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Starke Schweizer Turner im Mehrkampf-Final

Eddy Yusof und Pablor Brägger liefern im Mehrkampf-Final eine starke Leistung ab. Nach einem fehlerfreien Wettkampf erreichen die beiden im Feld der besten 24 die Ränge 12 und 16.

Starke Vorstellung im Mehrkampf-Final: Eddy Yusof den olympischen Wettkampf als Zwölfter ab
Starke Vorstellung im Mehrkampf-Final: Eddy Yusof den olympischen Wettkampf als Zwölfter ab
Keystone

Als Eddy Yusof und Pablo Brägger ihre letzte Übung an den Ringen jeweils in den Stand gebracht hatten, freuten sie sich zurecht. Die beiden zeigten in der Rio Olympic Arena einen nahezu fehlerlosen Auftritt und rehabilitierten sich mit 87,914 respektive 87,383 Punkten für die enttäuschende Leistung der Schweizer Mannschaft in der Qualifikation, als die STV-Riege das grosse Ziel in Rio, den Einzug in den Team-Final, nach einem fehlerhaften Wettkampf verpasst hatte.

Den beiden Schweizern war der Auftakt in den Wettkampf sehr gut geglückt. Brägger zeigte einen weniger schwierigen Sprung als in der Qualifikation, wo er gestürzt war. Yusof kam am Barren und am Reck im Gegensatz zum Vorkampf ohne Patzer durch, womit sowohl Yusof (7.) als auch Brägger (9.) nach der Hälfte des Pensums in den Top Ten lagen. Der Rückstand Yusofs auf den späteren Olympiasieger Uchimura betrug dabei nach drei Geräten nur 0,8 Punkte.

Die Schweizer zogen ihr Programm auch danach ohne grobe Schnitzer durch, fielen aber an ihren tendenziell schwächeren Geräten noch etwas zurück. Mit den Plätzen 12 und 16 erreichten sie aber das beste Mehrkampf-Ergebnis der Schweizer Männer an Olympischen Spielen seit Sepp Zellweger und Markus Lehmann, die 1984 in Los Angeles die Ränge 11 und 12 belegten. Die beiden hatten damals allerdings vom Boykott des Ostblocks profitiert.

Uchimura blieb hauchdünn vorne

Den Kampf um Gold entschied in einem Kopf-an-Kopf-Rennen Kohei Uchimura gegen Oleg Wernjajew mit weniger als einem Zehntel Vorsprung für sich. Die Entscheidung fiel am letzten Gerät Reck, als Uchimura den 22-jährigen Ukrainer, der den Wettkampf seines Lebens zeigte, noch vom Thron stiess. Dieser hatte den besten Mehrkämpfer der Geschichte in der Qualifikation noch deutlich in die Schranken gewiesen. Der Entscheid des Kampfgerichts entsprach nicht dem Gusto des Publikums, das nach dem Erscheinen der letzten Wertung Wernjajews pfiff.

Uchimura verhinderte damit um ein Hauch seine erste Niederlage in einem Mehrkampf an internationalen Titelkämpfen seit Peking 2008, als er bei seiner Olympia-Premiere Silber gewonnen hatte. Seither gewann der 27-Jährige sechs WM-Titel im Mehrkampf in Serie und Gold an den Sommerspielen 2012 in London. Erst als vierter Turner der Geschichte schaffte es der 27-Jährige, zweimal in Folge Olympia-Gold im Mehrkampf zu gewinnen. Zuvor hatten dies nur der Italiener Alberto Braglia (1908/1912), der Sowjetrusse Viktor Tschukarin (1952/1956) sowie der Japaner Sawao Kato (1968/1972) geschafft. Sein grösstes Ziel in Rio hatte Uchimura bereits am Montag mit dem Gewinn der Goldmedaille mit dem Team, dem einzigen Erfolg, der ihm in seinem Palmarès noch gefehlt hatte, erreicht.

Der in Donezk aufgewachsene Wernjajew verpasste den grössten Erfolg seiner Karriere nur um einen Hauch und hätte ebenso wie Uchimura den Sieg verdient gehabt. Der Mehrkampf-Europameister und Weltmeister am Barren von 2015 war im Alter von sieben Jahren zum Kunstturnen gekommen. Heute trainiert er in Kiew sechs Tage die Woche sieben Stunden täglich. Wernjajew ist bekannt dafür, viele Wettkämpfe zu bestreiten. Im Herbst wird er zwei Monate in der deutschen Bundesliga antreten, dazwischen wird er auch am Swiss Cup Zürich im Hallenstadion antreten, den er im vergangenen Jahr an der Seite von Angelina Kysla gewann.

SDA

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