in den Mittelpunkt gerückt. «Ich habe den Jungs nur geholfen», meint er bescheiden. Denn letztlich hätten sie die Arbeit im Wasser erledigt. «Um als Trainer erfolgreich zu sein, braucht es eine gute Mannschaft», fügt der Meistercoach an. Und hebt hervor, dass sie sich den grossen Traum gemeinsam erfüllt hätten.

Weniger als 24 Stunden nach dem Triumph befasste sich der Pole bereits mit der Titelverteidigung. «Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, darum plane ich schon für nächste Saison», verrät er. Der ungarische Flügel Károly Czigány muss ersetzt werden. Der 30-Jährige, welcher mit fünf Treffern wesentlich zum Meistersieg beitrug, kehrt in seine Heimat zurück. Doch Kieloch wird wohl auch diese Herausforderung zu meistern wissen.

Erstellt: 30.07.2015, 13:25 Uhr

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