Winterthur

Autodieb durchbricht Strassensperre und verletzt Polizistin schwer

Bei einer Polizeikontrolle fährt ein Autofahrer eine Polizistin an. Das Fahrzeug hatte er wohl kurz zuvor gestohlen.

Ein Autodieb hat an der Tösstalstrasse in Winterthur eine Polizeisperre durchbrochen und eine Polizistin schwer verletzt.

Ein Autodieb hat an der Tösstalstrasse in Winterthur eine Polizeisperre durchbrochen und eine Polizistin schwer verletzt. Bild: hd

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Am Anfangt steht eine Einbruchsmeldung. Am Ende sind eine Polizistin hospitalisiert, mehrere Fahrzeuge demoliert und die Bewohner von Winterthur-Seen aufgeschreckt. Was war geschehen? Am Montagmorgen, 6.30 Uhr, erhält die Polizei eine Einbruchsmeldung. Jemand hat aus einer Autogarage in Neftenbach einen schwarzen BMW der Luxusklasse entwendet.

Die Kapo Zürich leitet daraufhin eine Fahndung ein, und tatsächlich: Das Fahrzeug wird in Winterthur gesichtet. Laut Kapo-Mediensprecher Ralph Hirt verfolgt die Polizei das Auto erst in zivilen Fahrzeugen. An der Tösstalstrasse Höhe Hausnummer 306 errichtet sie gegen Mittag eine Strassensperre. Als der Verdächtige diese sieht, bremste er erst ab. «Dann hat er realisiert, dass er aufgeflogen ist und gab Vollgas», so Hirt. Demnach versucht der 20-jährige Lenker, die Sperre links zu umfahren. Bei diesem Umfahrungsmanöver fährt er eine Polizistin an und verletzt sie «erheblich». Eine zweite Kollegin kann sich mit einem Sprung in Sicherheit bringen und auf das Fahrzeug schiessen.

«Unbeeindruckt», so Hirt, sei der Lenker weitergefahren. Mehrere Patrouillen der Polizei nehmen daraufhin die Verfolgung auf. Erst im fast zehn Kilometer entfernten Hofstetten können die Beamten den jungen Mann verhaften. «Aber nicht freiwillig», sagt Hirt. Er musste erst von Kapo-Fahrzeugen von der Strasse gedrängt werden. Dabei wurden mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt. Der Fahrzeuglenker blieb laut Polizeiangaben unverletzt.

«Seltene Brutalität»

Die verletzte Polizistin wird noch vor Ort durch ein Ambulanzteam erstversorgt und anschliessend mit einem Rettungswagen ins Spital gebracht. Zu ihrem Zustand lässt sich laut Hirt noch nichts sagen. «Selbstverständlich hoffen wir, dass ihre Verletzungen bald wieder ausgeheilt sind.»

Kapo-Kommandant Thomas Würgler verurteilt das Verhalten des Lenkers aufs Schärfste: «Dieser Angriff ist von seltener Brutalität, die ich in dieser Art noch nie erlebt habe.» Er macht darin einen Angriff auf das Leben der Polizistin aus.

Ob der Fahrzeuglenker tatsächlich dieselbe Person ist, die auch den Einbruch begangen hat, ist Gegenstand der Ermittlungen. Diese dürften sich aufwändig gestalten. «Wir haben drei Tatorte», erläutert Mediensprecher Hirt. Das sind die Autogarage in Neftenbach, der Ort des Vorfalls auf der Tösstalstrasse und der Verhaftungsort. «Und wir haben noch die ganze Strecke von der Tösstalstrasse bis dorthin», sagt Hirt. Auf dieser habe der Lenker vermutlich Verkehrsregelverletzungen begangen. Die Polizei sucht nun Zeugen. (Fabio Lüdi)

Erstellt: 14.10.2019, 12:53 Uhr

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