Kunstturnen

Yusofs WM-Chancen bleiben intakt

Der Bülacher Eddy Yusof sichert sich an den Schweizer Meisterschaften in Romont zum dritten Mal in Folge den Titel an den Ringen sowie Bronze am Barren. Sein Teamkollege Sascha Coradi holt Silber am Boden.

Eddy Yusof bereitet sich auf seine Barrenübung vor, die schliesslich erfolgreich über die Bühne geht. Der Bülacher wird Dritter.

Eddy Yusof bereitet sich auf seine Barrenübung vor, die schliesslich erfolgreich über die Bühne geht. Der Bülacher wird Dritter. Bild: Freshfocus

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Auftakt in den Wettkampf in Romont gelang den beiden Spitzenturnern vom TV Bülach ausgezeichnet. Sascha Coradi begann am Boden mit einem souveränen Auftritt. Die Note von 14,400 wurde bis zum Schluss nur von Benjamin Gischard überboten. Da seit drei Jahren die Gerätefinals nicht mehr ausgetragen werden, bedeutete dies zugleich Silber für Corardi am Boden. Weniger erfolgreich war der Bülacher an seinem Schlussgerät, dem Reck. Zweimal musste er das Gerät verlassen, und auch den Ausgang konnte er nicht in den Stand turnen, sodass er im Mehrkampf bis auf den 11. Schlussrang zurückgereicht wurde.

Auch Eddy Yusof startete stark. Am Reck zeigte er eine gelungene Übung mit vier Flugelementen, einzig beim Ausgang, einem Doppel-Tsukahara, musste er die Landung mit einem Ausfallschritt korrigieren. Am Boden, seine zweite Disziplin, turnte er gut und erhielt eine 14,200.

Ein «Zwick» im Rücken

Für die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht sichtbar verspürte Eddy Yusof während der Bodenübung einen «Zwick» im Rücken, sodass er den Rest des Wettkampfes mit Schmerzen turnte. Die Folge waren zwei Stürze. Vor allem am Pferd konnte er seinen Weltklassesprung, den Yeo gebückt – Radwende gefolgt von einem Doppelsalto rückwärts gebückt – nicht auf die Füsse bringen. «Ich habe alles versucht und Vollgas gegeben, aber es wollte nicht gelingen», sagt Yusof, der hinsichtlich der WM-Qualifikation nicht Forfait geben wollte. Diese Schweizer Meisterschaften wurden zugleich als Qualifikation für die Weltmeisterschaften vom 4. bis 13. Oktober in Stuttgart gewertet.

An den Ringen überzeugte Eddy Yusof mit seinen Kraft- und Schwungelementen und der schwierigsten Übung der ganzen Konkurrenz. Mit der Note 14,466 (Schwierigkeit 5,5) konnte er damit den Titel an den Ringen zum dritten Mal in Serie gewinnen. Hinzu kam für ihn die Bronzemedaille am Barren.

WM-Selektion erfolgt heute

Am Ende wurde Eddy Yusof im Mehrkampf Fünfter. «Abgesehen von den zwei Stürzen bin ich sehr zufrieden, vor allem mit der Leistung an den Ringen, die hohe Note hat mich überrascht, da ich in den ersten zwei WM-Qualifikationen nicht so gut weggekommen bin.» Mit diesem Resultat wahrte sich Eddy Yusof zugleich die Chance auf einen der fünf Startplätze an der WM. Der Schweizerische Turnverband wird heute Dienstag die Selektion bekannt geben. Am Sonntag verzichtet Eddy Yusof dann auf den Start im «Duell», dem im Cupsystem ausgetragenen, neuen Wettkampfformat, das anstelle der Gerätefinals ausgetragen wird. «Ich will den Rücken schonen, am Montagmorgen gehe ich sofort in die Physiotherapie und werde auch in der kommenden Woche mit tiefer Belastung trainieren», meint Eddy Yusof dazu.

Pech für Marco Rizzo

Grosses Pech in Romont hatte Marco Rizzo (Kutu Freienstein-Rorbas). Gleich beim Startgerät Barren vergriff er sich nach dem dritten Element so unglücklich, dass er sich eine Fingerverletzung zuzog und aufgeben musste. Der amtierende Junioren-Schweizer-Meister Ian Raubal (TV Opfikon-Glattbrugg), der seit Mitte August neu im Verbandszentrum Magglingen trainiert, turnte in Romont seine erste SM bei der Elite. Um seinen schmerzenden Ellbogen nicht zu überlasten, verzichtete er auf den Start am Pauschenpferd. Insgesamt hinterliess der 18-Jährige einen guten Eindruck.

Erstellt: 09.09.2019, 21:34 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles