Rio 2016

Die Schweiz verabschiedet sich als Siegerin aus Rio

Die Olympischen Spiele in Rio sind Geschichte. Aus Schweizer Sicht waren sie ein Erfolg. Viel Arbeit bis zu den nächsten Spielen in Tokio wird vor allem das IOC haben.

Ein goldiger Abschluss für Nino Schurter: Der Bündner gewann am Sonntag in Rio das Cross-Country-Rennen. Bild: Keystone

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Nach dem zähen Start sind die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro besser in Schwung gekommen, was auch mit den zunehmenden ­Erfolgen Brasiliens zusammenhing. An den Zauber von Sydney, Peking oder London kam Rio weiterhin nicht heran. Nur der Olympiapark und die Copacabana verströmten wirkliche olympische Ambiance. Zudem war das brasilianische Interesse an Ereignissen, die nicht das eigene Land betrafen, relativ mässig – Klassiker wie Usain Bolt, ­Michael Phelps oder die ­US-Basketballer ausgenommen.

Die ersten Olympischen Spiele in Südamerika verliefen solid, sportlich hochstehend und eigentlich bestens organisiert. Rio hat gute Arbeit geleistet; ­Bedenken, die während der Vorbereitung aufgekommen waren, bestätigten sich nicht. Allfällige Terrorgefahr wurde mit viel Aufwand unterdrückt. Die Mücken und Zika erwiesen sich erwartungsgemäss als Medienhype, der Rio leider Zehntausende von Besuchern aus dem Ausland gekostet hat. Rugby und Golf stellen eine Bereicherung des Programms dar, in vier Jahren ist Sportklettern die nächste. ­

Tokio 2020 wird anders, in der Bevölkerung breiter abgestützt und mit viel olympischer ­Begeisterung ablaufen. Bis dahin hat das Internationale Olympische ­Komitee (IOC) eine Lösung für das grösste Problem im Sport zu ­finden. Die Diskussionen um die Teilnahmeberechtigung russischer Athletinnen und Athleten direkt vor den Spielen war peinlich und amateurhaft. IOC, Weltdopingagentur und Sportverbände sind dringend genötigt, einen einheitlichen Weg gegen Doping zu finden und ihn konsequent gemeinsam zu gehen.

In bestem Licht hat sich die Schweiz präsentiert – bezüglich Ausbeute und generellen Auftritts. Sie ist, strukturiert und zielgerichtet arbeitend, eine der Siegerinnen dieser Spiele. Das offizielle Vorhaben der Delegation mit fünf Medaillen war schon nach der ersten Woche ­erreicht. Letztlich sind es sieben Medaillen und 18 Diplome, deutlich mehr als 2012 in London. Die sieben Medaillen gabs in ­sieben Sportarten, was zeigt, wie gut vielenorts an der Basis, in Vereinen und Verbänden, ­gewirkt wird. Man mag etwas ­hämisch zum Nachbarn im ­Osten blicken, der es in London und Rio total auf eine Bronzene brachte. Halten die Schweizer diesen Kurs und wird mit der gleichen Intensität weitergemacht, kann Tokio 2020 zur nächsten Erfolgsgeschichte werden. Die von Swiss Olympic geforderte zusätzliche Bundesförderung von 15 Millionen Franken jährlich wäre dabei gewiss hilfreich. Spitzensport hat eine animierende Ausstrahlung auf die Breite und ist eine gut angelegte Investition ins Image sowie Selbstverständnis eines Landes.

Erstellt: 21.08.2016, 22:42 Uhr

Ein Kommentar von Sportchef Urs Stanger

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