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Premiere, die ein Zeichen setzt

Die Klotenerin Joana Heidrich hat erstmals mit ihrer neuen Mitspielerin Anouk Vergé-Dépré ein Turnier gewonnen. Der Sieg in Zürich sendet auch international ein positives Signal aus.

Das Zusammenspiel zwischen Joana Heidrich (links) und Anouk Vergé-Dépré wird immer besser – und führt in Zürich zum Turniersieg.
Das Zusammenspiel zwischen Joana Heidrich (links) und Anouk Vergé-Dépré wird immer besser – und führt in Zürich zum Turniersieg.
Adrian Knecht

Im Final um den Turniersieg in der Zürcher Bahnhofshalle trafen Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré auf Barbora Hermannova und Marketa Slukova. Das Wild-Card-Team aus Tschechien nimmt in der aktuellen Beachvolleyball-Weltrangliste die Position 9 ein – nur einen Rang hinter Joana Heidrich, die dort allerdings noch mit ihrer ehemaligen Mitspielerin Nadine Zumkehr geführt wird. Doch da Zumkehr nach dem gemeinsam errungenen 5. Platz an den Olympischen Sommerspielen von Rio de Janeiro 2016 ihren Rücktritt verkündet hatte, Heidrich seit dieser Saison erst mit Anouk Vergé-Dépré antritt und Letztere sich von der Block- auf die Verteidigungsposition umstellen muss, ging das neue Schweizer Spitzenduo nicht eben als Favorit ins Endspiel. Dennoch setzten sich die Klotenerin und die Bernerin in einer phasenweise spektakulären Partie glatt in zwei Sätzen 21:15, 21:14 durch.

Sieg fürs Selbstvertrauen

«Wir haben heute sehr gut gespielt, waren fokussiert und konnten sehr vieles von dem umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten», kommentierte Joana Heidrich zufrieden. «Ich denke, dass wir mittlerweile schon sehr gut zusammenspielen können, was freilich nicht heisst, dass es von jetzt an automatisch immer so gut klappen wird», gab Heidrich zu bedenken. «Wir haben nach oben noch immer viel Potenzial – aber dieser Sieg war sehr wichtig und gibt uns viel Selbstvertrauen.»

Auf ihrem Weg zum Triumph in Zürich gaben Heidrich/Vergé-Dépré in vier Partien keinen einzigen Satz ab und steigerten sich von Spiel zu Spiel. Schon im Halbfinal gegen das derzeit zweitbeste Schweizer Duo, Nina Betschart und Tanja Hüberli, das nach gewonnenem erstem Satz wegen einer Verletzung Hüberlis w. o. an sie ging, hatten die beiden 25-Jährigen mit wuchtigen, platzierten Aufschlägen und einem ruhigen Spielaufbau zu überzeugen gewusst. «Am Angriff scheitert es bei uns sicher nicht» meinte Joana Heidrich dazu.

Im Final legten sie und Anouk Vergé-Dépré auch in Sachen Block- und Verteidigungsspiel zu. «Es geht wirklich von Woche zu Woche besser», erklärten sie unisono. «Ich fühle mich schon viel sicherer als vor ein paar Monaten», fügte Vergé-Dépré an, «ausserdem wissen wir nun, was wir auf dem Feld tun müssen, um uns gegenseitig zu unterstützen.» Im Moment bedeute das in erster Linie: in den Pausen zwischen den Ballwechseln viel miteinander zu kommunizieren, erklärte Heidrich.

Berta gelingt Exploit

Hatte es Joana Heidrichs jüngerer Bruder Adrian im Vorjahr seiner Schwester gleichgetan und sich in Zürich gemeinsam mit seinem Thuner Mitspieler Gabriel Kissling den Turniersieg gesichert, so mussten sich die beiden Nationalspieler heuer mit dem2. Platz begnügen. Im Final unterlagen sie einem Duo, das eigens für das Zürcher Turnier zusammenspannte: Fabio Berta von ZuZu-Beach, der Beachvolleyball-Sektion des VBC Züri Unterland, und Yves Haussener, der 2016 an der Seite seines regulären Partners Florian Breer die Silbermedaille an der U19-WM gewann.

Weil Breer verletzt ausfiel, fragte der junge Basler Berta an, dessen etatmässiger Kompagnon Luca Müller derzeit noch mit Volley Top Luzern in der Hallenvolleyball-NLA im Einsatz steht. «Ich wollte hier spielen, darum habe ich sofort zugesagt» verriet Berta. Nach zwei, drei gemeinsamen Trainings fanden er und Haussener einander schnell. «Wir haben recht gut harmoniert, spielerisch und menschlich hat es sehr gut gepasst», meinte Berta, «das ist aber oft so, wenn man zum ersten Mal mit einem neuen Partner zusammenspielt. Am Anfang läuft es rund, beim zweiten Mal könnte das schon ganz anders aussehen.»

Als Schlüssel zum Erfolg nannte Berta eine gewisse Lockerheit: «Wir konnten hier ganz unbeschwert antreten, während die anderen unter Druck gestanden sind.» Obwohl auch sie im Angesicht des nahenden Erfolgs im zweiten Satz etwas nervöser geworden seien, setzten sie sich am Ende klar 21:13, 21:13 gegen Heidrich/Kissling durch. Berta, der einst wie die Finalgegner auch dem Nationalkader angehört hatte, durfte sich damit über den ersten Turniersieg in Zürich, seinen zweiten insgesamt in der höchsten nationalen Serie A1, freuen.

Der Klotener Adrian Heidrich zog dagegen eine gemischte Bilanz: «Über das ganze Turnier gesehen, können wir zufrieden sein, ist uns doch vieles gelungen und haben wir unsere Leistung abgerufen. Leider ist uns das im Final nicht mehr gelungen.» Eine Erklärung dafür habe er nicht, «wir müssen jetzt aber nach vorne schauen und versuchen, das Positive mitzunehmen».

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