Regensdorf

Raess mit Gold-Demonstration

Jonas Raess sorgte mit seinem Titelgewinn über 5000 m für das Glanzresultat aus regionaler Sicht an den Schweizer Leichtathletik-Meisterschaften in Zofingen. Zusätzlich Erfreuliches und Zukunftsweisendes gabs ebenso.

Jonas Raess vom LC Regensdorf läuft hier in Zofingen seiner Schweizer-Meister-Goldmedaille über 5000 m entgegen.

Jonas Raess vom LC Regensdorf läuft hier in Zofingen seiner Schweizer-Meister-Goldmedaille über 5000 m entgegen. Bild: Keystone

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Eindrücklich und überzeugend war die Vorstellung Jonas ­Raess’. Über die zwölfeinhalb Bahnrunden demonstrierte das LC-Regensdorf-Aushängeschild seine Qualitäten. Sogleich demonstrierte er seine Rolle als Chef im Feld. «Ich übernahm die Führung und wollte nicht, dass das Ganze einschläft», sagte Raess.

Bestimmen von A bis Z aber war nicht die Absicht des 24-Jährigen. Er drosselte sodann den Rhythmus. Als das nichts bewirkte, zog er auf Bahn drei hinaus, sodass die Verfolger die Initiative übernehmen mussten. Das zeitigte Erfolg. «Jetzt konnte ich mich verstecken», meinte der gewiefte Taktiker.

Keine frischen Beine

Kräfte sparen wollte er und «alles auf den letzten Kilometer ausrichten und konzentrieren». Auch das setzte er überzeugend um. In hochklassigen 2:33 Minuten lief er ihn, schneller als alle andern. Und die letzten 400 m sprintete er gar in 57 Sekunden. Das sind Werte, auf denen sich aufbauen lässt. Unterstützend dabei war, dass er mit dem Marokkaner Mohammed Meftah EL Khair aus Genf einen hartnäckigen (wenn auch nicht Titel-berechtigten) Widersacher hatte. Und wie Raess sich durchsetzte, verdient höchste Anerkennung.

Zur Vorbereitung auf die EM trainiert Raess derzeit in St. Moritz. Von dort reiste er am Vortag an. Bereits am Samstagabend fuhr er wieder hoch. «Ich war also nicht ganz frisch angetreten», berichtete er mit einem Schmunzeln. Am kommenden Mittwoch verlässt er die Trainingsbasis erneut und fährt nach Bellinzona. Dort strebt er «einen sehr schnellen 3000-m-Lauf» an.

Nahom Yirga schafft Bestzeit

Ausrufezeichen setzten aber auch zwei ganz junge Unterländer. Nahom Yirga, der 17-Jährige aus Bassersdorf, stiess unerschrocken in den Final über 400 m Hürden vor. Und in dieser auch ohne den verletzten Kariem Hussein stark besetzten Disziplin platzierte er sich auf Rang 5. Seine Leistung war mehr als vielversprechend: er schaffte eine neue persönliche Bestzeit von 52,59 Sekunden. Der Äthiopier vom LC Zürich deutete an, was in ihm steckt.

Und ebenfalls tat dies Selina Fehler. Die 19-Jährige vom LC Regensdorf bewies an ihrer ­ersten Schweizer-Elite-Meisterschaft, bei der sie über 800 und über 1500 m startete, Unerschrockenheit und Talent. Sie musste aber auch Lehrgeld bezahlen. Vor lauter Nervosität «zitterte» sie vor dem Start. Sodann lief sie ­mutig los, aber mit einer Durchgangszeit von rund 60 Sekunden bei Streckenhälfte zu forsch. Auf den letzten 200 m brach sie ein und sah den Medaillentraum entschwinden. Trotzdem zog sie ein zufriedenstellendes Fazit: «Ich wählte eine Offensivstrategie, musste dafür bezahlen, aber ich habe viel gelernt. Und ich darf ziemlich zufrieden sein.»

Erstellt: 15.07.2018, 22:57 Uhr

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