Kunstturnen

Eddy Yusofs Auf und Ab

Für den Bülacher endete der Mehrkampf-Final an der EM in Stettin mit einem 14. Schlussrang enttäuschend. An einzelnen Geräten liess Eddy Yusof sein Talent aber aufblitzen.

Der Bülacher Eddy Yusof wagt am Barren eine neue Übung und wird dafür im Mehrkampf-Final mit einer hohen Wertung belohnt. Foto: Keystone

Der Bülacher Eddy Yusof wagt am Barren eine neue Übung und wird dafür im Mehrkampf-Final mit einer hohen Wertung belohnt. Foto: Keystone

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Eddy Yusof zeigte an der EM im polnischen Stettin einen soliden Qualifikationswettkampf und zog als Zwölfter in den Mehrkampffinal der besten 24 ein. Im Finale vom Wochenende wollte er dann vor allem fehlerfrei durchkommen. Doch es kam anders: Bereits am Startgerät, dem Pauschenpferd, musste er beim «Wandern vorwärts» das Gerät verlassen.

Auch im Sprung passte nicht viel zusammen und Yusof konnte nur mit viel Glück einen Sturz verhindern. Er bekam «nur» eine 13.000. Dabei hatte er an diesem Gerät in der Qualifikation mit dem Weltklassesprung «Lu Yu Fu» (Yeo gebückt – Radwende gefolgt von einem Doppelsalto rückwärts gebückt) und der hohen Wertung von 14,700. Bereits nach der ersten Wettkampfhälfte im Final war klar, dass der Bülacher sein Resultat der letzten Einzel-EM 2017 in Rumänien, wo er starker Neunter geworden war, nicht würde verbessern können.

Stark am Barren

Eddy Yusof gab jedoch nicht auf: «So, nun zeige ich noch etwas», sagte sich der 24-Jährige und wechselte an den Barren, mit dem er sowieso noch eine kleine Rechnung offen hatte: In der Qualifikation hatte er eine neue Übung gewagt und eine Stemme vorwärts in den Diamidov (Vorschwung mit ganzer Drehung in den Handstand) gezeigt.

 «Ich wusste um das Risiko, aber ich wollte diese Übung unbedingt turnen»

Diese Sequenz war ihm zwar gelungen, doch danach hatte er Mühe. «Ich wusste um das Risiko, aber ich wollte diese Übung unbedingt turnen», erklärt Yusof und ergänzt: «Wenn man ein Risikoelement an einem Wettkampf immer wieder herausnimmt, wird man nie so weit kommen, es auch wirklich zu turnen.» Yusofs Hartnäckigkeit wurde belohnt. Zwei Tage nach dem Verpassen des Barrenfinals zeigte er im Mehrkampffinale die Übung fehlerfrei und erhielt dafür die hohe Wertung von 14,633 Punkten. Dieser Wert hätte für den Einzug in den Einzel-Final gereicht.

Mit Blick auf die WM

Auch am Reck und am Boden turnte Eddy Yusof gut, sodass der zweite Teil des Wettkampfes für ihn versöhnlich endete. «Ich bin noch am Grübeln, weiss nicht genau, wie ich die EM nun einordnen soll», gestand der Bülacher nach seinem letzten Einsatz. «Physisch bin ich auf guten Weg und mental habe ich nun einen weiteren Grossanlass in meinem Rucksack, was für die Vorbereitung auf die WM nicht schlecht ist», ergänzt er.

Im Oktober wird in Stuttgart die WM ausgetragen. Dann wird sich entscheiden, ob die Schweizer als Team an den Olympischen Spielen in Tokio 2020 werden starten können. Doch zuerst hat Yusof nun Ferien. Sein nächstes grosses Ziel ist der Start Mitte Juni am Eidgenössischen Turnfest in Aarau.

Erstellt: 16.04.2019, 16:28 Uhr

Mboyo verpasst auch WM

An der EM in Stettin nicht dabei war der 20-jährige Henji Mboyo (TV Opfikon-Glattbrugg). Am DTB-Pokal Mitte März in Stuttgart hatte er aufgrund von Schulter-Oberarmschmerzen seine Ringübung abbrechen müssen. Die medizinische Abklärung hat inzwischen ergeben, dass die Sehne zum Bizeps angerissen ist, was das Bewegungstalent zu einer Pause zwingt. «Zum Glück muss ich diesmal nicht operieren», versucht Mboyo die Sache positiv zu sehen. Bitter für ihn ist, dass er die WM im Oktober ebenfalls verpassen wird.

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