Dielsdorf

Zuerst Hawaii, dann das Babybettchen

Zum Saisonschluss will Jan van Berkel in Hawaii in die TOP 10. Der stärkste Ironman des Landes will in zwei Wochen endlich eine Rechnung begleichen.

Noch hat Jan van Berkel den Hawaii-Code nicht geknackt, am 12. Oktober soll es nun endlich klappen mit dem Top-Ten-Platz.

Noch hat Jan van Berkel den Hawaii-Code nicht geknackt, am 12. Oktober soll es nun endlich klappen mit dem Top-Ten-Platz. Bild: Keystone

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Heuer kam Jan van Berkel keine Heirat dazwischen. «Alles ist etwas berechenbarer», sagt der 33-jährige Dielsdorfer und meint damit den Rummel nach dem Sieg am Ironman Switzerland in Zürich und die Vorbereitung für das Treffen der weltbesten Langdistanztriathleten auf Hawaii.

Im Sommer 2018 hatte er es in Zürich im siebten Anlauf erstmals zuoberst aufs Podest geschafft. Van Berkel war angekommen, sportlich – und auch privat. Fünf Tage nach dem lang ersehnten Triumph an seinem «Heimrennen» gab er seiner Partnerin Sarah Meier an der zivilen Trauung in Regensberg das Ja-Wort, bevor er sich dann im Oktober aufmachte in Richtung Hawaii, um am Saisonfinale ein erstes Mal in die Top Ten zu steuern. Daraus wurde dann allerdings nichts: Magenkrämpfe, eine Zeitstrafe, Platz 24 – das die harte Realität nach einem Sommer im siebten Himmel.

Unbestrittene Nummer 1

In diesem Jahr nun doppelte Jan van Berkel bei der letzten Durchführung des Ironman Switzerland in Zürich (neuer Austragungsort wird Thun) nach. Er hatte das Rennen unter Kontrolle und auch nach seinem starken Auftritt bei der Derniere alles im Griff: «Ich wusste jetzt, was auf mich zukommt, und konnte es etwas gelassener angehen.» Die ihm so wichtige Bestätigung war geglückt, nun war er die unbestrittene Schweizer Nummer 1 über die volle Distanz. Seine langjährigen Konkurrenten und Mitstreiter Ronnie Schildknecht und Ruedi Wild konnten sich nicht für Hawaii qualifizieren. Der Walliseller Sven Riederer, der in Zürich Zweiter wurde, beendete nach dem Rennen seine lange Karriere und verzichtete auf die Teilnahme am Saisonfinale.

«Ich bin immerhin bei vier Teilnahmen dreimal ins Ziel gekommen.»Jan van Berkel über seine Hawaii-Bilanz.

Die zwei Siege in Zürich, das sei wie Himbeer- und Erdbeerglace, hatte Van Berkel gleich nach seiner Titelverteidigung gemeint. Nicht ganz so süss sind hingegen die Gedanken, die er mit Hawaii verbindet. Auf der Insel wurde er bislang eher schlecht bedient und mit Plätzen ausserhalb der Top Ten abgespeist. 2015 übertrat er sich den Fuss und landete auf Platz 39, im Jahr darauf kollabierte er und musste nach der Radstrecke aufgeben, 2017 schob er sich ohne Zwischenfälle auf Platz 21 und fand das Resultat «ganz okay». Letztes Jahr folgte dann ein weiteres Rennen zum Vergessen.

«Maximal motiviert»

Scheitern sieht trotzdem anders aus. Wer am Gipfeltreffen der Ironman-Weltelite dieses unberechenbare Rennen mit seinen Wellen, böigen Winden und hohen Temperaturen zu Ende zwingt, hat viel gewonnen, zuvorderst Respekt. Hawaii sei kein Wunschkonzert, meint Van Berkel. «Ich bin immerhin bei vier Teilnahmen dreimal ins Ziel gekommen.» Gleichwohl gibt er zu, dass er mit der Insel noch eine Rechnung offen hat, am 12. Oktober will er es unter die ersten zehn schaffen. Die Voraussetzungen dafür sind gut, oder noch besser, wenn man Van Berkels Superlativen vertraut. Er sei «absolut fit» und «maximal motiviert», sich seinen 54 Konkurrenten zu stellen, sagt er. Damit meint er auch, dass ihn der Sieg in Zürich zwar entspannt, nicht aber genügsam gemacht hat. Für Jan van Berkel ist die Hawaii-Teilnahme ein Privileg, dem er auch als werdender Vater seine ganze Aufmerksamkeit schenkt. «Im Moment bin ich nicht einmal Sarah eine Hilfe beim Einrichten des Babybettchens», gibt er zu. Dafür bleibt zum Glück nach dem Wettkampf noch etwas Zeit: Das erste gemeinsame Kind wird im Januar erwartet.

Erstellt: 26.09.2019, 22:46 Uhr

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