Bachenbülach

Starke Gäste auf dem Brueder

Die Unterländer werden von Roman Bickel angeführt. Cédric Galli und Raphael Kiener hoffen auf Heimvorteil.

Shane Dändliker (blau) vom Zürichsee und Beda Arztmann aus Ossingen standen im vergangenen Jahr im Schlussgang. Die beiden sind 2019 wieder dabei. Dazu kommen weitere Siegesanwärter.

Shane Dändliker (blau) vom Zürichsee und Beda Arztmann aus Ossingen standen im vergangenen Jahr im Schlussgang. Die beiden sind 2019 wieder dabei. Dazu kommen weitere Siegesanwärter. Bild: Sibylle Meier

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Am Pfingstmontag findet oberhalb von Bachenbülach der traditionelle Bruederschwinget statt. Unter dem Patronat des Schwingklubs Zürcher Unterland werden rund 40 Aktivschwinger und 80 Buben aus der ganzen Nordostschweiz sowie Gäste vom Schwingklub Beckenried zum Kräftemessen im Sägemehl erwartet. Gleichzeitig werden ein Steinstossen für jedermann und ein Nachwuchswettkampf für Nationalturner ausgetragen.

Elia Müllers grosse Chance

Der gastgebende Schwingklub Zürcher Unterland tritt mit fünf Aktiven an, angeführt vom Kranzschwinger Roman Bickel aus Hochfelden. Nach seinem Kranzgewinn am Kantonalschwingfest im Mai darf man auf Bickels Tagesform gespannt sein. Einen Heimvorteil erhoffen sich auch die Nachwuchstalente Cédric Galli (Schleinikon) und Raphael Kiener (Schöfflisdorf), die auf dem Brueder eine Auszeichnung anstreben. Auf den Tagessieg hingegen sind die Chancen der Unterländer angesichts der gemeldeten Gäste gering. Als stärkste Konkurrenten sind ­Shane Dändliker vom Schwingklub Zürichsee rechtes Ufer und als einziger eidgenössischer Kranzschwinger der Zürcher Oberländer Fabian Kindlimann zu nennen. Die Winterthurer entsenden unter anderen Beda Arztmann, während vom Schwingklub Beckenried die Kranzschwinger Benno Käslin und Simon Zimmermann ein Wort um den Tagessieg mitreden werden. Beim Nachwuchs rechnet sich insbesondere der 13-jährige Steinmaurer Elia Müller grosse Chancen auf den Kategoriensieg aus. Auch dieses Jahr sind die Nationalturner dabei, die einen Nachwuchswettkampf mit einer Kombinationswertung aus Schwingen und Vornotendisziplinen bestreiten. Parallel zum schwingerischen Wettkampf wird ein Steinstossen für jedermann ausgetragen. Umrahmt wird das volkstümliche Geschehen durch den Jodelklub Bülach, und für das leibliche Wohl sorgt eine gemütliche Festwirtschaft im Grünen.

Programm von 8 bis 17 Uhr

Die Wettkämpfe im Nationalturnen, Schwingen und Steinstossen beginnen am Pfingstmontag um 8 Uhr und dauern bis etwa 17 Uhr. Auskunft über die Durchführung erteilt Telefon 1600 (Region 044, Rubrik 2) ab Pfingstsonntag. Die Zufahrt zum Festplatz ist ab Ortseingang Bachenbülach signalisiert.

Erstellt: 06.06.2019, 23:35 Uhr

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Das Bruedersteinstossen war eine «Bier-Idee»

Alljährlich findet auf dem Berghof ob Bachenbülach neben dem Bruederschwingen auch das Bruedersteinstossen für alle statt. Die Idee dazu hatte vor mehr als 20 Jahren der inzwischen verstorbene ehemalige Besitzer des Berghauses. Als Fuhrmann der Brauerei Hürlimann traf er beim Ausliefern einer Ladung Bier in einer Kneipe in der Zürcher Langstrasse auf eine Gruppe von Steinstössern, deren prahlerische Rede ihn sagen liess: «Was die können, schaffen wir auch.» Damit war 1997 der Stein auf dem Brueder angestossen. Seither messen sich jedes Jahr rund 150 Teilnehmende in unterschiedlichen Kategorien; anmelden können sich alle, und das gleich vor Ort.
Ein 40-Kilo-Brocken
Der schwerste Stein, der am Pfingstmontag durch die Luft fliegt, wiegt 40 Kilogramm. Kaum mehr als zwei Dutzend Männer würden sich jeweils an diesen Brocken wagen, erklärt der 38-jährige Landwirt Beat Meier, der das Steinstossen seit 2005 mitorganisiert. Im letzten Jahr katapultierte Sieger Martin Laimbacher aus Galgenen den mit dem Bachenbülacher Wappen verzierten Brocken auf 4,85 Meter. Wer etwas weniger Gewicht vorzieht, kann sich am 20-Kilo-Stein versuchen, jener für die Frauen wiegt 10 Kilogramm. Zusätzlich wird das Zielsteinstossen durchgeführt, das auch Kindern offensteht und bei dem ein beliebiger Stein möglichst zielgenau auf 3,5 Meter geworfen werden soll.
Die Steine stammen alle vom umliegenden Acker und liegen übers Jahr auf dem Festgelände frei herum. Nur der 40-Kilo-Klotz werde in einem Raum im Berghaus aufbewahrt, verrät Beat Meier. Angst, dass die gewichtigen Wettkampfgeräte geklaut werden könnten, hat er nicht. «Wir horten ja keinen Unspunnenstein», meint er lachend dazu und spielt damit auf den sagenumwobenen Granitblock aus dem Bernbiet an, der seit 2005 wieder als verschollen gilt und dessen Kopie nun in einem Tresor lagert.
Blumen, Zopf und Käse
Unaufgeregt und authentisch sind auf dem Brueder auch die Preise, mit denen die besten drei Steinstösser und Steinstösserinnen jeder Kategorie ausgezeichnet werden. Die Frauen werden mit einem Blumenstrauss, einem Zopf und einem guten Stück Käse belohnt, die Männer mit Zopf und Käse. Letzteren gibt es übrigens für alle Platzierten, das Stück Emmentaler verliert einfach von Rang zu Rang ein klein wenig an Gewicht.
Marisa Kuny

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