Dielsdorf

Siegreiter Julien Lemée tritt zurück

Mit sieben Siegen und zwölf Platzierungen kürte sich Julien Lemée aus Riedt zum diesjährigen Champion-Jockey der Hindernisreiter. Jetzt hängt der 34-Jährige die Rennstiefel an den Nagel und zieht die Fussballschuhe an.

Starkes Duo: Julien Lemée mit dem braunen Wallach Blingless meisterte in Aarau jedes Hindernis und wird Champion-Jockey. Der Schimmel Billy Fly ist der erfolgreichste Steepler der Schweiz.

Starkes Duo: Julien Lemée mit dem braunen Wallach Blingless meisterte in Aarau jedes Hindernis und wird Champion-Jockey. Der Schimmel Billy Fly ist der erfolgreichste Steepler der Schweiz. Bild: Werner Bucher

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Mit vier Ritten an den Pferde­rennen gestern in Maienfeld ­wollte Julien Lemée nach 17 Jahren im Rennsattel seine Abschiedsgala geben. Weil das Geläuf zu tief und für Pferd und Reiter zu gefährlich war, wurde auch der zweite Renntag abgesagt. Allerdings hofft der im Zwischenklassement der Hindernisreiter uneinholbar führende Lemée, dass die eine oder andere Prüfung noch nachgeholt werden kann. Wie auch immer, Lemée kann auf eine erfolgreiche Saison und Kar­riere mit über 60 Siegen in der Schweiz zurückblicken. Sein halbes Leben lang bestreitet der gebürtige Franzose, der seit neun Jahren in der Schweiz lebt und mit seiner Lebenspartnerin Nicole Dalmus und dem Sohn in Riedt wohnt, Pferderennen. Dabei hat Lemée sich zum Hindernisspezialisten entwickelt und ist Stall-Jockey bei Claudia Schorno aus Stadel.

Die Besitzerin und Trainerin von einem halben Dutzend Vollblü­ter lobt ihn als «zuverlässigen sattelfesten Reiter, der sämt­liche Hindernisparcours in der Schweiz kennt.» Dazu gehört auch die Jagdbahn mit dem Diagonalkurs in Dielsdorf, auf der Lemée in diesem Jahr mit Blingless den Grossen Preis der Stadt Zürich gewonnen hatte. Der neun­jährige Wallach belegt mit zwei Siegen, vier Geldplatzie­rungen und einer Gewinnsumme von 23 060 Franken den zweiten Platz im Klassement der besten Hindernispferde hinter dem Schimmel Billy Fly, der eine Platzierung mehr und eine Gewinnsumme von 24 130 Franken aufweist.

Viele gebrochene Knochen

Trotz seiner Routine blieb Ju­lien Lemée von schweren Stürzen nicht verschont und musste zahlreiche Knochenbrüche auskurieren. Sein letzter Sturz an Weihnachten bei einem Hürden­rennen in Cagnes sur Mer hinterliess bis heute Spuren. Der Reiter bekennt denn auch: «Ich will aufhören, so lange ich noch einigermassen gesund bin, und ich freue mich, dass ich nicht mehr hungern muss!»

Claudia Schorno, die dank den Ritten von Lemée mit sieben Siegen­ das Hindernis-Championat als Besitzerin und Trainerin gewinnt, versteht Lemées Entscheid und sagt: «Ich weiss noch nicht, wie es in der Reiterfrage weitergeht. Julien war rund vier Jahre lang unser Stall-Jockey und kennt jedes Pferd.» Für die Stadlerin, die zusammen mit ihrem Freund Franck Cousin seit neun Jahren den Rennstall betreibt, war es die erfolg­reichste Saison. Sie musste jedoch auch den Verlust eines Pferdes hinnehmen.

Lemée arbeitet weiterhin im Stall bei Trainer Karl Klein und spielt nun in seiner Freizeit Fussball bei den Dielsdorfer Senio­ren. Dort eifert er seinem Sohn nach, der nebenan auf dem GC-Campus in Nieder­hasli zu den hoffnungsvollen Jungtalenten zählt. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.10.2017, 21:11 Uhr

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