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Klotener laufen zu Playoff-Form auf

Klotens Männer sind dank eines 6:4-Heimsiegs über Veyrier und eines 5:5 gegen Meyrin in der Qualifikations-Endtabelle der Tischtennis-NLA auf Platz 5 vorgerückt.

Klotens Neuzuzug Andrin Melliger zieht einen Rückhand-Topspin. Der insgesamt siebenfache Schweizer Nachwuchsmeister gewinnt in den letzten beiden Partien der NLA-Qualifikationsrunde drei von sechs Einzeln.
Klotens Neuzuzug Andrin Melliger zieht einen Rückhand-Topspin. Der insgesamt siebenfache Schweizer Nachwuchsmeister gewinnt in den letzten beiden Partien der NLA-Qualifikationsrunde drei von sechs Einzeln.
Rosi Hohl

In beiden Heimspielen zeigte Klotens junger Neuzuzug Andrin Melliger seine Stärken. In den Playoffs trifft Kloten auf Lugano.

In der Sporthalle im Keller des Zentrums Schluefweg sind am späten Sonntagnachmittag alle Augen auf jenen Tisch gerichtet, an dem Klotens Junioren-Nationalspieler Andrin Melliger Meyrins zigfachem Schweizer Seniorenmeister Nenad Stefanovic gegenübersteht. 3:5 liegen die Gastgeber in der Partie zu diesem Zeitpunkt zurück. Dass David Zombori am Nebentisch gegen den unterklassigen Ersatzspieler der Genfer mit einem sicheren 3:0-Sieg den vierten Punkt für die Gastgeber sichern würde, stand zwar aller Voraussicht nach fest. Aber mit einer Niederlage Melligers gegen seinen 39 Jahre älteren Widersacher wären die Flughafenstädter als Verlierer von den Tischen gegangen – und in der Endtabelle um einen Rang nach hinten gerutscht.

Doch Melliger hielt dem Druck stand und drehte phasenweise förmlich auf. Der Angehörige des Schweizer Nachwuchs-B-Nationalkaders überzeugte mit variablen, druckvollen Topspins aus Vor- und Rückhand gleichermassen. So clever der Routinier auf der anderen Netzseite ihn auch auszuspielen versuchte – Melliger fand stets eine Antwort und griff geduldig weiter an, bis sich die Chance zum Endschlag bot oder Stefanovic nicht mehr zurückblocken konnte. So war es am Ende Stefanovic, der die Ruhe verlor und mit unüberlegten Angriffen seine Niederlage besiegelte.

Punkte im richtigen Moment

«In der zweiten Saisonhälfte ist bei mir einiges gegangen», kommentierte Andrin Melliger danach mit ruhigen, wohlüberlegten Worten, «das hat man heute gesehen.» Zu Beginn seiner ersten Spielzeit in der NLA habe er meist gut mitgehalten, am Ende aber nie eine Chance auf den Sieg gehabt. «Unter Druck, wenn es eng geworden ist, bin ich meist in alte Muster verfallen, habe zu schnell den Punkt gesucht, überhastet und mit zu viel Risiko angegriffen», erklärte der 18-Jährige, «jetzt habe ich zu einer besseren Balance im Spiel gefunden.» Die Fortschritte des Neuzuzugs, der nach drei Spielzeiten in der NLB mit Neuhausen auf diese Saison hin nach Kloten gewechselt hatte, spiegelten sich im entscheidenden Moment auch in den Resultaten wider. So kam der Kantonsschüler aus dem aargauischen Muri, der bis dato erst ein Einzel für sich entschieden hatte, in den beiden Partien der letzten NLA-Doppelrunde zu drei weiteren Einzelsiegen.

Dabei erwies sich Melliger auch im Heimspiel gegen das als Tabellendritter angetretene Veyrier als überaus nervenstark: In der letzten Einzelrunde besiegte er Veyriers Farid Saidi mit 3:2, nachdem er mit 1:2 zurückgelegen war. Mit seinem ersten Erfolg des Tages machte er die Klotener Aufholjagd komplett, wandelten die Gastgeber ihren 3:4-Rückstand nach dem Doppel doch mit drei Siegen in ein 6:4 um.

Ein namhafter Coach

In Kloten fühle er sich rundum wohl, betonte Andrin Melliger. «Mit Denis Bernhard habe ich einen Mitspieler ungefähr in meinem Alter, und David Zombori und Daniel Zwickl, die beiden Ungarn, sind auch locker drauf», führt er aus, «ausserdem ist es für mich zum Training hierher nicht so weit, und mit Gary Seitz haben wir einen super Trainer, der uns als Coach während der NLA-Heimspiele und an Turnieren sehr weiterhilft.»

Seitz, seines Zeichens Ausbildungschef des Schweizerischen Tischtennisverbands, gilt hierzulande als einer der versiertesten Experten seiner Sportart. Sein Engagement zu Saisonbeginn dürfte einen guten Teil zu den Fortschritten der jungen Klotener beigetragen haben.

So entschied Denis Bernhard im Verlauf der Qualifikation erstmals über ein Drittel seiner NLA-Einzel für sich (11:19). Mit seinen beiden Erfolgen über Veyrier, vor allem jenem im letzten Durchgang über den ungarischen Spitzenspieler Barna Lorincz, erwies sich der Rorbaser als bereit, als es darauf ankam. «Nach dem verlorenen Doppel wussten wir, dass wir jeden Punkt brauchen», schilderte er. Mit den drei Zählern aus den letzten beiden Qualifikationspartien, dem 5. Rang in der Schlusstabelle und dem Playoff-Viertelfinalgegner Lugano zeigte sich der Klotener Captain mehr als zufrieden. Denis Bernhard: «Gegen Luganos Nummer 3 können wir im Normalfall alle drei gewinnen – das macht die Aufgabe einfacher.»

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