Zum Hauptinhalt springen

Ohne Umweg in den Superfinal

Dietlikon bezwingt die Red Ants Rychenberg Winterthur im dritten Halbfinalduell 6:2 und zieht ohne Playoff-Niederlage zum dritten Mal in den NLA-Superfinal ein.

Die Dietlikerinnen freuen sich am Ende ihrer sechsten Playoff-Partie der Saison über den sechsten Sieg und den Einzug ins finale Duell um den Titel.
Die Dietlikerinnen freuen sich am Ende ihrer sechsten Playoff-Partie der Saison über den sechsten Sieg und den Einzug ins finale Duell um den Titel.
Leo Wyden

Es war kein richtiger Playoff-Fight an diesem sonnigen Samstagnachmittag in der abgedunkelten Zürcher Sporthalle Hard­au. Das dritte und letzte Duell war lau, mit einer unterhaltsamen Note, wie ein bekömmlicher Früchtetee, aber sicher nichts, das einen umhaut. Den Dietlikerinnen reichten ein paar ausnehmend starke Minuten, in denen sie ihre Klasse aufblitzen liessen. Rychenberg Winterthur hielt zwar gut mit, schoss aus allen Lagen, liess lange nicht locker und war trotzdem nur selten gefährlich. Dass die Red Ants beim Stand von 2:4 respektive 2:5 im letzten Drittel Torhüterin Martina Fauser erst rund eineinhalb Minuten vor Schluss durch eine sechste Feldspielerin ersetzten, sagt viel darüber aus, wie sehr sie noch an den eigenen Erfolg glaubten: nämlich gar nicht.

Red-Ants-Captain Céline Chalverat zufolge täuscht der Eindruck jedoch. «Die Torhüterin rauszunehmen, ist immer eine Lotterie», sagt die ehemalige Dietlikerin. «Wir waren sehr lange davon überzeugt, dass wir das Spiel noch drehen können. Am Schluss war die Hypothek aber einfach zu gross.»Dies wohl auch, weil Dietlikon in diesem dritten Spiel erneut den Anfang machte. Tanja Stella lieferte bereits in der 2. Minute mit einem vortrefflichen Pass auf Karin Güttinger, die knapp verpasste, einen Vorgeschmack darauf, was nur Sekunden später folgte. Dann nämlich bediente Linda Pedrazzoli elegant Isabelle Gerig, die den Ball zum 1:0 für die Gastgeberinnen versenkte. Doch statt weitere spielerische Leckerbissen zu servieren, kochte Dietlikon in der Folge ein eher fades Süppchen aus solider Defensivarbeit und sparsamen Angriffen.

Erst kurz vor der Pause kam wieder Würze ins Spiel: Eine zackige Ballstafette, ausgehend von Captain Linn Lundström über die flinken Juniorinnen Sindy Rüegger und Rahel Rieder, führte zum 2:0. Cheftrainerin Simone Berner erklärt den zwischenzeitlichen Durchhänger im ersten Drittel mit einer taktischen Umstellung: «Wir haben uns zu Beginn dieser Partie leicht defensiver aufgestellt als bis anhin. Diese Änderung hat unser Spiel zugegebenermassen etwas einschlafen lassen, und wir haben es über eine längere Phase nicht geschafft, im richtigen Moment auf Angriff umzuschalten.»

Stellas Antworten

Dass Winterthur die Partie so einfach nicht verloren gab, zeigte sich kurz nach Beginn des Mitteldrittels. Nicole Mattle erzielte auf Pass der ehemaligen Nationalspielerin Andrea Kern den Anschlusstreffer. Bei den folgenden Ausgleichschancen der Red Ants stand Torhüterin Monika Schmid dann aber unbezwingbar zwischen den Dietliker Pfosten. In der 37. Minute angelte sich schliesslich Evelyne Ackermann den Ball hinter dem gegnerischen Tor, und Tanja Stella staubte sauber zum 3:1 ab.

Im letzten Abschnitt machten es die Red Ants aber vorübergehend nochmals spannend. Topskorerin Margrit Scheidegger nutzte in der 44. Minute den ihr grosszügig belassenen Aktionsradius und traf aus bester Abschlussposition. Die Dietliker Antwort darauf lieferte erneut Stella, die nach Spielschluss zur besten Spielerin gekürt wurde. Auf ihren Treffer zum 4:2 konnte Rychenberg Winterthur nicht mehr reagieren. Andrea Streiff (58.) sowie Isabelle Gämperli (59.) sorgten für das Dessert, das zumindest den Dietliker Fans unter den 237 Zuschauenden vorzüglich schmeckte.

«Punkto Effizienz waren sie einfach um Längen besser», zieht Chalverat nach Spielschluss das Fazit aus Winterthurer Sicht. «Wir haben in drei Spielen nur sechs Tore geschossen, so lässt sich eine Serie nicht gewinnen.» Auf der Gegenseite gesteht Simone Berner, dass sie in allen drei Begegnungen nie das Gefühl hatte, das Spiel verlieren zu können. «Wir hatten unsere Hänger, waren aber in den entscheidenden Situationen immer parat», erklärt die Cheftrainerin mit Verweis auf die Reaktion, die ihr Team auf die Anschlusstreffer der Red Ants zeigte.

Schoggihasen müssen warten

Dietlikon qualifizierte sich am Samstag als erstes Frauenteam für den Superfinal, der am Samstag, 22. April, erneut in der Klotener Swiss-Arena zur Austragung kommt. Gestern Sonntag zog dann Titelverteidiger Piranha Chur mit einem 2:1-Sieg im Penaltyschiessen über Bern Burgdorf nach. Gegen Meister Chur könnte Dietlikon die Wachablösung nun also im Direktduell gegen jene Equipe realisieren, die es auch abzulösen gilt.

«Nach den zahlreichen Playoff- und Superfinal-Niederlagen der letzten Jahre haben einige unserer Spielerinnen mit Chur noch eine grosse Rechnung offen», bemerkt Simone Berner. Dietlikon hat bis zum Showdown in Kloten knapp zwei Wochen Pause. «Wir werden sicher ein, zwei Spiele simulieren, um den Rhythmus nicht zu verlieren.» Mehr verrät die Trainerin nicht. Beine hochlagern und Schoggihasen essen müssen die Dietlikerinnen definitiv auf nach Ostern verschieben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch