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Mentaltrainer glaubt an Durchbruch zur Tennisspitze

Seit zwei Jahren begleitet der Sportpsychologe und Bülacher Stadtrat Walter Baur das Rafzer Tennis-Nachwuchstalent Marko Osmakcic. Baur glaubt an dessen grossen Durchbruch. Dabei ist auch das mentale Geschick von grosser Bedeutung.

Als Sportpsychologe unterstützt Walter Baur (links) seinen Schützling Marko Osmakcic im Mentaltraining, denn dieser strebt eine Profikarriere an.
Als Sportpsychologe unterstützt Walter Baur (links) seinen Schützling Marko Osmakcic im Mentaltraining, denn dieser strebt eine Profikarriere an.
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Grundvoraussetzung zu sport­lichem Erfolg sei neben Talent, Disziplin und Willen auch eine mentale Technik, erklärt Mentaltrainer Walter Baur. Doch um diese zu erlernen, brauche es Zeit. «Ein Tennisspieler muss die mentale Technik genauso erlernen wie einen Schlag.» Vor rund zwei Jahren wurde der studierte Sportpsychologe und Bülacher Stadtrat auf das damals 14-jährige Talent aufmerksam. «Marko wohnt in Rafz, ich bin in Rafz aufgewachsen – deshalb nahm ich Kontakt auf», erzählt der 67-Jährige. Seither arbeiten Baur und die Familie Osmakcic eng zusammen. Baur glaubt an seinen jungen Schützling. «Marko bringt alles mit, was es für den Erfolg braucht.» Der 16-Jährige will nämlich genau eins: Weltranglistennummer eins und Nachfolger seines grossen Vorbildes Roger Federer werden. Dafür investiert er nach dem Abschluss der Sekundarschule für seinen Tennissport fünf bis acht Stunden täglich, und das bei ­jedem Wetter.

Mit Erkenntnissen der Hirnforschung

Walter Baur arbeitet mit den neusten Erkenntnissen der Hirnforschung und der differenziellen Psychologie nach Julius Kuhl. «Als bisher wohl Einziger im Sport», wie er betont. Zu einer professionellen Beratung gehören drei Stufen. Als Erstes steht bei den zu betreuenden Sportlern eine Turnierbeobachtung auf dem Programm. Dabei gehe es um einfache Dinge wie die Matchvorbereitungen auf emotionaler Ebene sowie um sportliche Tipps und Hinweise während des Spieles. Bei der zweiten Stufe wird am Unterbau, dem sogenannten Wohlfühlzustand, gearbeitet. «Jeder Sportler hat seine Rituale, die es einzuhalten gilt», hält Baur fest. Die dritte Stufe beinhaltet dann eine Testbatterie, in welcher die Motivation und die Befindlichkeit genau gemessen werden können. So könne man mit grosser Wahrscheinlichkeit voraussagen, ob ein Talent es bis weit hinauf schaffen werde. «Das Ziel meiner Arbeit als Mentaltrainer ist immer, die Selbststeuerung zu verbessern. Sobald einem Sportler das gelingt, ist das Ziel erreicht.»

Mit Marko Osmakcic arbeitet der Coach momentan in Stufe zwei. Immer öfters ist er mit dem Nachwuchstalent, dessen um ein Jahr älterem Bruder und dessen Vater, der die Söhne trainiert, im Ausland unterwegs. Ende Mai geht es für eine Woche zum U18-Turnier Roland Garros in Paris, Anfang Juli ist das Wimbledon- U18-Turnier geplant. Dazwischen wird übers Internet telefoniert. «Wichtig ist das Vertrauen», sagt Baur und sieht seine Arbeit gleichzeitig als Investition. «Marko ist ein Aushängeschild. In der Schweiz gibt es unter den Gleichaltrigen für ihn keine Konkurrenz.»

Banker, Journalist und Sportreporter

Walter Baur weist mit 67 Jahren einen vollen Terminkalender auf. Neben seiner Tätigkeit als Stadtrat mit dem Ressort Finanzen, die rund 50 Prozent Arbeitsbelastung mit sich bringt, begleitet der ehemalige Banker momentan sechs Familien als Mentaltrainer. Auch journalistisch ist Baur, der mehr als 10 Jahre für den «Zürcher Un­terländer» als freier Mitarbeiter und 24 Jahre lang beim Schweizer Fernsehen als Sport­reporter tätig war, noch aktiv. Nach der Matur absolvierte er ein Studium in Angewandter Psychologie, Publizistik und Musikwissenschaften. Sein grosses Hobby neben Tennis und Fussball ist die Musik. Beim Grenzland-Quartett spielt er Keyboard und Akkordeon. «Dies ist alles ein Ausgleich zum Alltag. Das Wichtigste jedoch ist meine Familie», betont er. Seine Frau Marlies heiratete er im Alter von 20 Jahren und ist glücklich, dass sie ihn immer unterstützte. Auch von den drei Kindern und inzwischen sechs Enkelkindern macht er nur eins – schwärmen.

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