Miami macht Verlieren zur Vereinsstrategie

Dieses Jahr lohnt es sich in der NFL besonders, das schlechteste Team der Liga zu sein. Das haben offenbar auch die Miami Dolphins erkannt.

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16:17 unterliegen die Miami Dolphins am Sonntagabend den Washington Redskins. Es ist die fünfte Niederlage in Serie. Neben den Dolphins haben bislang auch vier weitere Teams der NFL noch kein einziges Spiel gewonnen. Gut möglich, dass Miami absichtlich verloren hat.

Auf das schlechteste Team wartet ein Top-Spieler

Grund dafür sind durch die NFL geschaffenen Anreize. Eine Regelung der Liga sieht vor, dass sich alle Teams jährlich Spieler aus einem Pool von Jungtalenten aussuchen dürfen, wobei die schlechtest platzierte Mannschaft zuerst wählen darf. Und nächstes Jahr soll auf die NFL ein Weltklasse-Spieler warten: Der Quarterback Tua Tagovailoa gilt als eines der grössten Talente der vergangenen Jahre, spielt zurzeit bei der College-Mannschaft Alabama Crimson Tide und wird 2020 in die NFL wechseln.

Teams, die sich ohnehin keine grossen Chancen auf den Titel ausrechnen – wie die Miami Dolphins – machen von der Regelung Gebrauch. Eingefleischte Fans scheinen mit der Vorgehensweise des Vereins einverstanden: «Ich hoffe so sehr, dass die Dolphins verlieren», meint etwa Simon Clancy, Dolphins-Anhänger seit Jahrzehnten und Gastgeber im Dolphins-Podcast «3 Yards per Carry». Er gehört zu den rund 75 Prozent, die sich für diese Taktik aussprechen. Grund für die breite Zustimmung dürfte auch die lange Durststrecke der Dolphins sein. In den 70ern gewannen die Miami Dolphins zwei Mal den Super Bowl. Seitdem blieben grössere Triumphe aus.

Strategie des absichtlichen Verlierens in der NBA

Die Strategie der Dolphins wird auch als «Tanking» bezeichnet und führt auf Sam Hinkie zurück. Hinkie war von 2013 bis 2016 Manager des Basketball-Teams der Philadelphia 76ers. Jahrelang spielten die 76ers auf durchschnittlichem Niveau. Unter der Führung Hinkies brach der Verein mit einer Horror-Serie von 28 verlorenen Spielen einen Liga-Rekord. Insgesamt drei Jahre lang konnten (oder wollten) die 76ers kein Spiel mehr gewinnen. Durch die schlechten Platzierungen erhielt der Verein mehrere Jahre in Serie die besten College-Spieler. Die Strategie zahlt sich heute aus. Seit 2018 gelten die 76ers als Titelkandidat in der NBA. (boq)

Erstellt: 14.10.2019, 18:31 Uhr

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