Zum Hauptinhalt springen

Supercup soll nur der Anfang sein

Handball-Meister Thun steht in der NLA-Saison, die heute beginnt, vor Herausforderungen. Schaffhausen fordert Wacker, auch mit Supercup-Sieger Pfadi Winterthur ist zu rechnen.

Der Bülacher Cédrie Tynowski (von rechts) freut sich mit dem Niederhasler Stefan Freivogel sowie Filip Maros über den Supercup-Sieg.
Der Bülacher Cédrie Tynowski (von rechts) freut sich mit dem Niederhasler Stefan Freivogel sowie Filip Maros über den Supercup-Sieg.
Deuring Photography

Es wäre eine grosse Überraschung, wenn der Schweizer Handballmeister der Männer 2019 nicht Wacker Thun, Kadetten Schaffhausen oder PfadiWinterthur heissen würde. Allerdings wird es für die Berner Oberländer ein äusserst schwieriges Unterfangen, den Titel erfolgreich zu verteidigen. Der Verlust der in die Bundesliga abgewanderten Leistungsträger Lukas von Deschwanden (Stuttgart) und Lenny Rubin (Wetzlar) wiegt schwer. Das Duo erzielte in der vergangenen Meisterschaft zusammen nicht weniger als 406 Tore. Ausserdem erklärte Captain Roman Caspar den Rücktritt.

Insgesamt aber sind die Thuner nach wie vor gut aufgestellt. Im Aufbau verstärkten sie sich mit dem Schweizer Internationalen Ron Delhees von den Kadetten Schaffhausen sowie mit dem Dänen Philip Holm aus Esbjerg. Letzterer ist der einzige Ausländer im Kader von Wacker, das in der vergangenen Saison lediglich mit Schweizern gespielt hat. Zunächst muss sich zeigen, wie gut die Thuner die Doppelbelastung aufgrund der Teilnahme an der Champions League verkraften werden.

Umbruch bei den Kadetten

Während Martin Rubin seine zwölfte Saison an der Seitenlinie der Berner Oberländer in Angriff nimmt, setzen die Kadetten nach der titellosen Saison mit Petr Hrachovec auf einen neuen, alten Trainer. Der 45-jährige Tscheche war bereits von September 2008 bis Oktober 2012 Headcoach der Schaffhauser und führte diese zu drei Meistertiteln und einem Cupsieg sowie in den Final des EHF-Cups. Seither verbrauchten die Kadetten nicht weniger als sechs Trainer.

Nun soll wieder Kontinuität in der Nordschweiz Einzug halten. Der Auftrag an Hrachovec ist klar: Titel gewinnen. Das ist insofern eine tückische Aufgabe, als sich die Mannschaft im Umbruch befindet. Neun Abgängen, unter anderen Manuel Liniger (Karriereende), stehen sieben Zuzüge gegenüber, wovon drei aus dem eigenen Nachwuchs. Einer der Neuen ist Zarko Sesum, zuletzt Captain des Bundesligisten Göppingen. Der 32-jährige Rückraumspieler stellt mit seiner immensen Erfahrung, 2012 gewann er mit Serbien EM-Silber, auf und neben dem Feld einen qualitativen Gewinn für die verjüngte Equipe dar. «Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, die wieder für Einsatz, Kampfgeist, Freude und positive Emotionen stehen soll», sagte Manager David Graubner.

Die Winterthurer greifen an

Pfadi Winterthur stand seit 2011 viermal im Final um den Schweizer-Meister-Titel, zuletzt in diesem Mai gegen Wacker Thun (1:3 Siege), dennoch müssen die Eulachstädter weiter auf den ersten Meistertitel seit 2004 und den zehnten ihrer Klubgeschichte warten. Als grosses Plus, um die Durststrecke zu beenden, könnte sich die neue Arena Win4 erweisen. Diese soll nicht für nur eine bessere Atmosphäre an den Heimspielen sorgen, sondern ermöglicht auch eine Erhöhung des Pensums von fünf auf acht fixe Trainings pro Woche. Der Auftakt glückte zur Wettkampfpremiere in der neuen sportlichen Heimat jedenfalls mit einem souveränen 26:17-Sieg über Wacker Thun im Supercup.

Damit setzten die Winterthurer bereits einen Teil ihrer Zielsetzung in die Realität um. Sie lautet unverändert: «Titel holen», sagt Trainer Adrian Brüngger. «Am liebsten mal die Meisterschaft. Das ist unser bisher unerfüllter Wunsch.» Auf jeden Fall aber will der Pfadi-Trainer mit seinem Team in den Playoff-Final vorstossen «und dort unsere beste Leistung abrufen». Auf dem Weg dahin wollen die Pfader zwei Dinge ändern: «Erstens mehr gesunde Spieler aufs Feld bringen und zweitens eine bessere Quote im Abschluss erreichen.»

Der erste der beiden Punkte betrifft auch die beiden Bülacher im Kader des Cupsiegers. Rechtsaussen Joël Tynowski schmerzt noch immer die Hüfte, sodass er im Supercup ebenso geschont wurde wie sein jüngerer Bruder Cédrie, der wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel draussen blieb. Die Rückkehr der beiden Linkshänder könnte den diesbezüglichen latenten Mangel im Team lindern. Der 22-jährige Cédrie Tynowski wurde zudem zum neuen Captain des Teams gewählt. Im neuen Amt unterstützt ihn Stefan Freivogel als einer von zwei Vizecaptains. Der Nieder­hasler Abwehrspezialist gilt weiterhin als sicherer Wert und grosser Rückhalt seines Teams in diesem Bereich.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch