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Übertragung von Tier zu MenschTaubenpest in Basel ausgebrochen

Die Taubenpest ist hochansteckend: Das Basler Gesundheitsdepartement mahnt, kranke oder tote Tiere nicht zu berühren.

SDA

18 Kommentare
    Hans Lutsch

    Ach ja!

    Laut einem Basler Biologen fördert der Nahrungsentzug, vor allem in der Coronakrise, bei den adulten Tauben die Gesundheit. Eigenartig nur, dass diese Erkrankung in Basel, in der Hochburg dieser theoretischen Annahme, gerade jetzt so massiv auftritt, wo doch eigentlich der Gesundheitszustand der Straßentauben sich durch das Fehlen der Zufütterung der Tiere erholen sollte. Es scheint, dass sich diese Theorie ins Gegenteil verkehrt: Fehlendes artgerechtes Futter führt zu massiven Unterernährungszuständen, das Immunsystem wird dadurch chronisch geschwächt, und Erkrankungen haben da ein leichtes Spiel, sich, auch in tödlicher Konsequenz, zu behaupten.

    Und wer den Begriff PEST ins Feld führt, so wie es in den Schweizer Medien bei dieser Infektionskrankheit geschieht, der bewirkt damit eine nicht wieder gut zu machende Konfliktdramatik bei den Menschen, die der Tierwelt in dieser Form immensen Schaden zufügt. Angst und Panik sind keine guten Ratgeber, und sollten als begriffliches Stilmittel tunlichst, auch in der seriösen Presse, vermieden werden. Auch den Straßentauben gegenüber sollte man mit einem ethischen Respekt begegnen, und nicht versucht sein, hier unnötige zusätzliche Konflikte zu schüren.

    Die Konflikte mit dem Stadtvogel in unseren Städten, sind meiner Meinung nach in einer subjektiv begründeten Motivlast unserer Wohlstandsgesellschaft zu ergründen, und nicht der Taube anzulasten. Der Mensch hat die Taube als Haustier in seine Obhut gebracht, hat sie jahrtausendlang als Dienstleistungsvogel gefügig gemacht, hat sich ihrer bei Überdrüssigkeit wieder entledigt, und empfindet seine Verantwortung nun als lästige Dominante in seinem Gewissen. Diesen Zustand nennt man auch Verdrängung.

    Und was kann die Straßentaube jetzt für unsere Unzulänglichkeiten, ordentlich mit unserem Verursacherprinzip umzugehen?