Bachs

Kleines Kader, kurze Verschnaufpausen, hohe Ziele

Wollen die Bachser Korballerinnen auch in der bevorstehenden NLA-Saison wieder eine Medaille gewinnen, müssen sie vor allem eine Gegnerin aus dem Spiel nehmen: die Verletzungshexe.

Von wegen amtsmüde: Martin Altorfer ist auch nach 18 Jahren noch mit vollem Eifer Trainer der Bachser Korbballerinnen.

Von wegen amtsmüde: Martin Altorfer ist auch nach 18 Jahren noch mit vollem Eifer Trainer der Bachser Korbballerinnen. Bild: Leo Wyden

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«Natürlich ziehe ich es noch eine Saison weiter», sagt Martin Altorfer und lacht ob der Frage, wie es um seine Motivation als Trainer der Bachser NLA-Korbballerinnen steht, sein kerniges Lachen. Es zeigt, wie weit die Tage, in denen er ernsthaft über einen Rücktritt nachdachte, inzwischen entfernt sind. Im Winter vor einem Jahr hatte er sich eine Auszeit genommen, mit dem Gedanken im Kopf: «Das mache ich nicht mehr.» Nach 18 Jahren als Trainer mit Meistertiteln in Serie (2004 bis 2008) verspürte Altorfer erstmals eine Art Amtsmüdigkeit.

Aber da war eben auch noch der Titelhunger, der nach 10 Jahren ohne Meisterschaftstriumph wieder gewachsen war. Gemeinsam mit den Spielerinnen entschied er sich, weiterzumachen und sich mit dem Silbergewinn von 2017 nicht zufriedenzugeben. Dass es im vergangenen Herbst dann doch wieder der 2. Platz hinter Täuffelen wurde, war für den 44-Jährigen dann aber kein Problem: «Wichtig war mir, dass wir alle an einem Strang gezogen haben und uns erneut an der nationalen Spitze etablieren konnten.»

Ein Dämpfer

Auch heuer will Bachs laut Altorfer wieder um eine Medaille spielen. Der Weg zu Gold führt wohl auch in dieser Saison, die am Sonntag mit der 1. Runde im schaffhausischen Löhningen beginnt, über den routinierten Meister Täuffelen, der in der Rückrunde der vergangenen Saison allerdings nicht mehr ganz so souverän auftrat wie noch 2017, als er ebenfalls den Titel geholt hatte. Für den Bachser Coach sind zudem auch Erschwil und Urtenen, das mit einer komplett veränderten und verjüngten Mannschaft antreten wird, ernsthafte Konkurrenz im Kampf um einen Podestplatz.

In den eigenen Reihen hält der Trainer die Ausgeglichenheit für den grössten Trumpf. Mit Sandra Waser hat nur eine Spielerin das Team verlassen. Wie sich allerdings vor ein paar Tagen herausstellte, war das bereits eine zu viel. Denn weil Saskia Wunderlin wegen einer verletzten Sehne am Finger unerwartet für die gesamte Vorrunde ausfallen wird, ist das Kader auf acht Spielerinnen geschrumpft. Sechs braucht es auf dem Feld, viel Ersatz steht damit nicht mehr an der Seitenlinie. Die Verschnaufpausen werden für die Bachserinnen in den ersten drei NLA-Runden dementsprechend kurz ausfallen. Martin Altorfer nennt den Ausfall seiner defensiven Organisatorin «einen Dämpfer», betont aber: «Patricia Götschi ist eine genauso routinierte Spielerin auf dieser Position.» Zudem hat mit Jasmin Zimmermann wenige Tage vor dem Saisonstart Verstärkung vom NLB-Club Buchthalen ins beschauliche Bachsertal gefunden. Zumindest der Coach kann damit erst einmal durchatmen.

Erstellt: 09.05.2019, 21:54 Uhr

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Bachser Männer spielen nur noch zum Plausch

In der Feldsaison 2018 war der STV Bachs einer von zwei Vereinen, deren Fanionteams der höchsten Korbball-Spielklasse der Frauen und jener der Männer angehörten. Mit dem Gewinn der Silbermedaille durch die Bachserinnen und dem 3. Platz ihrer männlichen Clubkollegen avancierte Bachs am Ende zum erfolgreichsten Club. Tempi passati – unter den zehn Teams der Männer-NLA fehlen die Zürcher Unterländer heuer. «Wir mussten uns leider komplett vom Spielbetrieb zurückziehen, weil am Ende nur zwei von uns weitermachen wollten», klärt Captain Matthias Vögele auf, «bei einem Dritten war es auf der Kippe, alle anderen wollten aus beruflichen oder familiären Gründen den Aufwand nicht mehr betreiben.» Ein Teil des Teams trainiere noch immer zusammen, jedoch nur noch aus Freude an Bewegung und Geselligkeit. (pew)

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