Kloster Fahr

Ein Gebet geht um die Welt

Eine Initiantinnengruppe um Priorin Irene lanciert ein wöchentliches Gebet um Veränderung in der Kirche. Das Projekt soll sich in der ganzen Welt verbreiten.

Priorin Irene Gassmann im Garten des Klosters Fahr: «Das Gebet soll Mut machen.»

Priorin Irene Gassmann im Garten des Klosters Fahr: «Das Gebet soll Mut machen.» Bild: Sandra Ardizzone

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Dass Frauen in der katholischen Kirche bei Entscheidungsfindungen miteinbezogen werden, dafür setzt sich Priorin Irene Gassmann vom Kloster Fahr schon seit einigen Jahren ein. So engagiert sie sich etwa im Kernteam des Pilgerprojekts «Kirche mit* den Frauen».

Für dieses wanderten im Sommer 2016 insgesamt 1651 Pilgerinnen und Pilger von St. Gallen nach Rom, um sich für das Mitbestimmungsrecht der Frauen in der katholischen Kirche einzusetzen. Nun lanciert eine Initiantinnengruppe um Priorin Irene ein regelmässiges Gebet um Veränderung in der Kirche, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die Idee dazu kam Priorin Irene bei einer Rede des Basler Bischofs Felix Gmür an der Vernissage des Buches «Ein weiter Weg» des Projektes «Für eine Kirche mit* den Frauen». Der Bischof wies dort auf die Wichtigkeit der Kontemplation, also des Gebets hin.

"Es wäre schön, wenn das Gebet jeden Donnerstag irgendwo auf der Welt gebetet würde."Irene Gassmnnn, Priorin Kloster Fahr

«In der Schweiz werden Unterschriften gesammelt. Viele Vorstösse verlangen, dass sich etwas ändert in der Kirche», sagt die Priorin. Das sei wichtig. Es brauche aber auch eine andere Dimension, das Gebet. «Es soll den Leuten Mut machen», sagt sie. Diesen Donnerstag findet das erste Gebet statt.

Erinnerung an Friedensgebete

Dass dieses Projekt an die Friedensgebete von Leipzig erinnert, die am Ursprung der sogenannten friedlichen Revolution standen, die schliesslich im Fall der Mauer mündete, ist kein Zufall. «Kurz vor der Rede von Bischof Felix Gmür haben wir in einer Gruppe über die Ohnmacht der Frauen diskutiert. Dabei kamen wir auch auf die Friedensgebete von Leipzig zu sprechen», sagt Priorin Irene.

Über das Netzwerk der Benediktinerinnen soll das eigens von den Initiantinnen verfasste Gebet «Schritt für Schritt» rund um die Welt verbreitet werden. Dafür wurde der Text in verschiedene Sprachen übersetzt. «Es wäre schön, wenn das Gebet jeden Donnerstag irgendwo auf der Welt gebetet würde», sagt Priorin Irene.

Auf der Website www.gebet-am-donnerstag.ch könne man verfolgen, wo überall auf der Welt ein Gebet am Donnerstag stattfindet. Veröffentlicht wurde die Einladung – auch das kein Zufall – am vergangenen Sonntag, am Tag der heiligen Scholastika, der Schwester Benedikts von Nursia. Die Heilige betete einst darum, dass ihr Bruder länger bei ihr zum Gespräch verweilen möge. Gott schickte der Legende nach ein Unwetter. Benedikt konnte nicht aufbrechen und musste die Nacht über bleiben, sodass die Geschwister bis zum Morgen miteinander sprechen konnten.

Wie viele Personen am Donnerstag der Einladung folgen werden, um gemeinsam im Kloster Fahr zu beten, weiss Priorin Irene nicht. «Ich habe aber schon einige positive Reaktionen erhalten. Abt Urban Federer vom Kloster Einsiedeln hat sein Kommen angekündigt», sagt Priorin Irene. Und auch die Priorin des Klosters Heiligkreuz in Cham werde am Donnerstag im Fahr weilen.

Das erste «Gebet am Donnerstag» wird am 14. Februar um 19.30 Uhr im Kloster Fahr im Rahmen der Komplet gebetet werden.

Erstellt: 12.02.2019, 21:48 Uhr

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