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Schnellstmöglich zurück

Felix Hollenstein als Sportchef und André Rötheli als Trainer sollen Kloten wieder in die National League führen.

Präsident Hans-Ulrich Lehmann (links, rechts sitzt Sportchef Felix Hollenstein) stellte am Tag nach dem Abstieg die Klotener Pläne vor.
Präsident Hans-Ulrich Lehmann (links, rechts sitzt Sportchef Felix Hollenstein) stellte am Tag nach dem Abstieg die Klotener Pläne vor.
Keystone

Um 23.12 Uhr am 25. April war der Abstieg des EHC Kloten in die zweithöchste Liga Tatsache. Gut 15 Stunden später skizzierte Präsident Hans-Ulrich Lehmann die Pläne für die Zukunft in dieser Liga, an deren Namen Swiss League sich die Klotener noch gewöhnen müssen. Aber am liebsten nicht wollen: «Wir sind zwar auf die Schnauze gefallen, aber wir stehen wieder auf», sagte Lehmann. «Schnellstmöglich» soll der Club in die National League zurück. Mit ihm als Präsident – für vorläufig ein weiteres Jahr. Und er verspricht: «Das, was wir falsch gemacht haben, ­machen wir nicht mehr falsch.» Nach einer gewichtigen Korrektur sieht es auf jeden Fall aus. Der Präsident legt die sportliche Kompetenz in erfahrene Hände: Felix Hollenstein (53), langjähriger Spieler, bereits zweimal als Trainer in der NLA im Amt, arbeitet seit gestern offiziell als Sportchef. 34 Jahre ist er im Club, die nächsten zwei Wochen werden sehr hektisch. Denn in 14 Tagen, so hofft er, hat er die Schweizer Spieler für die Swiss League beisammen.

Und so schnell muss die Sache auch über die Bühne gehen. Keiner der laufenden Verträge ist mehr gültig, dazu muss jeder bereits getätigte Transfer (Helbling, Jecker, Steiner, Spiller, Füglister) neu verhandelt werden. Andere Clubs haben auch noch Bedürfnisse und werden sich in Kloten bedienen wollen. Die Abgänge von Denis Hollenstein, Boltshauser, Bieber, Grassi, Leone, Praplan und Stoop stehen fest.

Rötheli sagt wohl zu

6 bis 6,5 Millionen Franken soll das Budget für nächste Saison betragen, auch in der Geschäftsstelle muss abgebaut werden. Für die erste Mannschaft bleiben etwa 4 Millionen, also gut die Hälfte von zuvor. Erste Gespräche haben stattgefunden. Zuerst müssen Schlüsselspieler gehalten werden, die zum Beispiel Schlagenhauf und Kellenberger heissen. Doch die wollen auch wissen, wer der neue Trainer ist. André Rötheli, Coach der Elite-Junioren, der in der Ligaqualifikation aushalf und schon einmal während der Saison mit Niklas Gällstedt an der Bande stand, ist Hollensteins Wunschkandidat. Der 47-Jährige hat die Niederlage gegen die SCRJ Lakers weggesteckt, «es ändert sich nichts, wenn ich mir noch zwei Tage den Kopf darüber zerbreche. Und wir brauchen die Zeit für anderes.» Man merkt: Die Chance, dass er zusagt, ist recht gross. Man müsse in den nächsten Tagen die Dauer und die Zahlen fixieren.

Wichtig bei der Entscheidungsfindung sei auch, was mit den Elite-Junioren passiere. «Die liegen mir extrem am Herzen.» Und obwohl der Präsident für nur ein weiteres Jahr zugesagt habe, «müssen wir über zwei, drei Jahre planen». Die SCRJ Lakers haben es gezeigt: Sie benötigten trotz des erfolgten Umdenkens nach dem Chaos drei Jahre bis zur Rückkehr.

Gällstedt nach Wolfsburg

Rötheli wird allerdings einen neuen Partner brauchen. Niklas Gällstedt, vor drei Jahren für die sportliche Entwicklung im Club aus Schweden geholt, verlässt den Verein. Er wechselt in die DEL nach Wolfsburg. Er trifft dort auf seinen alten Chef, auf Pekka Tirkkonen, den im Oktober 2017 entlassenen Klotener Coach. Von den fünf Ausländern wird keiner bleiben. Tommi Santala, der 2008 nach Kloten kam und stets ein Führungsspieler war, ist, so vernimmt man aus Finnland, für den IFK Helsinki interessant.

Auswirkungen hat der Abstieg auf das Partnerteam EHC Winterthur. Gut einen Block an Nachwuchsspielern, die aus Kloten kamen, müssen die Winterthurer anderweitig rekrutieren.

Lehmann und andere Exponenten zeigten sich «überwältigt» von den positiven Reaktionen, die sie trotz des Abstiegs schon gestern Morgen erhalten hätten. Mike Schälchli, im Verein zuständig für das Marketing, rechnet aus dem Umfeld Kloten mit «praktisch keiner ­Absage. Und ein dritter wichtiger Hauptsponsor kommt in den nächsten ­Wochen dazu.»

Ehrgeizige Ziele

Aber die Werbeeinnahmen eine Liga tiefer sind auch geringer. Von den bisherigen 5,7 Millionen Franken dürften 30 bis 40 Prozent entfallen. «Trotzdem haben wir damit eine Basis, die im Vergleich mit andern Swiss-League-Vereinen sehr gut aussieht.» Schälchli hofft – mit Preissenkungen natürlich –, dass 3000 bis 4000 Saisonkarten verkauft werden können. Das sind ehrgeizige Ziele.

Wie viel – oder wie wenig – durch den Abstieg wirklich kaputtgegangen ist, wird man erst feststellen. Eine erste ­Tendenz kann man in gut zwei Wochen ablesen, wenn feststeht, welche Spieler im Swiss-League-Team des EHC Kloten auftreten.

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