Beachvolleyball

Joana Heidrich gelingt traumhaftes Olympiadebüt

Die Klotenerin Joana Heidrich und ihre Berner Partnerin Nadine Zumkehr haben ihr erstes Vorrunden-Gruppenspiel an den Olympischen Spielen von Rio souverän 2:0 gewonnen.

Joana Heidrich (rechts) und Nadine Zumkehr haben ihre olympische Auftakt-Partie in Rio de Janeiro klar für sich entschieden.

Joana Heidrich (rechts) und Nadine Zumkehr haben ihre olympische Auftakt-Partie in Rio de Janeiro klar für sich entschieden. Bild: Keystone

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Joana Heidrich liess sich von der Stimmung im riesigen, nicht ganz gefüllten Beachvolleyballstadion auf der Copacabana mitreissen. «Ich bin eine extrem emotionale Spielerin und konnte das alles richtig aufsaugen», erklärte die 24-jährige Klotenerin später.

Gegen verschiedene ihrer Aktionen kannten die Gegnerinnen aus Deutschland kein Mittel. Sie spielte am Netz nicht nur dynamisch und kraftvoll, sondern auch intelligent. Mit einem Block zum 2:0 gelang Joana Heidrich eine perfekte erste Aktion, mit einem Block zum 21:12 beendete sie den ersten Satz. Im Startdurchgang gegen Karla Borger/Britta Büthe, die sie vom gemeinsamen Vorolympia-Trainingslager und diversen Partien her sehr gut kennen, überzeugten die beiden Schweizerinnen auf der ganzen Linie. Der zweite Satz gelang nicht gleich gut, was jedoch nichts daran änderte, dass der Sieg (21:16) in keiner Weise in ­Gefahr stand.

Der Schlag zum Matchpunkt beim 20:16 war Heidrich geglückt, die Niederlage besiegelten die Deutschen daraufhin gleich selbst, indem der Ball weit ausserhalb des Feldes landete.

«Es hat alles gepasst»

«Wir waren eigentlich vom einem ausgeglichenen Spiel ausgegangen», sagte Joana Heidrich hernach. In der Arena von Rio sah die Realität jedoch anders aus: ­Heidrich/Zumkehr spielten ausgesprochen effizient, die EM-Dritten aus Deutschland dagegen schnitzerten viel häufiger. «Wir haben einen starken Start erwischt und konnten durchziehen. Wir haben wenig Fehler gemacht», erklärte Heidrich. «Es hat alles gepasst, wir haben wirklich gut Beachvolleyball gespielt.»

Die beiden Schweizerinnen überzeugten vollauf: die routinierte Nadine Zumkehr, die Olympianeunte von London 2012, ebenso wie Heidrich. Die Klotenerin setzte im zweiten Durchgang drei Anspiele ins Netz; ihre Gesamtleistung trübte das keineswegs. Denn jedes Mal wusste sie die passende Antwortdarauf. Etwa nach dem dritten Missgeschick, als sie anschliessend gleich zwei Punkte zur vorentscheidenden 15:11-Führung verwertete. «Natürlich habe ich mich geärgert», verriet die Klotenerin. Doch dann fand sie die Spur sofort wieder und konzentrierte sich auf den nächste Punkt.

Der Wurf ins Publikum

«Dieses Resultat und alles Drumherum ist ein Start an Olympischen Spielen, den man sich nur erträumen kann», schwärmte Joana Heidrich zu Recht von ihrem Debüt auf der grössten Sportbühne. «Es war der Hammer, da zu spielen. Mit den Zuschauern geht es voll ab. Sie freuen sich über jeden Punkt.»

Nach dem Ende des Matches durfte Heidrich dem Publikum etwas zurückgeben. Als Siegerin unterschrieb sie einen Ball für die Zuschauer auf den Rängen. Geplant war, ihn einer kleinen Schweizer Fraktion zu werfen. Aber weil sie ja eine Volley- und keine Handballerin ist, landete er schon viel weiter vorne. «Leider hat meine Kraft nicht mehr gereicht», sagte sie später lachend.

Ein 2:0-Sieg in dieser ausgeglichen Gruppe ist sehr wertvoll. Heidrich/Zumkehr legten auch deshalb einen Einstieg nach Mass hin. Falls sie die zweite Partie (in der Nacht auf morgen Mittwoch um 5.00 Uhr Schweizer Zeit) gegen die Kanadierinnen Sarah Bavan/Heather Bansley, das an Nummer 1 des Pools E gesetzte Team, ebenfalls gewinnen, würden sie bereits in den Achtelfinal vorstossen.

Gestern Montag stand für das siegreiche Schweizer Duo ein Training an. Mit den (eher favorisierten) Kanadierinnen befassten sich Heidrich/Zumkehr erst nach dem Startmatch. Sie bleiben ihrer Linie treu: Sie nehmen im Turnier Spiel für Spiel und im Spiel Punkt für Punkt. Zum Auftakt hat sich das schon mal ausgezahlt. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.08.2016, 09:19 Uhr

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