Leichtathletik

Raess trotzt dem Herbststurm

Auch nach dem dritten Wisacher-Cross heisst der Elite-Sieger Jonas Raess. Im Hinblick auf den weiteren ­Saisonverlauf ist der Erfolg für den Lokal­matador des LC Regensdorf wichtig. Bei den Frauen ­gewann Delia Sclabas.

Der spätere Gewinner Jonas Raess (links) vom LC Regensdorf spürt bis zur Rennhälfte auf dem Wisacher seinen Verfolger Luca Noti im Nacken.

Der spätere Gewinner Jonas Raess (links) vom LC Regensdorf spürt bis zur Rennhälfte auf dem Wisacher seinen Verfolger Luca Noti im Nacken. Bild: Leo Wyden

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Die Dynamik seiner Schritte, die Kraft und die Frequenz darin entsprachen auch auf den letzten Metern der acht Einkilometerrunden um die Wisacher-Sportanlage höheren Ansprüchen. Dennoch zeigte sich im Gesicht von Jonas Raess die Anstrengung. Als «sehr hart» beschrieber die knappe halbe Stunde, die hinter ihm lag. Er sagte: «Der Wind war das Schlimmste, dazu ist der tiefe Boden gekommen.»

Der Aussage liess sich sofort zustimmen. Die Windböen von Westen entsprachen einem hef­tigen Novembersturm, und der tiefe Boden raubte zusätzlich Kraft. Doch trotz der schwierigen Kombination von Bodenbeschaffenheit und Turbulenzen in der Luft wurde Raess seiner Favoritenrolle gerecht. Zwar wählteder Berner Luca Noti, der 3000-Meter-Schweizer-Meister in der Halle, eine Risikostrategie.

Er setzte sich Raess an die Fersen. Doch nach der Hälfte der Distanz setzte sich Raess ab. «Ich habe meinen Rhythmus durchzuziehen vermocht», sagte der 23-Jährige erfreut. Die einzelnen Rundenzeiten unterstreichen die Aussage: 3:09 Minuten, 3:19, 3:14, 3:20, 3:23, 3:22, 3:29 und zum Abschluss 3:19 lief der Spitzenläufer des LC Regensdorf. Der Kilometerdurchschnitt von 3:17 Minuten illustriert, wie anspruchsvoll das Laufen war. Er kam zudem trotz eines Sturzes in der Schlussrunde zustande.

Zwei Wochen zuvor noch hatte Jonas Raess seine 10-Kilome­ter-Bestleistung auf der Strasse von 29:27 Minuten erreicht. Das ­bedeutet, dass er dort jeden Kilometer gut 20 Sekunden schneller gelaufen war als nun auf dem tiefen Boden unweit des Wisacher-Sportplatzes. Trotzdem hielt er zu Recht fest: «Der Formaufbau in Richtung EM stimmt.» U23-Sieger Luca Noti büsste bis ins Ziel 38 Sekunden auf Raess ein.

Sclabas vor Tresch

Umstrittener verlief das Rennen bei den Frauen. Delia Sclabas, die U20-Europameisterin über 3000 Meter vom vergangenen Sommer, setzte sich an die Spitzeund hielt diese, obwohl auch dienoch nicht 17-Jährige einen Sturz (Grube in der Wiese) zu verzeichnen hatte. In der vierten und letzten Runde hielt sie die spätere Frauensiegerin Martina Tresch in Schach, die zwei zusätzliche Runden zurückzulegen hatte. «Hoffentlich hat das Malheur keine gesundheitlichen Folgen», sagte Sclabas. In ihrer Kategorie bedeutete der Sieg die Direkt­nomination.

Halbmarathon-EM-Teilnehme-rin Tresch konnte damit leben, hinter der Nachwuchshoffnung ins Ziel zu laufen: «Ich habe mich nicht besonders gut gefühlt und hatte Respekt vor dem Parcours und dem steifen und kräfte­zehrenden Gegenwind», sagte die 28-Jährige aus Rüti. Sie peilt ebenfalls die Teilnahme an der EM in vier Wochen in der Slowakei an. Fabienne Schlumpf, die Topfavoritin auf den Sieg im Frauenrennen, musste wegen eines Todesfalls in der Familie kurzfristig absagen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.11.2017, 11:47 Uhr

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