Triathlon

Besonderer Mix bei misslichem Wetter

Mit Julie Derron und Maxime Flury setzten sich am 10. Walliseller Triathlon zwei junge Schweizer gegen die Konkurrenz durch. Und alle kämpften mit dem nasskalten Wetter.

Auf die Velostrecke hätte der Walliseller Florin Salvisberg (hinten) bei diesem nasskalten Wetter gerne verzichtet. Der Favorit biss sich durch und landete am Ende als Vierter knapp neben dem Podest.

Auf die Velostrecke hätte der Walliseller Florin Salvisberg (hinten) bei diesem nasskalten Wetter gerne verzichtet. Der Favorit biss sich durch und landete am Ende als Vierter knapp neben dem Podest. Bild: Sibylle Meier

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Da drängten sich schnelle Entscheide auf. Nieselregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, das ist kein Triathlonwetter. Die geplante Kombination von Schwimmen (im 27 Grad warmen Hallenbadwasser), Velofahren und Laufen auf dem bewährten Rundkurs in und um Wallisellen, die war nicht möglich – zumindest für die Profis nicht.

Denn das Zeitfenster mit einem veränderten Modus, einer Zeitneutralisation und Tenüwechsel nach dem Schwimmen, fehlte. Ein Intervallstart nach den Schwimmzeiten liess sich nicht realisieren. Als Lösung fiel die Wahl auf einen Duathlon: 1,2 km Laufen, 15 km Velo und nochmals 4 km Laufen.

Favorit neben dem Podest

Die Athletinnen und Athleten standen also vor einem Rennen mit veränderten Anforderungen. Und einfach wurde es nicht. «Bei Temperaturen von drei Grad und Regen Velo zu fahren, ist keine gute Lösung, da spürst du die Finger schnell nicht mehr. Die Muskulatur verhärtet, versteift, verliert ihre Geschmeidigkeit», sagte etwa Florin Salvisberg.

«Bei drei Grad und Regen Velo zu fahren, ist keine gute Lösung, da spürst du die Finger schnell nicht mehr.»

Der Walliseller, der schon fünf Podestränge herausgefahren hat beim Heimrennen und als Favorit an die Startlinie ging, prägte das Rennen zwar mit. Als Leader ging er auf die Laufstrecke. Doch auf dieser raubten ihm die Bedingungen die letzten Kräfte.

Mit Rang 4 hinter dem überraschenden Romand Maxime Flury, dem Junioren-EM-Fünften des letzten Jahres, sowie den Deutschen Guilio Ehses und Jonas Hoffmann endete sein Rennen enttäuschend. Ein Aquathlon, also Schwimmen und Laufen, hätte Florin Salvisberg mehr behagt.

«Ein besonderer Mix»

Noch klarer besetzt war bei den Frauen die Favoritenposition: durch Jolanda Annen, die Wallisellen-Siegerin der letzten vier Jahre. Doch die Urnerin verzichtete auf den Start, was für eine gänzlich neue Ausgangslage sorgte und zu einem packenden Rennen führte.

«Das hat Spass gemacht, vor allem auch dank der Stimmung am Strassenrand.»

Die Unterland-Tschechin Petra Kurikova, die Stadtzürcherin Julie Derron und die Oberländerin Alisha König sprinteten um den Sieg. Die letztjährige U-23-Europameisterin Derron bewies dabei bereits eine gute Frühform und siegte – vor Kurikova und König.

«Das war ein besonderer Mix», sagte Derron, «Startkommando, Vollgas los und dann ein Rennen, in dem du die Rückmeldungen des Körpers wegen der Kälte und der Nässe kaum zu deuten wusstest.» Bauen aber konnte Derron auf ihre gute Form und ihr Selbstvertrauen. So bilanzierte die 22-Jährige am Schluss: «Das hat Spass gemacht, vor allem auch dank der Stimmung am Strassenrand.»

Spannender Dreikampf an der Spitze des Frauenrennens: Die spätere Siegerin Julie Derron (vorne) wird auf der Laufstrecke nur noch von der Unterländerin Petra Kurikova (rechts), die sich am Ende Platz 2 sicherte, und der Oberländerin Alisha König verfolgt. Foto: Sibylle Meier

Auch Petra Kurikova hätte die neue Ausgangslage gerne zum Tagessieg genutzt. Doch zum dritten Mal in Folge blieb der 27-Jährigen aus Oberglatt nicht mehr als ein Podestplatz. Nach einer Erklärung musste sie nicht lange suchen: «Auf mein Körpergefühl war kein Verlass mehr, die Muskulatur und die Körperbewegungen liessen sich nicht mehr wie gewohnt steuern.» Im Ziel stellte sie fest: «Ich bin gar nicht müde.» Dafür durchgekühlt und voller Dreckspritzer.

Auf Schlussrang 13 (Vanessa Possberg / 3 Star Cats Wallisellen) bei den Frauen und den Plätzen 14 (Manuel Dal Ben / Impuls Triathlon Bülach) und 15 (Lucas Klaute / 3 Star Cats Wallisellen) bei den Männern positionierten sich drei Nachwuchstalente aus dem Unterland.

Und einen treffenden Satz sagte ein Beobachter am Streckenrand mit Blick auf alle Startenden: «Chapeau, was alle diese Sportlerinnen und Sportler heute leisteten.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.04.2019, 16:36 Uhr

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