Regensdorf

Selina Fehler schöpft Moral

Die Lokalmatadorin hat für den Höhepunkt am Abendmeeting ihres LC Regensdorf gesorgt. Die Mittelstreckenläuferin siegte über 1500 Meter mit neuer persönlicher Bestzeit.

Der Plan geht auf: Von der Innerschweizer Tempomacherin Seline Scherrer mitgezogen, hängt die Regensdorfer Läuferin Selina Fehler ihre Konkurrentinnen im 1500-Meter-Rennen ab und stellt eine neue persönliche Bestmarke über diese Strecke auf.

Der Plan geht auf: Von der Innerschweizer Tempomacherin Seline Scherrer mitgezogen, hängt die Regensdorfer Läuferin Selina Fehler ihre Konkurrentinnen im 1500-Meter-Rennen ab und stellt eine neue persönliche Bestmarke über diese Strecke auf. Bild: Francisco Carrascosa

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Eine Terminüberschneidung minderte das Niveau der Hauptrennen an der diesjährigen Ausgabe des traditionellen Abendmeetings des LC Regensdorf merklich. Dabei handelte es sich um die Überschneidung mit den gleichzeitigen Team-Europameisterschaften im polnischen Bydgoszcz. Der beste Schweizer und die beste Schweizerin pro Disziplin waren dafür selektioniert. Daher fehlten selbstredend einige potenzielle Regensdorf-Starter heuer auf dem Wisacher. Allen voran das Aushängeschild des organisierenden Vereins: Jonas Raess. Der Universiade-Sieger von Mitte Juli in Neapel lief für die Schweiz über 3000 Meter in Polen.

Einen Höhepunkt mit Lokalkolorit gab es am Samstagabend dennoch: den 1500-Meter-Lauf der Frauen. Die U-23-EM-Finalistin Selina Fehler sorgte für das Ausrufezeichen. Sie gewann das sorgfältig inszenierte Rennen – die Clubkollegin Ravenna Gassmann sorgte für den Rhythmus auf den ersten 800 Metern, anschliessend führte die Innerschweizerin Seline Scherrer weitere 300 Meter. Und Selina Fehler beschränkte sich nicht einfach auf ein kluges Rennen und den Tagessieg, sondern nutzte die gute Vorarbeit der Tempomacherinnen. Die bald 21-Jährige verbesserte ihre eigene Bestmarke über die Distanz – und zwar deutlich, um 5,43 Sekunden auf 4:25,37 Minuten.

Novum in der Vorbereitung

Die Parforceleistung über die 1500 Meter verlangte der Medizinstudentin, die sich zuletzt auf die 800-Meter-Strecke konzentriert hatte, sichtlich einiges ab. «Ich bin diese Distanz seit gut einem Jahr nicht mehr gelaufen, das hat es schwierig gemacht», kommentierte sie hernach im Zielraum. Der neuen Bestzeit zum Trotz räumte sie ein, sie habe nicht exakt einzuschätzen gewusst, «was es leiden mag». Zwar lief sie ziemlich regelmässig, dem Optimum aber wähnte sie sich noch fern. Und dazu sah sie ein Indiz: «Im Vergleich zu den 800-Meter-Rennen habe ich heute viel mehr wahrgenommen.» So etwa die Speakerstimme und den Inhalt der Worte. Und noch etwas sagte sie: «Ich bin zu zögerlich gelaufen.»

Erst am Vortag war Selina Fehler aus dem Höhentraining in St. Moritz angereist. «Auch das war neu für mich», sagte sie und schloss: «Aber das Resultat stützt den Versuch.» Vom jüngsten Trainingsaufenthalt in der Höhe schwärmte sie generell: «Ich konnte zielgerichtet arbeiten, und das Ambiente mit den vielen Läufern hat mich beflügelt.» Damit spielte sie auf die Gegenwart Laura Muirs an, Europas aktuell beste 800- und 1500-Meter-Läuferin aus Grossbritannien. Fehler konnte sie während des Trainings auf der Bahn hautnah beobachten. Auch das könnte in den kommenden Wochen für Schwung sorgen.

Weitere Ausrufezeichen

Im Hinblick auf die kommenden Einsätze an den Schweizer Meisterschaften der Elite und des Nachwuchses präsentierten sich zahlreichen Athletinnen und Athleten in guter Verfassung. Hervorzuheben gilt es im 1500-Meter-Rennen der Männer den Schweizer Meister des Vorjahres über 800 Meter, Pascal Furtwängler vom TV Länggasse Bern. Er siegte in 3:45,59 Minuten souverän. Mit 3:56,90 stellte der 21-jährige Timo Sutter vom LC Regensdorf (LCR) über dieselbe Distanz eine neue persönliche Bestmarke auf.

Eine famose Steigerung gelang auch seiner Clubkollegin Karin Disch (22) über 400 Meter. Die U-23-EM-Teilnehmerin über 400 Meter Hürden steigerte sich auf der Flachstrecke um fast zwei Sekunden auf 56,40 Sekunden. «Cool, das zeigt, dass auch über die 400 Meter Hürden noch einiges möglich ist», meinte sie. Ihre LCR-Clubkollegin Michelle Gröbli (18) absolvierte die 400 Meter in 58,37 Sekunden, und die erst 14-jährige Trinity Eberhard durchbrach mit 59,18 erstmals die Minutengrenze. Sie setzte sich damit an die Spitze der nationalen U-16-Jahresbestenliste.

Erstellt: 11.08.2019, 23:54 Uhr

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