Unihockey

Mit dem Rücken zur Wand

Die Hot Chilis Rümlang-Regensdorf machen im NLB-Playoff-Halbfinal-Duell gegen Berner Oberland zweimal einen Dreitore- rückstand wett, stehen in der Serie nun aber trotzdem vor dem Aus.

Sabrina Schellenberg steht mit den Hot Chilis nach der Heimniederlage vor 121 Zuschauern im Rümlanger Heuel unter Druck.

Sabrina Schellenberg steht mit den Hot Chilis nach der Heimniederlage vor 121 Zuschauern im Rümlanger Heuel unter Druck. Bild: Leo Wyden

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Am Ende fehlten zehn Sekunden. Zehn Sekunden, und die Hot Chilis hätten sich wie schon am Vortag in die Verlängerung gerettet, die Partie noch für sich entscheiden können. So aber nutzte Vera Meer eine Unaufmerksamkeit in der Furttaler Abwehr und schoss im Rümlanger Heuel den späten Siegtreffer für Berner Oberland. Damit legten die Bernerinnen in dieser Best-of-5-Serie erneut vor, führen nun 2:1 und brauchen nur noch einen Sieg am kommenden Samstag zu Hause in Seftigen, um A-klassig zu werden. Da die höchste Liga der Frauen auf die kommende Saison um zwei Mannschaften aufgestockt wird, steigen die beiden Siegerteams der NLB-Halbfinalserien automatisch auf. «Ein dummer Fehler hat uns den möglichen Sieg gekostet», bemerkt Hot-Chilis-Chefcoach Stephan Wächter am Sonntagabend nach der verlorenen Heimpartie. «Dabei haben wir erneut eine starke Aufholjagd gezeigt.»

Angeschlagene Topskorerin

In der Tat. Wächters Equipe lag nämlich in diesem dritten Halb­finalduell nach gut 30 Minuten mit 1:4 im Hintertreffen. Dann aber machten die Furttalerinnen unter der Führung der ehemaligen tschechischen Internationalen Hanka Lacková Tor um Tor gut. Rund eine Minute nach dem 1:4 schoss die Topskorerin den zweiten Treffer für das Heimteam. Kurz nach Beginn des Schlussdrittels war es dann Sabrina Schellenberg, die ihre Farben auf 3:4 heranbrachte (42.), ehe Lacková, erneut auf Pass von Lea Keller, den Ausgleich realisierte (53.). Wie schon am Tag zuvor im Berner Oberland haben die Hot Chilis einen Dreitorerückstand wettgemacht, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass sie am Samstag das Spiel dank einem Treffer Lackovás in der 5. Minute der Verlängerung hatten für sich entscheiden können.

Zehn Tore hat Rümlang-Regensdorf in den beiden Playoff-Partien am Wochenende erzielt, die Hälfte davon ging auf das Konto der 28-jährigen Hanka Lacková. Und dies, obwohl die Tschechin derzeit an einer Sehnenentzündung im Schienbein leidet und nur mit Schmerzmitteln überhaupt hat auflaufen können. «Hanka ist momentan unsere wichtigste Skorerin, wir haben unter der Woche alles getan, damit sie spielen kann», erklärt Coach Wächter. Mit Vanessa Kapp musste nämlich bereits die zweitbeste Torschützin der Chilis die Saison infolge einer Fussverletzung vorzeitig beenden. «Einen Ausfall Lackovás könnten wir darum nur schwer auffangen», sagt Wächter und verweist auf das vergleichsweise dünne Kader, das ihm in dieser Halbfinalserie zur Verfügung steht. «Aktuell haben wir nicht die Qualität, mit drei Linien durchzuspielen. Dies im Gegensatz zu Berner Oberland.» Die Gegnerinnen seien den Hot Chilis physisch, und wohl auch technisch, leicht überlegen gewesen, gesteht er ein.

Kein Druck vom Vorstand

Einfach wird es also nicht für Rümlang-Regensdorf, die Serie am kommenden Wochenende noch zu drehen. Am Samstag in Seftigen stehen die Hot Chilis mit dem Rücken zur Wand. Trotzdem bleibt Wächter optimistisch. «Niemand verlangt von uns, dass wir aufsteigen, auch der Vorstand nicht. Ich setzte darauf, dass wir ohne Druck aufspielen können.» Anders sieht die Situation im Berner Oberland aus. Der Aufstieg wurde dort offiziell zum Saisonziel erklärt, auf die neue Spielzeit hin ist bereits ein finnischer Coach engagiert worden.

Dass die Hot Chilis nicht aufsteigen müssen, könnte durchaus befreiend wirken. Aber müssen sie, um zu siegen, nicht zumindest aufsteigen wollen? Coach Wächter ist um eine Antwort nicht verlegen: «Ob alle Spielerinnen wirklich in der NLA spielen wollen, weiss ich nicht. Aber dass alle unbedingt gewinnen wollen, da bin ich mir sicher.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 20.03.2017, 17:50 Uhr

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