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«Gegen Malaria-Medikament»Trump-Regierung wechselt kritischen Beamten aus

Ein hochrangiger Regierungsbeamter war gegen den Einsatz vom von US-Präsident Donald Trump gelobten Malaria-Medikament. Dann wurde er versetzt.

US-Präsident Donald Trump erläutert die Richtlinien zur Lockerung der Corona-Massnahmen.
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AP
Die Bundesstaaten sollten sie schrittweise umsetzen, sagt Trump. Sofern es die Umstände erlaubten, sollten Amerikaner wieder zur Arbeit zurückkehren.
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AP
Die Zahl der bestätigten Infektionen lag nach Angaben der Universität bei mehr als 667'000
Die Zahl der bestätigten Infektionen lag nach Angaben der Universität bei mehr als 667'000
Getty Images/Alex Wong
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Ein hochrangiger Regierungsbeamter in den USA beklagt, er sei wegen seines Widerstandes gegen wissenschaftlich fragwürdige Corona-Behandlungsmethoden von seinem Posten abgezogen worden.

Der Direktor einer dem US-Gesundheitsministerium untergeordneten Behörde, Rick Bright, schrieb am Mittwoch in einer Stellungnahme, er sei gegen seinen Willen auf eine weniger einflussreiche Stelle in einer anderen Behörde versetzt worden.

Er sei überzeugt, dies sei geschehen, weil er darauf bestanden habe, die vom US-Kongress bereitgestellten Mittel in der Corona-Krise in sichere und wissenschaftlich geprüfte Lösungen zu investieren – und nicht in Medikamente, Impfstoffe und andere Technologien, deren Nutzen wissenschaftlich umstritten sei.

Gegen Malaria-Medikament

Bright hatte bislang eine Behörde für biomedizinische Forschung und Entwicklung geleitet, die auch in die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus involviert ist. Er erklärte, er habe sich unter anderem gegen den grossangelegten Einsatz von Chloroquin und Hydroxychloroquin gestemmt – ein Malaria-Medikament, das US-Präsident Donald Trump wiederholt als mögliches Wundermittel gegen das Coronavirus beworben hatte.

Der wissenschaftliche Nutzen des Medikaments sei nicht erwiesen, kritisierte Bright. Er habe angesichts potenziell grosser Risiken des Mittels darauf bestanden, dies nur für Covid-19-Patienten unter ärztlicher Aufsicht in Krankenhäusern einzusetzen, nicht aber der allgemeinen Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

«Politik nicht vor Wissenschaft»

Er melde sich öffentlich zu Wort, «weil zur Bekämpfung dieses tödlichen Virus die Wissenschaft den Weg weisen muss – nicht Politik oder Vetternwirtschaft». Bright erhob schwere Vorwürfe: «Mich mitten in dieser Pandemie aus dem Weg zu räumen und Politik und Vetternwirtschaft vor die Wissenschaft zu stellen, gefährdet Leben und behindert die nationalen Bemühungen, diese drängende Krise der öffentlichen Gesundheit sicher und effektiv anzugehen.»

Die «New York Times» schrieb, weder das Gesundheitsministerium noch das Weisse Haus hätten sich zu der Personalie äussern wollen. Trump sagte am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz in Washington mit Blick auf Bright: «Ich habe nie von ihm gehört. (...) Ich weiss nicht, wer das ist.» (chk/sda)