Zahlen und Fakten zu den Olympischen Jugendspielen

Am Donnerstag geht in Lausanne die Olympiade der 15- bis 18-Jährigen los – mit 112 Schweizer Talenten.

An den Jugendspielen gepatzt, an Olympia Silber gewonnen: Mathilde Gremaud. Foto: David Ramos (Getty Images)

An den Jugendspielen gepatzt, an Olympia Silber gewonnen: Mathilde Gremaud. Foto: David Ramos (Getty Images)

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Sportlich haben sie noch immer nichts von ihrer Strahlkraft eingebüsst, die Olympischen Spiele. Sie sind das höchste Ziel aller, die sich einer «olympischen Disziplin» verschrieben haben – trotz stetig wachsender Kommerzialisierung und eines ramponierten Images des Internationalen Olympischen Komitees (IOK).

Obwohl sich mehrere Landesteile gegen Winterspiele ausgesprochen haben, ist die Schweiz nun Austragungsort der Jugendspiele Lausanne 2020. Wer sich qualifiziert hat, ist aber nicht automatisch ein künftiger Champion, und wer nicht dabei ist, darf den Traum der «grossen Spiele» trotzdem weiter träumen. Zahlen und Fakten zu zwei Wochen Nachwuchs-Spektakel.

Zum wievielten Mal finden Jugendspiele statt?

Zum sechsten Mal. 2010 feierten die Sommerspiele in Singapur Premiere, es folgten 2014 in Nanjing und 2018 in Buenos Aires weitere Sommerausgaben, 2022 reist der Nachwuchs nach Dakar. Winterspiele finden zum dritten Mal statt, Innsbruck war 2012 Gastgeber, Lillehammer 2016.

Wann und wieso wurde der Anlass eingeführt?

Das IOK kam 2007 zur Einsicht, die Jugend müsse stärker in die olympische Bewegung eingebunden werden – weil sie den Sport am Fernsehen nicht mehr in gleichem Ausmass konsumierte wie die Generationen zuvor. Die Idee von Jugendspielen wurde gutgeheissen, aber es war nicht die Absicht des damaligen Präsidenten Jacques Rogge, Olympische Spiele im Miniformat zu kreieren. Er wollte die Jugend einzig zu mehr Bewegung animieren. Doch bereits die erste Austragung 2010 fand mit Hymnen, Flaggen und Siegerehrungen statt.

Welche Disziplinen werden ausgetragen?

In den Anfängen die gleichen wie bei Olympia, das Programm Singapurs war dasselbe wie in London 2012. Die Jugendspiele entwickelten sich aber zum Labor, wo Neues ausprobiert wurde: Streetbasketball statt Basketball und gemischte Staffeln beispielsweise (Leichtathletik, Schwimmen, Triathlon). Es sind Formate, die von Olympia bereits übernommen wurden (Biathlon) oder in Tokio eingeführt werden. Auch in Lausanne wird getestet: Im Eishockey ersetzt ein 3×3-Turnier den Skills-Event – es spielen Mixed-Teams gegeneinander. Zudem finden in Villars erstmals Skitourenrennen statt, mit dem Ziel, dass sie 2026 in Mailand und Cortina ins Programm aufgenommen werden.

Was soll Vorbild für kommende Olympische Spiele sein?

Dass ein zweites Land einbezogen wird: Sieben der acht Austragungsorte (Lausanne, Champéry, Villars, Leysin, Les Diablerets, Vallée de Joux, St. Moritz) befinden sich in der Schweiz, Prémanon liegt in Frankreich.

Gegen wen hat sich Lausanne durchgesetzt?

Im Inland 2013 gegen Luzern, bei der Vergabe 2015 in Kuala Lumpur gegen Brasov in Rumänien.

Wie gross ist das Budget?

40 Millionen Franken. Die Stadt Lausanne und der Kanton Waadt steuerten je 9 Millionen Franken bei, der Bund 8, Swiss Olympic eine Million. Sponsorengelder, Merchandising-Einnahmen und der Beitrag des IOK machen die restlichen 13 Millionen Franken aus. Eine Defizitgarantie leisteten Lausanne und der Kanton.

Wie viele Athleten sind da?

1880 aus 79 Nationen – gleichmässig auf die Geschlechter verteilt. Zum Vergleich: In Pyeongchang starteten vor zwei Jahren insgesamt 2914 aus 93 Ländern (1706 Männer und 1208 Frauen).

Wie viele Zuschauer werden erwartet?

Rund 70'000. Der Eintritt ist frei, bei Hallen-Events (wie bei der Eröffnungsfeier in der Vaudoise-Aréna) müssen Sitzplätze aber online reserviert werden. Weil es Spiele der Jugend für die Jugend sein sollen, gibt es Vereinbarungen mit den Schulen der Austragungsorte, dass die Schüler die Wettkämpfe verfolgen dürfen.

Gibt es Dopingkontrollen?

Ja, Antidoping Schweiz führt im Auftrag des IOK Dopingkontrollen durch. Ausgewertet werden sie im von der Welt-Anti-Doping-Agentur akkreditierten ­Labor in Lausanne.

Wie erfolgreich waren die Schweizerinnen und Schweizer bisher an Jugendspielen?

Erfolg in diesem Alter ist relativ. Die schönste Geschichte schrieb wohl Freeskierin Mathilde Gremaud, die 2016 versagte und zwei Jahre später bei Olympia in Südkorea Silber gewann.

Wo sind die Spiele zu sehen?

SRF überträgt die Eröffnung live, die Wettkämpfe selber werden mehrheitlich gestreamt. Detaillierte Informationen finden sich auf: www.lausanne2020.sport.

Erstellt: 08.01.2020, 11:31 Uhr

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