Dielsdorf

Im Sattel Gegner, privat ein Paar

Auch am zweiten Dielsdorfer Renntag der Saison starten Männer und Frauen gemeinsam. So kommt es am Sonntag zu zwei Rencontres zwischen Chéryl Schoch und Clément Lheureux.

Chéryl Schoch trainiert mit Gold Street aus dem Stall von Claudia Schorno regelmässig auf ihrer Heimrennbahn in Dielsdorf.

Chéryl Schoch trainiert mit Gold Street aus dem Stall von Claudia Schorno regelmässig auf ihrer Heimrennbahn in Dielsdorf. Bild: Werner Bucher

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Der 27-jährige französische Jockey Clément Lheureux zählt seit vier Jahren zu den besten Rennreitern in der Schweiz. Bisher bestritt er 469 Rennen und kehrte 78-mal als Sieger zurück. 2017 gewann Lheureux, der in Dielsdorf wohnt, die Jahreswertung des ­Jockey-Championats.

Glücklich mit ihm zusammen lebt die 22-jährige Profirennreiterin Chéryl Schoch. Sie bestritt erst 173 Rennen und verbuchte 18 Siege. Im vergangenen Jahr avancierte die im nahen Watt aufgewachsene Rennreiterin mit sieben Siegen zur erfolgreichsten Schweizerin im Rennsattel. Einen offiziellen Titel, wie «Championne», hat Schoch aber dafür nicht bekommen – dank der Gleichstellung ist im Reitsport die Damenrangliste abgeschafft worden.Das stört die Profireiterin nicht, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Männer mehr und meistens auch bessere vierbeinige Sportpartner zu reiten bekommen. Schoch: «Es ist halt so. Ich versuche, die Trainer und die Besitzer mit guten Leistungen zu überzeugen. Die Motivation ist für mich die Liebe zum Pferd und die Freude am Rennen.» Schoch arbeitet und trainiert in den Rennbahnställen von Chantal Zollet und Claudia Schorno.

Alle jagen Samurai

Auf ihrer Heimbahn in Dielsdorf tritt Chéryl Schoch am Sonntag gleich zweimal zum Duell gegen ihren Freund an. Im Flachrennen über 1800 Meter reitet sie den fünfjährigen Wallach Bako, während Lheureux die dreijährige, noch unerfahrene Stute Pearl Cross pilotiert. Über 2300 Meter ist der fünfjährige Wallach und zweifache Sieger Sambesi ihr vierbeiniger Partner. Lheureux wird dann im Sattel des neun­jährigen Schimmels Skating the Park an den Start gehen. In Wettkämpfen könnten sie Privates und Rennen trennen, betonen beide. Die Herausforderung, der oder die Schnellere als der Partner zu sein, mache ihre Rennen noch spannender.

Grosses Vertrauen in Rennen reitende Frauen hat indes Trainer Andreas Schärer aus Niederhasli. Er setzt im galoppsportlichen Hauptereignis, dem Rennen um das Silberblaue Band von Zürich, das am Sonntag um 15.45 Uhr auf dem Programm steht, seine Partnerin Karin Zwahlen in den Sattel von Nightdance Paolo. Der Grund: «Es gibt Pferde, die reagieren einfach besser auf Reiterinnen, weil sie ihnen mehr Freiheiten lassen. Zudem hat Karin in Dielsdorf mit ihm schon einmal gewonnen.» Ob es diesmal im Klassefeld der acht Starter zu einem Spitzenplatz reicht, hängt freilich stark von der Lust des bereits elfjährigen Wallachs ab. Favorit im Flachrennen über 3000 Meter, dotiert mit 20 000 Franken, ist der fünfjährige Samurai, der in Dielsdorf den Grand Prix Jockey Club gewonnen hatte. Nach einem leichten Erfolg am Pfingstmontag in Frauenfeld wird der braune Wallach erneut von Milan Zatloukal geritten.

Prominenz auf der Tribüne

Mit dem Fuchshengst Le Colonel, unter Clément Lheureux, dem Vorjahresgewinner des Silberblauen Bandes, hat Trainer Schärer einen weiteren Anwärter auf eine Spitzenplatzierung im Rennen. Rio Chico, Zambeso, Wayway, Monte Alegre und Ruby Beauty mit Astrid Wullschleger komplettieren das illustre Feld. Die 32-jährige Dielsdorferin bestritt bereits 600 Rennen und gewann deren 69.

Am zehnten Kids Day Race & Charity zugunsten der Stiftung Theodora und Wunderlampe mit ihrer erneut anwesenden Repräsentantin Christa Rigozzi werden ab 12.20 Uhr zuerst zwei Pony-, danach fünf Galopp-Flachrennen und zwei Trabfahren ausgetragen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.06.2018, 23:26 Uhr

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ZU-Wett-Tipps

1. Trabfahren. 2300 m. Favoriten: Easypeasy Rhythm; Viacus Frazéen; Fast an Fourious. – Aussenseiter: Bonattela. – 2. Flachrennen. 1100 m. Erstes Rennen der zweijährigen Galopper, die noch nie gelaufen sind. – Favoriten: Journey Flash; Pacamara, geritten von Clément Lheureux, Dielsdorf, trainiert von Andreas Schärer, Niederhasli; Zandvoort; Pontero (A.Schärer). – 3. Flachrennen. 1800 m. Favoriten: Cornwall Cottage (A. Schärer/C. Lheureux); Terra Honey; Gold Street, im Besitz und trainiert von Claudia Schorno, Stadel. – Aussenseiter: Amazing Fighter, im Training bei Karin Suter, Steinmaur. – 4. Trabfahren. 2300 m. Favoriten: Semola GK; Tigre de Guez; Vladimir de Ginai. – Aussenseiter: Uccello de Phens. – 5. Flachrennen. 1800 m. Favoriten: Pearl Cross (A. Schärer/C. Lheureux); She’s Magic (K.Suter); Night Whisper, geritten von Astrid, trainiert von Flurina Wullschleger, Dielsdorf. – Aussenseiter: Falani im Training bei Pepi Stadelmann, Niederglatt. – Weitere Unterländer: Chéryl Schoch, Dielsdorf, reitet Bako. Für Urs Bürchler, Niederweningen, startet Avici. – 6. Flachrennen. 3000 m. Silberblaues Band von Zürich. Favoriten: Samurai. Le Colonel (A.Schärer/C. Lheureux); Zambeso. – Aussenseiter: Nightdance Paolo mit Karin Zwahlen im Sattel, Trainer A. Schärer; Rio Chico (P. Stadelmann). Die Wullschleger-Schwestern setzen auf Ruby Beauty. – 7. Flachrennen. 2300 m. Favoriten: Archi Pink; Four Rooms und Horma, trainiert von Isabelle Chrenka-Klein, Oberweningen. – Aussenseiter: Sambesi mit Chéryl Schoch, Besitzerin-Trainerin ist Monika Stadelmann, Oberglatt; die Wullschlegers betreuen Cougara; Skating The Park (C. Schorno/C. Lheureux); Acteur de L’Ecu (P. Stadelmann).

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