Zürich

Obergericht spricht Pädophilen schuldig

Der bekennende Pädophile Beat Meier, der seit 1993 im Gefängnis sitzt, hat in seiner Gefängniszelle Kinderpornografie konsumiert. Das Zürcher Obergericht hat am Montag das Urteil der Vorinstanz bestätigt.

Das Zürcher Obergericht (Bild) hat das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf gegen Beat Meier bestätigt.

Das Zürcher Obergericht (Bild) hat das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf gegen Beat Meier bestätigt. Bild: Symbolbild/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Indizien zeigten klar die Schuld von Beat Meier, urteilte das Zürcher Obergericht am Montag. Es bestätigte deshalb das vorinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf aus dem vergangenen Jahr. Das Obergericht verurteilte den 70-Jährigen wegen Pornografie zu einer unbedingten Geldstrafe von 75 Tagessätzen à 10 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Meier hatte in seiner Zelle in der Zürcher Justizvollzuganstalt Pöschwies unerlaubterweise in einer PC-Tastatur versteckt ein Modem zum Einwählen ins Internet samt Speicherkarte. Auf der Speicherkarte befanden sich pornografische Manga-Comics. Die Bilder zeigten unter anderem Erwachsene bei sexuellen Handlungen mit Kindern.

Der Gefängnisaufsicht fiel im Juli 2012 auf, dass aus der Zelle von Meier, der seit 1998 verwahrt ist, Mobilfunksignale gesendet wurden. Bei der Durchsuchung des Raums fanden die Beamten das Equipment, das ein Freund von Meier in die Pöschwies geschmuggelt hatte.

Nur wegen Besitz schuldig

Da gemäss Obergericht nicht bewiesen werden kann, dass Meier die Bilder selbst heruntergeladen und gespeichert hat, machte er sich nur wegen des Besitzes schuldig. Unumstritten war für das Gericht hingegen, dass die Speicherkarte dem Beschuldigten gehört und er diese auch benutzt hatte. Es berief sich dabei beispielsweise auf abgespeicherte Korrespondenz zwischen Meier und seinem Anwalt sowie Gutachten. Auch habe er grosse Anstrengungen unternommen, gewisse Inhalte zu verschleiern. «Es war Ihnen bewusst, dass heikle Daten darauf abgespeichert sind», sagte der Richter bei der Urteilsverkündung zum Beschuldigten.

Freispruch gefordert

Meiers Verteidiger hingegen forderte vergeblich einen Freispruch. Er argumentierte unter anderem damit, dass nicht klar sei, seit wann die Daten auf der Speicherkarte seien. Deshalb könne auch eine Drittperson, beispielsweise die Gefängnisaufsicht, nach der Beschlagnahmung des Sticks die Daten hochgeladen haben. Es sei zudem nicht klar, ob sein Mandant wusste, dass die Bilder auf der Speicherkarte waren oder nicht. Das Gutachten, auf dem die Anklage basiert, werfe Fragen auf, die nicht beantwortet würden. Meier sei deshalb in dubio pro reo freizusprechen.

Bekennender Pädophiler

Meier erhitzte Ende der 1980er-Jahre als überzeugter Anhänger von sexuellen Handlungen mit Kindern die Gemüter. Er war auch führendes Mitglied der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Pädophile (SAP). Die Organisation hatte das Ziel, Pädophilie gesellschaftsfähig zu machen.

Anfang der 1990er-Jahre heiratete der Berner eine Frau aus der ehemaligen DDR und missbrauchte ihre zwei Söhne im damaligen Alter von sieben und zehn Jahren massiv sexuell. Im Frühjahr 1993 wurde er in Frankreich verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert. Seither sitzt er im Gefängnis. Seit 1998 ist er verwahrt. (mst/sda)

Erstellt: 06.02.2017, 17:13 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.