Zürich

Zürcher HB in Händen der Heidrichs

An der ersten Station der höchsten nationalen Beachvolleyball-Turnierserie A1 haben die Klotener Geschwister Heidrich für Furore gesorgt.

Adrian Heidrich?(links) und Gabriel Kissling gewinnen in Zürich erstmals ein Turnier der Schweizer Top-Serie.

Adrian Heidrich?(links) und Gabriel Kissling gewinnen in Zürich erstmals ein Turnier der Schweizer Top-Serie. Bild: Adrian Knecht

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Joana Heidrich feierte ihren ersten Turniersieg im Zürcher Hauptbahnhof – und ihr jüngerer Bruder Adrian zog tags darauf mit dem Finalgewinn nach.

Samstagabend, 17.38 Uhr, in der Zürcher Bahnhofhalle: Vor voll besetzten Rängen in der tem­porären Beachvolleyball-Arena steigt Joana Heidrich in die Luft und verwertet mit einem mustergültigen Block den ersten Matchball. Mit 21:14, 21:15 haben sich Heidrich und Nadine Zumkehr gegen das neu formierte Duo mit den zwei ehemaligen ZuZu-Bea­cherinnen Nina Betschart und Tanja Hüberli durchgesetzt. Die Klotenerin springt erneut in die Luft, diesmal vor Freude, die sie hernach in einer herzlichen Umarmung mit ihrer Berner Mitspielerin teilt. Keine Frage: Auch wenn dieser Erfolg keine Punkte für die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele von Rio de Janeiro im August bringt, Emotionen löst er dennoch aus. «Ich freue mich über jeden Sieg, und dass es zum ersten Mal auch an meinem Heimturnier in Zürich geklappt hat, ist natürlich besonders schön», kommentiert Heidrich. Sagt es – und verabschiedet sich. Bevor es für sie noch am selben Abend weiter zum Flughafen geht und von dort aus nach China, wo an zwei World-Tour-Turnieren wichtige Punkte für die Olympiaqualifikation zu vergeben sind, möchte sie noch die nächste Partie anschauen.

Denn nun steht ihr um drei Jahre jüngerer Bruder Adrian Heidrich auf dem Feld, im Viertelfinal mit seinem Thuner Beach-Partner Gabriel Kissling. Im ersten Satz gegen die Österreicher Simon Baldauf/Florian Schnetzer zeigt sich das auf die vergangene Saison hin formierte Schweizer Nationalkader-Duo von seiner besten Seite. Der 2,07 Meter gross gewachsene Klotener punktet nicht nur mit seinen Blocks, sondern glänzt auch mit wuchtigen Angriffen und Aufschlägen. Auch durch die soliden Annahmen zeigt der 21-Jährige, welch grosse technische Fortschritte er in den vergangenen Monaten erzielt hat. Gabriel Kissling wiederum, der heute Montag seinen 24. Geburtstag feiert, versteht es, mit genauen Pässen Heidrich ideal in Szene zu setzen, und punktet mit genau platzierten Angriffen und Aufschlägen.

Dabei ergänzen Adrian Heid­rich und Gabriel Kissling einander mehr als nur spielerisch. Der international erfahrenere Thuner wirkt auf dem Feld als ruhender Pol. «Ich bin sicher der Emotionalere von uns beiden», beschreibt Heidrich, «Gabriel kann mich beruhigen, wenn ich zu laut werde oder mich zu sehr aufrege.» Auch Kissling schätzt dies: «Es ist besser, wenn zwei mit unterschiedlichem Temperament zusammenspielen. Wenn beide laut sind, kommt es nicht gut, und sind beide zu ruhig, kann keiner den anderen pushen.» Auch wenn das Duo zu Beginn auf Geheiss der Trainer am Nationalen Leistungszentrum in Bern zusammengeführt wurde, spannen Heidrich und Kissling gerne zusammen. «Es ist eine ideale Lösung», sagt Heidrich. «Ich hoffe, dass wir länger zusammen spielen können, vielleicht ja bis Tokio 2020», ergänzt Kissling, «nach einigen Wechseln in der Vergangenheit wünsche ich mir mehr Kontinuität, und in Adrian steckt immer viel Potenzial, nur schon aufgrund seiner Grösse.» Nachdem sich beide in der ersten Saison als Team in der nationalen Rangliste auf den 5. Platz vorgeschoben haben, stehen heuer für Adrian Heidrich und Gabriel Kissling erste gemeinsame Erfahrungen auf dem internationalen Sand auf dem Plan. In den höchsten Turnieren hierzulande wollen sie «regelmässig Podestplätze erreichen», wie Heidrich umschreibt. Ein Ziel, das sie zum Saisonauftakt in Zürich erreicht – und mit dem ersten Turniersieg auf dieser Stufe sogar übertroffen haben.

Am Ende fehlt nur eines

Nachdem Adrian Heidrich und Gabriel Kissling den Viertelfinal gegen die Österreicher Baldauf/Schnetzer nach dem gewonnenen ersten Satz noch aus der Hand gegeben hatten, kämpften sie sich mit einem klaren 2:0-Erfolg über die Nationalteam-Kollegen Quentin Métral/Michiel Zandbergen in den Halbfinal vor. Dank eines 2:1-Siegs über die Deutschen Max-Jonas Karpa/Valentin Begemann zogen sie am Sonntag ins Endspiel ein. Und nach einem 21:18, 21:16 über die Schweizer U17-Weltmeister Florian Breer/Yves Haussener stand schliesslich am Ende des letzten Turniertages auch Adrian Heid­rich zuoberst auf dem Podest. «Gegen die zwei Jungen waren wir die grossen Favoriten – trotzdem ist es uns gelungen, unser Spiel konsequent durchzuziehen und sie zu Fehlern zu zwingen», schilderte Heidrich, «ich bin sehr glücklich, dass uns der Start in die Schweizer Turniersaison so gut gelungen ist.» Nach dem Triumph in seiner ersten Turnierteilnahme in Zürich überhaupt bedauerte Adrian Heidrich nur eines: «Schade, dass die Siegerehrung der Frauen schon am Samstagabend war. Joana ist jetzt schon in China.» ()

Erstellt: 10.04.2016, 21:59 Uhr

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