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Wawrinkas erfolgreiche Achterbahnfahrt trotz Übelkeit

Der Romand besiegte Andreas Seppi erst nach mehr als dreieinhalb Stunden 4:6, 7:5, 6:3, 3:6, 6:4. Er hatte zudem mit einem Virus zu kämpfen.

Der Matchball im 5-Satz-Krimi. Quelle: SRF

Mit einem halben Bein war Andreas Seppi schon in der 3. Runde. Das vermeintlich entscheidende Break im fünften Durchgang zum 4:3 sicherte er sich nach einem Ballwechsel von 24 Schlägen. Auffallend Seppis perfekte Bilanz bei Breakchancen: Er nützte 5 von 5. Anschliessend hatte er noch Spielball zum 5:3, liess dann aber etwas nach, während Wawrinka sein Niveau hielt und die letzten drei Games gewann.

Der Romand war im Platzinterview erleichtert: «Ich bin sehr glücklich, dass ich noch dabei bin und in zwei Tagen wieder spielen darf. Es hätten wirklich beide gewinnen können.» Seppi ist ein unangenehmer Spieler, der auch über die Qualität verfügt, seinen Gegner schlecht aussehen zu lassen. Und so ging es auch Wawrinka: Erst Mitte des zweiten Satzes – und nach einer höhepunkt- und emotionsarmen ersten Phase – fand er besseren Zugriff auf den Südtiroler, der in Melbourne auch schon Roger Federer bezwungen hatte. Auslöser war eine Diskussion Wawrinkas mit der Stuhlschiedsrichterin und dem Supervisor, nachdem er eine Verwarnung wegen Ballwegschlagens kassiert hatte, sie setzte neue Energien frei. Seppi servierte dann bei 5:4 zwar noch zur 2:0-Satzführung, Wawrinka steigerte sich in jener Phase aber und schaffte noch den Satzausgleich.

Partie beinahe noch entglitten

Anschliessend zeigte der Romand,weshalb er alle acht bisherigen Hartplatz-Duelle gegen den fast gleichaltrigen Mann aus Kaltern gewonnen hatte: Wawrinka stand nun viel näher an der Linie, zog die Grundschläge mehr durch und erzeugte auf beiden Seiten Druck. Mit zunehmender Spieldauer gewann er so mehr und mehr die Oberhand. Wawrinka hatte die Ziellinie bereits im Blickfeld, als ihm die Partie doch noch temporär entglitt: Vier Breakchancen konnte er im siebten Game des vierten Satzes nicht verwerten, es waren so etwas wie kleine Matchbälle. Anschliessend spielte der Südtiroler noch solider und hatte auch immer wieder im richtigen Moment aus seiner Sicht Netzroller.

Am Samstag wartet nun ein komplett anderer Gegner auf Wawrinka: Er trifft auf John Isner, den als Nummer 29 gesetzten US-Amerikaner mit Top-Ten-Vergangenheit, der sich in erster Linie auf seinen Aufschlag verlässt. In den ersten beiden Runden hat er in total sieben Sätzen 78 Asse geschlagen, 46 und 32. Sein rhythmusarmes Spiel hat Wawrinka schon öfter Probleme bereitet: Im Head-to-Head steht es 3:1 für Isner, er hat die letzten drei Vergleiche für sich entschieden. Wawrinkas einziger Erfolg liegt elf Jahre zurück.

Zweimal in die Katakomben

Die letzten zwei Tage hatte Stanislas Wawrinka im Bett verbracht. Er sei seit dem Auftaktspiel flachgelegen und nur einmal aufgestanden, um einen Arzt auszusuchen, sagte Wawrinka nach dem Marathon-Match. Am Donnerstagnachmittag habe er erstmals wieder trainiert, um zu sehen, ob und wie es gehe. Während der Partie gegen Seppi musste er zudem zwei Mal den Platz verlassen, um sich zu übergeben.

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