Beachvolleyball

Mit Leidenschaft und Präzision

Die Klotenerin Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré starten morgen Mittwoch in Fort Lauderdale in ihre zweite gemeinsame Saison. Nach dem erfolgreichen Startjahr sollen nächste Schritte folgen.

Vom eigenen Erfolg überrascht: Wie hier in Gstaad lief es 2017 für Joana Heidrich (links) und Anouk Vergé-Dépré oft besser als  erwartet.

Vom eigenen Erfolg überrascht: Wie hier in Gstaad lief es 2017 für Joana Heidrich (links) und Anouk Vergé-Dépré oft besser als erwartet. Bild: Archivfoto: Keystone

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Im Badeort Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida betraten die Klotenerin Joana Heidrich und die Bernerin Anouk Vergé-Dépré Anfang Februar 2017 erstmals gemeinsam Turniersand. Der 17. Rang, der damals am ­Ende des World-Tour-Turniers der höchs­ten Kategorie (fünf Sterne) heraussprang, bedeutete für die beiden heute 26-Jährigen keinesfalls eine Enttäuschung. Hatten sie doch nach dem Karriereende ihrer bisherigen Mitspielerinnen Na­dine Zumkehr und Isabelle For­rer nicht nur zusammenfinden und sich als Duo aufeinander einstellen müssen, sondern sich auch auf einen Weg begeben, den nur ganz wenige vor ihnen beschritten hatten: Anouk Vergé-Dépré hatte, um mit der 1,90 m grossen Klotenerin optimal zusammenzuspannen, als bereits gestandene Weltklasse-Blockspielerin eine Umschulung zur Abwehrspielerin begonnen. Ein Wagnis – das sich früher als erwartet lohnen sollte.Denn schon im Juni 2017 zogen sie in Den Haag erstmals an einem World-Tour-Turnier gemeinsam in den Final ein. Von da an erreichten Heidrich/Vergé-Dépré international stets mindestens die Achtelfinals. An den Fünf-Stern-Turnieren resultierten gar ein 4. Platz am Heim­event in Gstaad und zweimal Rang 5. Eine Kontinuität, die beide im ersten Jahr nach Vergé-Déprés Rollen- und Seitenwechsel (von rechts nach links) in der Premierensaison noch kaum für möglich gehalten hätten – und die sich im Weltranglisten-Platz 8 an deren Ende widerspiegelte.

Doch die beiden ehrgeizigen Mittzwanzigerinnen geben sich damit noch lange nicht zufrieden. Mit dem Fernziel, der Qualifikation für die Olym­pischen Sommerspiele 2020 in Tokio, im Hinterkopf, kündigt Joana Heidrich an: «Wir wollen dort weiter­machen, wo wir letztes Jahr aufgehört haben, und Schritt für Schritt vorwärtskommen.»

Energie sparen dank Technik

Anouk Vergé-Dépré führt aus: «Wir haben immer noch vieles zu verbessern, aber genau das ist sehr motivierend. Denn wenn wir jetzt schon dieses Niveau erreicht haben, heisst das, dass wir noch viel besser sein können.» Um das zu schaffen, arbeite sie hart und hoffe, sich schrittweise zu verbessern, fügt die Bernerin an.

Joana Heidrich verrät, was ­damit gemeint ist: «Letztes Jahr haben wir oft dank unseres Kampfgeists gewonnen – obwohl im Spielaufbau vieles noch nicht so präzise war. Darum heisst es, dranzubleiben und in dem Punkt Fortschritte zu machen.» Davon versprechen sie sich unter anderem, sich in den frühen Partien eines Turniers leichter zu tun, sprich: öfter auf Basis der guten Technik und Taktik zu gewinnen und so Energie zu sparen. Damit in den Viertel- , Halb- und Finals genügend Power übrig bleibt.

Um dies zu erreichen, haben Joana Heidrich und Vergé-Dépré nach den Ferien im September 2017 und einer ersten Phase mit physischem Aufbautraining ab Mitte Oktober später in der Saison­vorbereitung denn auch schwerpunktmässig an der Abstimmung im Spielaufbau gefeilt: an genauen Annahmen und präzisen­ Pässen, die immer auf den Punkt genau ankommen.

Nach einer derart intensiven, mit sechs Monaten ohne Wettkämpfe auch eher langen Vor­bereitungszeit fühlen sich die Klote­nerin und die Bernerin nun bereit. «Wir sind beide fit, fühlen uns gut und freuen uns mega, dass es wieder losgeht», berichtet Heidrich aus dem fernen Florida, wo das Duo bereits seit rund zwei Wochen trainiert. «Wir haben uns gedacht, wenn wir schon so weit reisen, können wir auch gleich ein Trainingslager anhängen», erklärt Heidrich, «zumal wir hier Top-Bedingungen, sehr angenehme Temperaturen und viele Spitzenteams als Sparringspartnerinnen vor Ort haben.»

Wieder mehr Wettkämpfe

Für das erste Fünf-Stern-Turnier der Saison gibt Joana Heidrich noch kein resultatmässiges Ziel aus. «Für uns ist es das erste Turnier, da geht es vor allem darum, den Spielrhythmus unter Wettkampfbedingungen zu finden und vieles aus dem Training umzusetzen.» Was den weiteren Saison­verlauf angeht, wird die 26-Jäh­rige dafür konkreter: «Wir haben letztes Jahr auf dem 8. Platz in der Weltrangliste aufgehört. Diese Position wollen wir sicher verteidigen.»

Dass es auf dem Weg dorthin heuer wieder mehr Stationen gibt als im Vorjahr, die World Tour und damit auch der Turnierplan des Schweizer Duos markant länger­ ausfallen als in der ersten nacholympischen Spielzeit 2017, begrüsst Heidrich: «Ich bin sehr froh, dass es wieder mehr Tur­niere gibt. Das ist sehr wichtig und gut für unseren Sport.» Auf ein Interview angesprochen, in dem sie preisgab, nicht eben ­gerne mit dem Flugzeug zu reisen, lacht die Klotenerin kurz, und stellt klar: «Das Fliegen ist sicher­ nicht mein Lieblings­aspekt, aber es gehört zum Job. Und wenn wir dafür mehr Turniere spielen können, nehme ich es natürlich gerne in Kauf.»

Saison-Höhepunkte im Juli

Schliesslich gilt für Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré auch in der neuen Saison, in die sie morgen Mittwoch starten: «Wir gehen in jedes Turnier, um es zu gewinnen.» Ob in Fort Lauderdale oder dem grossen World-Tour-Heimevent in Gstaad und der EM in den Niederlanden, die beide als Höhepunkte der Saison im Juli auf dem Plan stehen: Heidrich/Vergé-Dépré dürften ihren Gegnerinnen 2018 das Siegen schwer machen. Mit dem gewohnten Kampfgeist – und voraussichtlich auch mit noch mehr Präzision im Spiel.

Erstellt: 26.02.2018, 19:13 Uhr

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