Steinmaur

"Kann lange auf gutem Niveau fahren"

Der Steinmaurer Radprofi Fabian Lienhard reitet derzeit auf einer Erfolgswelle.

Der Steinmaurer Fabian Lienhard zeigt im Walliser Team IAM Excelsior gute Leistungen.

Der Steinmaurer Fabian Lienhard zeigt im Walliser Team IAM Excelsior gute Leistungen. Bild: August Widmer

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Mit zwei Siegen im bisherigen Saisonverlauf war Fabian Lienhard kürzlich an der Bretagne-Rundfahrt angetreten. Und an dieser über sieben Etappen führenden Rundfahrt holte sich der 25-Jährige vor den Augen des fünffachen Tour-de-France-Siegers Bernard Hinault den 2. Schlussrang. «Mit der Bretagne-Rundfahrt bin ich ganz zufrieden», stellt Fabian Lienhard fest. Bis zum Schlusstag hatte er das Gesamtklassement angeführt. Er hätte nur allzu gerne gewonnen.

Es wäre sein erster Sieg in einem Mehretappenrennen und der grösste Erfolg in seiner Karriere gewesen. Aber auch mit dem 2. Rang konnte der Steinmaurer leben: «Ich bin schon 2016 in der Bretagne gefahren und habe das Rennen gekannt. Deshalb habe ich mich für den Start entschieden. Die ersten drei Tage, als es geregnet hat und auch die Zielankünfte nie an einem Berg waren, hatte ich zwar Zweifel, ob ich nicht besser mit der Nationalmannschaft an der Tour de Romandie gestartet wäre. Aber dann ist es mir von Tag zu Tag besser gelaufen.» Je länger das Rennen dauerte, umso besser kam Lienhard in Fahrt: «In der drittletzten Etappe habe ich zu einer Spitzengruppe gehört, die während 180 Kilometer voraus gefahren ist. Am Schluss waren wir nur noch drei Sekunden vor dem Feld. Aber ich konnte mir das Leadertrikot überziehen.» Obwohl er auch zur Schlussetappe als Leader antrat, musste Lienhard auf den letzten Metern den Sieg an Sprintspezialist Lorrenzo Manzin abgeben. Der Franzose holte sich als Dritter der Schlussetappe jene drei Sekunden Bonifikation, die ihm für den Gesamtsieg reichten.

Wichtige Rennen in Schweiz

Im ersten Moment trauerte Fabian Lienhard dem Sieg zwar nach: «Zeitgleich wie der Sieger Zweiter zu werden, ist hart. Aber mit etwas Abstand kann ich doch mit Befriedigung auf diese Rundfahrt, an der einige Pro-Conti-Teams teilnahmen, zurückschauen. Ich habe gezeigt, dass ich eine ganze Woche auf einem hohen Level fahren kann.» Mit dem Sieg am Strassenrennen von Porec in Kroatien und einem Etappenerfolg an der Tour du Loire et Cher und nun dem 2. Platz in der Gesamtwertung der Bretagne-Rundfahrt ist Lienhard tatsächlich gut in die Saison 2019 gestartet.

Der bisherige Saisonverlauf stimmt den Steinmaurer für kommende Taten zuversichtlich. Dank seinen Erfolgen gehen für das Walliser Team IAM Excelsior, das zu Saisonbeginn belächelt wurde, plötzlich Türen auf, und das Team bekommt mehr Einladungen zu Rennen als erwartet. Lienhard ist auch im Nationalteam für die Tour de Suisse vorgesehen: «Dort schaue ich mir das Ziel der fünften Etappe in Einsiedeln genau an. Von Arth geht es über den Sattel nach Einsiedeln. Da werden sicherlich einige Geradeaus-Sprinter nicht mehr mitkommen». Fabian Lienhard ist zwar auch ein guter Sprinter. «Aber meine Fähigkeiten kann ich nur ausspielen, wenn es am Ziel bergauf geht.» So wie zum Beispiel im Rennen von Gippingen am 13. Juni. «Diese Zielankunft am Schluss einer kleinen Steigung liegt mir. Da rechne ich mir Chancen aus.»

Arbeiten an der Topform

Als Vorbereitung für Gippingen und für die Tour de Suisse dienen ihm Rennen wie am nächsten Sonntag die Flèche Ardennaise in Belgien und über die Pfingsttage das Etappenrennen Boucles de la Mayenne in Frankreich. Fabian Lienhard hofft, mit guten Resultaten weiter auf sich aufmerksam zu machen: «Mein Ziel ist immer noch, in einem Pro-Conti- oder in einem World-Tour-Team unterzukommen. Ich habe gezeigt, dass ich ein kompletter Fahrer bin. Bis auf die Klassiker habe ich Rennen auf höchstem Niveau bestritten. Im Gegensatz zu einem 20-jährigen Fahrer muss ich nicht mehr ausgebildet werden. Das ist für die Teams der höheren Kategorie interessant», klärt der Profi auf. Nach den Erfolgen in den vergangenen Wochen in Frankreich kam Lienhard zwar mit einigen Profiteams ins Gespräch. Konkret ist aber nichts geworden. Trotzdem ist der Unterländer zuversichtlich. Er sagt: «Wenn ich weiterhin gute Resultate einfahre, klappt es für 2020 mit einem Vertrag in einem grösseren Team.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.05.2019, 18:46 Uhr

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