Schurter und Ryf sind die Grössten

Nino Schurter ist erstmals Schweizer Sportler des Jahres. Bei den Frauen gewinnt Daniela Ryf zum zweiten Mal.

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Nino Schurter und Daniela Ryf sind Schweizer Sportlerin des Jahres. Das Lob konnte nicht grösser sein und kommt von allen möglichen Seiten, von Trainern, Teamkollegen, Konkurrenten und Journalisten: Nino Schurter ist der Roger Federer des Mountainbike-Sports, ist seit geraumer Zeit zu hören und zu lesen.

Tatsächlich gibt es einige Parallelen zwischen dem Tennis-Maestro und dem Mountainbike-Dominator. Auf Nino Schurter ist Verlass; er prägt die Cross-Country-Szene seit bald zehn Jahren massgeblich. Zum sechsten Mal gewann der 32-jährige Bündner 2018 den Weltcup, zum vierten Mal in Folge wurde er in diesem Jahr Weltmeister. Der insgesamt siebte WM-Titel war sein schönster. Er gewann ihn in Lenzerheide, keine 30 Minuten vor seiner Haustür in Chur, vor Schweizer Publikum und Rekordkulisse.

Nino Schurter mit seiner Premieren-Trophäe. (Quelle: SRF)

Der Heimsieg war das nächste Meisterstück des Perfektionisten. Noch nie war der Rummel um seine Person vor einem Wettkampf derart gross wie vor der diesjährigen WM. Freunde, Bekannte, Fans, Sponsoren und Journalisten – so viele Leute wollten etwas vom Lokalmatador, der sich auf bestem Weg befindet, den zurückgetretenen Franzosen Julien Absalon als erfolgreichsten Mountainbiker abzulösen.

Der Olympiasieger von 2016 meisterte auch diese Herausforderung so, wie er es meist in seiner Karriere getan hat. Mit perfekter Planung, minutiöser Vorbereitung und feinem Gespür für das richtige Mass in allen Belangen vor dem Wettkampf. Und mit einem perfekten Rennen unter maximalem Druck. Der Italiener Gerhard Kerschbaumer, der zweitbeste am WM-Tag, konnte sein Tempo am längsten mitgehen. Schliesslich triumphierte Schurter gleichwohl solo. Besonders süss war der Erfolg auch deshalb, weil Schurter im Ziel seine Tochter Lisa in die Arme nehmen konnte.

Daniela Ryf 2018 ungeschlagen

Daniela Ryf beendete das Jahr 2018 ungeschlagen. Sie gewann unter anderem zwei WM- und einen EM-Titel. Bei ihrem Ironman-EM-Titelgewinn in Frankfurt realisierten gerade noch sechs Profi-Männer eine bessere Gesamtzeit als Ryf.

Am Saisonhöhepunkt auf Hawaii wurde Ryf trotz einer Quallen-Attacke zum vierten Mal Ironman-Weltmeisterin und setzte mehrere neue Massstäbe. Die 31-jährige Solothurnerin verbesserte in 8:26:16 Stunden auf Big Island ihren eigenen Streckenrekord von 2016 um über 20 Minuten. Die Basis dafür bildete der imponierende Radrekord (4:26:07).

Ryf war froh, nach einem Quallenstich kurz vor dem Schwimm-Start das Rennen trotz Schmerzen in der ersten Disziplin fortgesetzt zu haben. «Dadurch wurde es noch der beste Wettkampf meiner Karriere.» Mit dem vierten Ironman-WM-Titel schloss Ryf zur vierfachen englischen Ironman-Weltmeisterin Chrissie Wellington auf, die nicht mehr aktiv ist. Einzig Rekordsiegerin Paula Newby-Fraser (8 Ironman-WM-Titel auf Hawaii) realisierte bislang vier Siege in Serie am bedeutendsten Triathlon der Welt.

Daniela Ryf bekommt 2018 den Award zum zweiten Mal. (Quelle: SRF)

Dritter Titel für Eishockey-Team

Das Eishockey-Nationalteam als WM-Silbermedaillengewinner von Kopenhagen setzte sich bei der Wahl vor den Fussballern der Young Boys und dem alpinen Ski-Team durch, das mit Ramon Zenhäusern, Daniel Yule, Luca Aerni, Wendy Holdener und Denise Feierabend an den Olympischen Spielen in Pyeongchang Gold gewonnen hatte. Für das Eishockey-Nationalteam ist es nach 1986 und 2013 die dritte Auszeichnung.

Nachdem er mit der Eishockey-Nationalmannschaft bereits die Auszeichnung zum Team des Jahres hatte entgegen nehmen dürfen, wurde Nationaltrainer Patrick Fischer ein weiteres Mal geehrt. Der Zuger setzte sich in der Wahl zum Trainer des Jahres gegen YB-Meistercoach Adi Hütter und Mountainbike-Nationaltrainer Bruno Diethelm durch.

Julien Wanders Newcomer des Jahres

Zum Newcomer des Jahres wurde der Genfer Langstreckenläufer Julien Wanders gewählt. Der 22-Jährige, der im Februar den Schweizer Rekord im Halbmarathon verbessert und einen Monat später an der Halbmarathon-WM in Valencia mit dem starken 8. Rang überrascht hatte, verwies bei der Wahl den Schwimm-Europameister Jérémy Desplanches und den U23-Rad-Welt- und -Europameister Marc Hirschi auf die weiteren Plätze.

Der Behindertensportler des Jahres heisst zum ersten Mal Théo Gmür. Der 22-jährige Walliser, an den Paralympics im März Goldmedaillengewinner in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom, schwang bei der Wahl gegen die Rollstuhl-Leichtathleten Marcel Hug und Manuela Schär obenaus. Hug hatte den Award zuletzt fünfmal hintereinander gewonnen. (sda)

Erstellt: 09.12.2018, 19:38 Uhr

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