Regensdorf

Keller glänzt, Dörigs Traum platzt

Jean-Jacques Keller aus Regensdorf hat an derSchweizer Meisterschaft in St. Moritz im Vierer von Pius Meyerhans die Silber­medaille gewonnen. Marco Dörig lief es weniger rund.

Der Regensdorfer Pilot Jean-Jacques Keller (vorne) hat mit intensiviertem Training seine Startschnelligkeit deutlich verbessert.

Der Regensdorfer Pilot Jean-Jacques Keller (vorne) hat mit intensiviertem Training seine Startschnelligkeit deutlich verbessert. Bild: Wener Bucher

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Clemens Bracher triumphierte an den Titelkämpfen von St. Mo­ritz in Abwesenheit des erfahrenen Aargauers Rico Peter sowohl mit dem Zweier- als auch mit dem Viererbob. Bei den Fahrten zu Gold im grossen Schlitten liess sich der Emmentaler Pilot von Michael Kuonen, Martin Meier und Marcel Dobler anschieben. Kein Platz mehr im bracherschen Viererbob fand indes der Höre­mer Marco Dörig. Der bewährte Anschieber hatte einen internen Wettkampf knapp verloren und musste seinen Platz dem St. Galler FDP-Nationalrat und ehemaligen Zehnkämpfer Marcel Dobler überlassen.

Dies gilt nicht nur für die Landes­meisterschaften von St. Moritz, sondern im Falle einer Nomination auch für die Olym­pischen Winterspiele vom kommenden Februar im südkoreanischen Pyeongchang.Angesichts seines geplatzten Olympia-Traums kommentierte Dörig enttäuscht, aber sportlich fair: «Das ist Spitzensport. Langsam erhole ich mich vom Schock und analysiere, wo und wie ich mich verbessern kann, um wieder einen Stammplatz zu erhalten.» Er gebe nicht auf, versicherte er, und nehme die nächsten Wettkämpfe ins Visier.

Auf Anhieb harmoniert

Mit der Höchstgeschwindigkeit von 136,577 km/h raste der gelbe Zweierbob mit Jean-Jacques Keller an den Steuerseilen und Anschieber Marco Leimgruber den 1722 Meter langen Eiskanal von St. Moritz nach Celerina hinab. Die siebtbeste Zeit nach dem ersten Lauf im Wettkampf mit den 16 besten Schweizer Bob­teams brachte die Gesichter der beiden Anfänger zum Strahlen.

«Bis auf einen Schlag in der Sachs­kurve war der Lauf optimal», befand Jean-Jacques Keller. Der in Regensdorf aufgewachsene Bäckerssohn bestreitet erst seine zweite Saison als Pilot im Zweierbob. Im vergangenen Jahr hatte er sich als Debütant an der Schweizer Meisterschaft mit dem 14. Platz begnügen müssen. Dabei musste der 30-jährige Logistiker diesmal auf seinen eingespielten Anschieber Justin Danso verzichten, weil dieser sich im Training verletzt hatte. Doch der gleichaltrige, 1,92 Meter grosse und 95 Kilogramm schwere ­Marco Leimgruber aus Herznach AG sprang in die Bresche. Der Anschie­ber zählt zum Team des Appenzeller Routiniers und Spitzenfahrers Beat Hefti, kam aber in dessen Schlitten in St. Moritz nicht zum Einsatz. Der Leichtathlet und Steinstosser verriet: «Alles ist so kurzfristig gekommen, dass wir nur zwei Trainingsläufe absolvieren konnten. Dar­um ist es erstaunlich, dass wir so gut harmoniert haben.»

Lob von Ex-Weltmeister

Im zweiten Durchgang sollte es noch besser werden: Keller/Leimgruber konnten ihre End­geschwindigkeit noch leicht steigern und verbesserten sich um einen Rang. Ex-Bob-Weltmeister Hans Hiltebrand aus Dielsdorf, der für den Zürcher Bob Club als Berater fungiert, lobte aner­kennend: «Vom 14. auf den 6. Platz innert­ zwölf Monaten ist eine grossartige Steigerung.» Jean-Jacques Keller erklärt sie mit mehr und härteren Konditions- und Sprinttrainings im Sommer, die nun zu schnelleren Starts führten.

Im Viererbob des Piloten Pius Meyer­hans fuhr Jean-Jacques Keller gemeinsam mit Marco Lorrenzoni und Cyrill Bieri, den anderen beiden Anschiebern, zur Silbermedaille und somit erstmals in seiner noch jungen Bobkarriere aufs Podest. Keller kommentierte: «Weil mein Anschieber auch bei Meyer­hans ausge­fallen ist, konnte ich seinen Platz einnehmen. Es ist ein gross­artiges Erlebnis, erstmals auf dem Podest zu stehen.» Dank eines schnellen zweiten Laufs mit der Spitzengeschwindigkeit von 143,454 konnte die Meyerhans-Crew das Quartett des amtie­renden Zweierbob-Olympiasiegers Beat Hefti von Platz 2 auf 3 verdrängen – mit einer Hundertstel­sekunde Vorsprung.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 03.01.2018, 22:59 Uhr

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