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Djokovics achter Titel und die Rückkehr auf Platz 1

Der Serbe schafft in extremis die erfolgreiche Titelverteidigung beim Australian Open. Nach 1:2-Satzrückstand bezwingt er Dominic Thiem mit 6:4 im fünften Satz.

Thiems letzter Fehler in einem hochklassigen Final: Djokovic gewinnt die Australian Open zum achten Mal. (Quelle: SRF)

Fast genau vier Stunden waren gespielt, als die letzte Vorhand von Dominic Thiem neben die Seitenlinie segelte. Ein Fehler, der symptomatisch war für die Schlussphase: Novak Djokovic hatte sein Niveau noch einmal angehoben, der Österreicher, der im Turnierverlauf rund sechs Stunden mehr auf dem Platz gestanden war, seinerseits hatte nach phasenweise grossartigem Tennis etwas nachgelassen.

Damit ist Djokovic der dritte Spieler, der ein Grand-Slam-Turnier mindestens achtmal gewonnen hat. Gleiches ist Roger Federer in Wimbledon gelungen, Rafael Nadal steht in Roland Garros sogar mit zwölf Titeln da. Besonders beeindruckend ist Djokovics Finalbilanz in der Rod Laver Arena: 8:0.

Eindrückliche Wende

Anfang des vierten Satzes hatte einiges darauf hin gedeutet, dass erstmals seit dem US Open 2014 und Marin Cilic wieder ein Premierensieger bei einem Grand Slam gekürt würde. Vieles sprach für Thiem, der die letzten beiden Sätze gewonnen und klar Oberwasser hatte.

Djokovic wirkte in dieser Phase angeschlagen und hatte bereits ein medizinisches Timeout ausserhalb des Platzes genommen. Da wählte er allerdings eine für ihn unübliche Taktik, kürzte die Ballwechsel öfters ab und suchte sein Heil vor allem am Netz. Und dies sehr erfolgreich, er fand immer besser in Spiel und holte sich dann nach einem schwachen Servicegame Thiems die 5:3-Führung und kurz danach den Satzausgleich.

Djokovic zurück auf dem Tennis-Thron

Djokovic fährt damit mit seiner Aufholjagd fort. Er hat nun 17 Grand-Slam-Trophäen auf seinem Konto, zu Rafael Nadal fehlen noch zwei, zum Rekord von Roger Federer deren drei. Als Dessert übernimmt er zudem die Weltranglisten-Spitze wieder von Nadal, Federer bleibt vor Thiem auf Platz 3. Der Österreicher hat nun seine drei ersten Major-Finals verloren und Thomas Muster, der das French Open 1995 gewonnen hatte, bleibt vorerst einziger Major-Champion aus der Alpennation.

Djokovic, der nach dem Halbfinalsieg gegen Roger Federer einen Ruhetag mehr gehabt hatte als sein Gegner, wollte dem Herausforderer sofort klarmachen, wer der Chef im Viereck ist und führte nach einem Blitzstart nach wenigen Minuten 3:0. Doch dann kam Thiem besser ins Spiel und glich zum 4:4 aus, ehe er sich im zehnten Game zum Satz wieder breaken lassen musste. Den Satzball verwertete er dann mit einem Doppelfehler gleich selber.

Als Thiem nahe am Sieg war

Im zweiten Satz sah es dann ziemlich umgekehrt aus. Thiem gelang ein frühes Break und Djokovic glich auf 4:4 aus. Doch dann kostete ihn ein katastrophales Aufschlag-Game das 4:5 und viele Nerven. Zweimal wurde er zusätzlich verwarnt, weil er sich vor dem Aufschlag zu viel Zeit nahm. Wenig später servierte Thiem aus.

Und schaffte dann gleich mit vier weiteren Games die Vorentscheidung im dritten Satz. Dass Djokovic in einer wichtigen Phase einer Partie sechs Games in Serie abgibt, das kommt fast nie vor. Kurz darauf nutzte Thiem seinen vierten Satzball zur 2:1-Führung.

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