Wallisellen

Toprennen mit Erkenntnissen

Dem Walliseller Top-Triathleten Sven Riederer gelang beim Ironman 70.3 Bahrain mit Rang 3 das beste Ergebnis auf der Langdistanz.

Schnell unterwegs auf dem Velo war der Walliseller Sven Riederer nicht nur hier in Rapperswil-Jona, sondern auch vorgestern Samstag beim Ironman 70.3 Bahrain.

Schnell unterwegs auf dem Velo war der Walliseller Sven Riederer nicht nur hier in Rapperswil-Jona, sondern auch vorgestern Samstag beim Ironman 70.3 Bahrain. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eigentlich hatte der 36-jährige Routinier anders geplant gehabt. Nach seinem Ironman-Debüt vor bald zwei Monaten in Barcelona (12.) erklärte er seine erste Saison auf der Langdistanz für beendet. Doch innert zwei Wochen sah sich der Unterländer veranlasst, dieses Vorhaben auf den Kopf zu stellen. «Ich habe in jenem Ironman viel gelernt und verspürte die Lust, die Erkenntnisse sofort umzusetzen und zu testen», sagte er. Und er plante um.

Ein Entscheid, der sich nun bezahlt machte. Sven Riederer glückte in Bahrain über die 1,9 km Schwimmen, 90 km Velo und 21,1 km Laufen das wertvollste und beste Resultat seit seinem Abschied von der olympischen Distanz und seinem Halb-Ironman-Debüt ziemlich exakt vor einem Jahr. «Das war wirklich ein sehr gutes Rennen, und ich bin happy, die Saison so und mit einem tollen Gefühl abschliessen zu können», sagte er. Die Anpassungen, vor allem Sitzposition auf dem Velo und gezieltes und intensives Krafttraining, zeitigten Erfolg. Das widerspiegelt sich primär im Rang. Nachdem Riederer nach dem Veloabschnitt als Fünfter vielversprechend unterwegs war, gelang ihm der Halbmarathon mit der zweitbesten Laufzeit bravourös. Um zwei Positionen verbesserte er sich. Zuletzt überholte er Javier Gomez (ESP), den Weltmeister, der als Favorit angetreten war.

Und das Geschehene nahm Riederer mit Freude wahr: «Bis jetzt konnte ich mit meinen Darbietungen nicht vom Anspruch der Weltklasse reden. Dieses jüngste Resultat zeigt mir aber, dass genügend Potenzial in mir steckt.» Perspektiven macht er aus, einen Fokus. Im Ungewissen hatte er sich vor diesem Saisonschlussrennen gefühlt, nachdem die verschiedenen Puzzleteilchen nie wirklich zusammengepasst hatten. «Ich kanns packen», äussert er jetzt zuversichtlich. Riederer glaubt, dass er diese Art der Rennen und deren Vorbereitung ein gutes Stück entschlüsselt hat. Diese Gewissheit lässt ihn mit neuer Inspiration in Richtung nächste Saison blicken. Festgelegt auf die Fixpunkte hat er sich dabei noch nicht. Nicht zuletzt vom Austausch mit seinen Ironman-erfahrenen Triathlon-Kollegen Ruedi Wild und Ronnie Schildknecht (7. in Bahrain) verspricht er sich weitere Gewissheit.

Neuer Status

Und dass in dieser Disziplin und Szene viel Unberechenbares und Spannendes steckt, sah Riederer nicht zuletzt im Ausgang des Männer- wie des Frauen-Rennens. Die beiden Haushochfavoriten, die Weltmeister Javier Gomez (ESP) und Daniela Ryf (Solothurn) mussten auf sehr ähnliche Weise ihre Ambitionen auf die Preisgeldsumme von je einer Million Dollar in der Schlussphase abschreiben. «Plötzlich schwand die Energie, und ich hatte kein Rezept, die Angriffe der Nachfolgenden zu parieren», berichtete die tief enttäuschte Ryf, die wie Riederer Platz 3 belegte. Als Sieger feiern liessen sich: Holly Lawrence (GBR) (vor der Deutschen Anne Haug) und Kristian Blummenfelt (NOR).

Erstellt: 26.11.2017, 22:06 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles