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Prominente Opfer in den USADrei Personen nach riesigem Twitter-Hack angeklagt

Ein 17-Jähriger gilt als Schlüsselfigur im Hacker-Angriff auf Konti von mehreren bekannten amerikanischen Nutzern und Firmen. Gegen zwei weitere Personen wurde ebenfalls Anklage erhoben.

Gehörte zu den Opfern: Barack Obama, hier bei seiner Rede anlässlich der Trauerfeier für den verstorbenen Bürgerrechtler John Lewis in Atlanta.
Gehörte zu den Opfern: Barack Obama, hier bei seiner Rede anlässlich der Trauerfeier für den verstorbenen Bürgerrechtler John Lewis in Atlanta.
Foto: Alyssa Pointer (AP/Keystone/30. Juli 2020)

Nach der massiven Hacker-Attacke auf Twitter-Konten von Prominenten Mitte Juli wirft die zuständige Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Kalifornien zwei weiteren Verdächtigen Mittäterschaft vor. Dem 19-Jährigen Mason S. aus Grossbritannien wird unter anderem Hacking, Betrug und Geldwäsche zur Last gelegt, dem 22-Jährigen Nima F. aus Florida wird Beihilfe zum unerlaubten Eindringen in einen Computer vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft in San Francisco am Freitag mitteilte. Beiden drohen im Fall einer Verurteilung mehrjährige Haftstrafen und Bussgelder.

Kurz zuvor war in Florida ein 17-Jähriger als «Drahtzieher» des Hacks festgenommen worden. Ihm werden 30 Anklagepunkte zur Last gelegt. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwalt in Florida, weil er nach örtlichem Recht als Erwachsener zur Rechenschaft gezogen werden kann. Das wäre nach Bundesrecht nicht möglich, was eine geringere Strafe zur Folge hätte. Gegen die beiden anderen Verdächtigen wird nach Bundesrecht ermittelt. Nima F., online bekannt als «Rolex», drohen demnach bis zu fünf Jahre Haft. Dem in Grossbritannien lebenden S., bekannt als «Chaewon», könnten bis zu 45 Jahre Haft drohen.

100’000 Dollar erbeutet

Bei dem beispiellosen Twitter-Hack waren die Konten zahlreicher Prominenter gekapert worden, darunter Barack Obama, Bill Gates und Elon Musk. Auch Firmen-Accounts, etwa von Apple, wurden gehackt. Die Accounts riefen Nutzer in Tweets dazu auf, Kryptowährung Bitcoin auf ein bestimmtes Konto zu schicken – verbunden mit dem Versprechen, den Betrag doppelt zurückzuzahlen. Dabei kamen nach Angaben der Ermittler mehr als 100’000 US-Dollar zusammen.

Experten zufolge hätte ein ausgefeilterer Hack – etwa durch einen gezielten Spendenaufruf oder eine politische Botschaft – noch deutlich grösseren Schaden anrichten können als der recht offensichtlich verdächtige Bitcoin-Aufruf.

Erfolg für die Behörden

Der Zugriff der Justiz sei das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Bundespolizei FBI und anderen Behörden, erklärte Staatsanwalt Andrew Warren. Ziel des Hacks sei es gewesen, Geld von vielen Amerikanern zu stehlen, weswegen der Verdächtige zur Rechenschaft gezogen werde, sagte er.

Twitter hatte nach dem für das Unternehmen sehr peinlichen Hack erklärt, einige Mitarbeiter seien «manipuliert» worden und die Angreifer hätten sich mit deren Login-Daten Zugriff auf interne Systeme der Firma verschaffen können. Bei der Attacke waren 130 Accounts betroffen gewesen.

Twitter erklärte am Freitag, das Unternehmen sei dem raschen Vorgehen der Justiz dankbar und werde weiter mit den Ermittlungen kooperieren.

SDA