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Alain Berset im Interview«Tun wir nichts, drohen bis zu 15’000 Fälle täglich»

Gesundheitsminister Alain Berset appelliert an die Solidarität der Bevölkerung, wirft der SVP vor, sie unterlaufe die Pandemiebekämpfung mit Ablenkungsmanövern, und spricht sich für Massentests aus.

Der Gesundheitsminister ist vorsichtig wie noch nie. Mit der neuen Virusvariante habe sich die Situation geändert, sagt Bundesrat Alain Berset.
Der Gesundheitsminister ist vorsichtig wie noch nie. Mit der neuen Virusvariante habe sich die Situation geändert, sagt Bundesrat Alain Berset.
Foto: Christian Pfander (Tamedia)

Bis vor kurzem waren Interviews mit dem Gesundheitsminister vor Ort wieder möglich. Für dieses Gespräch stand Alain Berset allerdings nur im sicheren Videochat zur Verfügung. Dabei trägt er die Maske bis zum Gesprächsbeginn. Die Situation habe sich zugespitzt, sagt er. Es sei jetzt nötig, alle Schutzmassnahmen konsequent einzuhalten.

Herr Berset, die Corona-Zahlen fallen leicht, und Sie verordnen weitere Schliessungen. Ist das nicht übertrieben?

Die neue britische Variante ist ein Gamechanger. Sie stellt die Stabilisierung, die wir erreicht haben, infrage. Was in Irland und Grossbritannien derzeit passiert, muss uns eine Warnung sein. Deshalb müssen wir einen Schritt weiter gehen, ohne gleich zum umfassenden Lockdown zu greifen. Tun wir nichts, explodieren die Ansteckungen bis Ende Februar. Gemäss Schätzungen drohen dann bis zu 15’000 Fälle täglich. Das wären doppelt so viele wie am Höhepunkt der zweiten Welle. Das will niemand.

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