DIelsdorf

«In Laax verspüre ich Ehre»

Victor Ivanov will am Laax Open in den Final vorstossen. Für den 19-jährigen Dielsdorfer liegt dieses Ziel an der Schwelle zwischen Möglichkeit und Traum. Heute Mittwoch muss er sich in der Qualifikation ein erstes Mal beweisen.

Victor Ivanov wirbelte in Laax auch schon während der Junioren-WM 2017 durch die Luft. Auf ähnlich gute Bedingungen hofft er heute.

Victor Ivanov wirbelte in Laax auch schon während der Junioren-WM 2017 durch die Luft. Auf ähnlich gute Bedingungen hofft er heute. Bild: Philipp Ruggli / Laax

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Victor Ivanov, in Laax wartet auf Sie die grösste Halfpipe der Welt. Was werden Sie vor dem Heimpublikum auspacken?
Natürlich etwas, das zum Weiterkommen reicht. Der erste Lauf wird aus taktischen Gründen nicht allzu spektakulär ausfallen. Ich will das Pulver ja nicht gleich am Anfang verschiessen. Wichtig wäre dass ich die Judges, also die Punkterichter, am Samstag im Halbfinal überraschen kann.

Haben Sie dafür einen neuen Trick einstudiert?
Nein, leider nicht. Wir hatten seit unserer Rückkehr aus China Ende Dezember nicht die Möglichkeit, viel Neues aus auszuprobieren. Europa war ja praktisch zugeschneit. Aber natürlich werde ich meinen Run etwas variieren.

Welche Höchstschwierigkeiten werden Sie zeigen?
Das sind immer noch meine ­doppelten Dreifachschrauben, die in Kombination einen hohen Schwierigkeitsgrad haben.

Wenn Sie diese in der Pipe tadellos verknüpfen, liegt dann das Finale der zwölf Besten drin?
Ja, wenn mir alle Kombinationen in einer guten Höhe gelingen, ist die Finalqualifikation durchaus möglich. Aber es soll ja nicht nur technisch passen.

Sie wollen den Künstler nicht verraten.
Ja (lacht). Das Ganze muss natürlich auch stilvoll aussehen.

Am Montag ist das Training den Wetterkapriolen zum Opfer gefallen. Daher konnten Sie vor der Qualifikation nur gerade einmal in die Pipe. Reicht das, um mit genügend Selbstvertrauen zu starten?
Natürlich braucht es Trainings, um die Pipe wieder kennen zu ­lernen, zu merken, wie sie sich anfühlt. Bei einer mir noch gänzlich unbekannten Pipe brauche ich dafür zwei Tage. In Laax aber reicht mir ein Training zum Einfahren, wir sind ja auch sonst viel hier. Ich fühle mich parat, die Pipe ist in einem super Zustand und das Wetter macht auch wieder mit.

Am Qualifikationstag soll ja wieder die Sonne scheinen. Und die Kulisse wird imposant sein. Vergangenes Jahr verfolgten beispielsweise mehr als 6000 Leute vor Ort den Final. Was macht diese Aufmerksamkeit mit Ihnen?
Ich finde sie inspirierend. In China ist es was anderes, wenn viele Leute zuschauen. Da kenne ich keinen. Aber hier in Laax ver­spüre ich Ehre, als Lokalmatador starten zu dürfen. Sie gibt mir Extrakraft, ich will unbedingt zeigen, was ich kann. Den Druck, der dadurch entsteht, versuche ich auszublenden.

Vor einem Jahr landeten Sie am Laax Open auf dem 34. Platz. In der aktuellen Saison haben Sie an den ersten zwei Weltcup­events in den USA und China mit zwei 17. Plätzen den Klassierungsrückstand auf den Sieger halbieren können. Ist der Finaleinzug für Sie inzwischen realitätsnahes Ziel oder immer noch mehr ein Traum?
Die letzten zwei Jahre war es in Laax ein Krampf. In der vorletzten Saison hatte ich Schulterprobleme. Vor einem Jahr bin ich bis kurz vor dem Wettkampf mit 40 Grad Fieber im Bett gelegen. Jetzt sieht es zum Glück gut aus, ich bin fit. Darum liegt das Finale der besten Zwölf für mich inzwischen an der Schwelle zwischen Möglichkeit und Traum. Allerdings muss für eine Finalqualifikation alles stimmen. Rechnen darf ich nicht damit. Aber wenn ich es schaffe, werde ich überglücklich sein.

Was fehlt Ihnen noch zu einen Top-10-Platz?
Die Erfahrung. Und die Sicherheit bei den Tricks mit komplizierteren Rotationen, die ich noch nicht so lange im Repertoire habe.

Olympiasieger Iouri Podladtchikov ist bei seinem Weltcup-Comeback in China erneut schwer gestürzt. Wie reagieren Sie auf diesen Unfall, macht er Sie vorsichtiger?
Iouris Sturz war für uns alle ein Schock. Gerade weil wir auf der Tour ein bisschen wie eine Familie funktionieren. Und weil es Iouri war, der mit einer langen Verletzungsgeschichte nach China reiste und gleich wieder abtransportiert werden musste. Es trifft mich seinetwegen, aber mich und mein Risiko, das ich einzugehen bereit bin, betrifft Iouris Sturz nicht. Zudem haben wir in China auch viele positive Emotionen erlebt. Jan Scherrer hat im Weltcup seinen ersten Sieg, Verena Rohrer ihren ersten Podestplatz geholt. Wir sind alle unten gestanden und haben mitgejubelt.

Für wen werden Sie sich in Laax freuen dürfen? Was denken Sie?
Also erst einmal hoffe ich auf mich und dass ich mir selbst ­guten Grund zum Jubeln gebe. Dafür brauche ich auch keinen Podestplatz. Aber wenn Jan Scherrer nochmals zuoberst auf dem Podest stehen würde, wäre das grossartig, er fährt so stylish und hätte es absolut verdient.

Erstellt: 15.01.2019, 22:23 Uhr

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