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Letzte Möglichkeit genutzt

Sprinter Jonas Werner aus Steinmaur gewann an den Schweizer Hallenmeisterschaften in Magglingen den Titel über 200 m. Er feierte eine Premiere.

Seinen ersten Schweizer Meistertitel feierte der Steinmaurer Sprinter Jonas Werner vorgestern Sonntag an den Schweizer Leichtathletik Hallenmeisterschaften in Magglingen.
Seinen ersten Schweizer Meistertitel feierte der Steinmaurer Sprinter Jonas Werner vorgestern Sonntag an den Schweizer Leichtathletik Hallenmeisterschaften in Magglingen.
Keystone

Die letzte Nacht vor den Titelkämpfen war nicht das, was sich Jonas Werner gewünscht hatte. Er übernachtete in der Gruppenunterkunft des Bundesamtes für Sport (Baspo) in Magglingen und das war ein heikler Entscheid. Als viel zu warm empfand der 26-Jährige die Temperatur. Die Folge davon: «Ich schlief schlecht, wenig und fühlte mich entsprechend matt und energielos im Vorlauf.» Seiner Klasse ­wegen war der Einzug ins Finale zweieinhalb Stunden danach dennoch ausser Gefahr. Trotz bester Vorlaufzeit von 21,83 Sekunden vermochte der Unterländer die Unsicherheit vorerst nicht ganz beiseite zu legen. Ein «kleines Nickerchen» aber wirkte. Werner entspannte. Er übernahm im Finalrennen rasch die Führung und verspürte schnell, «dass ich lockerer unterwegs bin». Im Vergleich zum Vorlauf steigerte er sich um 17 Hundertstel und lief mit den 21,66 Sekunden Saisonbestzeit und persönlichen Hallenrekord. Das war nötig. Silbermedaillengewinner Daniele Angelella erreichte im Final exakt Werners Vorlaufzeit.

Vor dem Staatsexamen

Für Werner hat dieser Erfolg hohen Stellenwert. Um den ersten Schweizer-Meister-Titel handelt es sich für ihn. Erst letzten Sommer war es, als er seine erste SM-Medaille überhaupt gewann – Silber hinter 100-Rekordhalter Alex Wilson. Damals hatte der einstige American Footballer keine realistische Möglichkeit auf Gold. Nun war die Ausgangsposition besser. Als Favorit ging er ins Rennen. Aber er hatte auch mit besonderem Druck umzugehen. «Das war wohl meine letzte Möglichkeit auf einen Titel», sagte er. Im Sommer wird er sein Medizinstudium mit dem Staatsexamen abschliessen. Eine «stressige Zeit» wird dies bedeuten. Die Leichtathletik dürfte «zu kurz kommen».

In der Zeit danach, als Assistenzarzt, wird es ebenfalls an Raum und Zeit für den Leistungssport fehlen, so vermutet er. Glück hatte Werner insofern, als Wilson auf die Hallensaison verzichtet und auch der Jahresschnellste Bastien Mouthon (21,39) fehlte.

Gröbli unterbietet Minute

Weniger erfolgreich schnitt über 60 m Altmeister und Werner-Coach Andreas Baumann aus ­Bülach ab. Der Klubkollege von Werner und Bobfahrer schied im Halbfinal mit einer Zeit von 7,04 Sekunden aus, nachdem er den Vorlauf in 7,03 überstanden hatte. Nachwuchsläuferin Michelle Gröbli, eine Woche zuvor in der Kategorie U18 Silbermedaillengewinnerin, schied über 400 m im Vorlauf aus. Mit der Zeit von 59,91 Sekunden durchbrach die 16-Jährige vom LC Regensdorf aber die 60-Sekunden-Barriere.

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