Pfungen

Unbekannter wollte auch in Pfungen Kinder ins Auto locken

Letzte Woche versuchte ein Mann offenbar mehrmals, Kinder in sein Auto zu locken. Obwohl sich zwei Familien bei der Polizei meldeten, ist nur ein Fall erfasst.

Der Unbekannte schreckt offenbar auch nicht davor zurück, mehrere Kinder anzusprechen. Zwei Kinder auf ihrem Schulweg. (Symbolbild)

Der Unbekannte schreckt offenbar auch nicht davor zurück, mehrere Kinder anzusprechen. Zwei Kinder auf ihrem Schulweg. (Symbolbild) Bild: Heinz Diener

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Seit vergangener Woche beschäftigt ein Thema Eltern in der Region Weinland und im Bezirk Winterthur: Ein Unbekannter soll Kinder aus dem Auto heraus ansprechen und ihnen anbieten, sie nach Hause zu fahren. Über die Sozialen Medien mahnen besorgte Eltern zur Vorsicht. Bislang wurde ein Vorfall in Henggart der Polizei gemeldet.

Nachdem der «Landbote» am Dienstag darüber berichtete, meldete sich nun ein weitere Familie aus Pfungen zu Wort. Ihr fünfjähriger Sohn habe ihr am Donnerstagabend berichtet, dass er und sein sechsjähriger Freund am Mittag auf den Nachhauseweg von einem Mann aufgefordert wurde, in sein Auto einzusteigen. Die beiden seien daraufhin weinend davongelaufen.

Nach dem Telefon herrschte Funkstille

Weil der zuständige Polizeiposten Neftenbach zu dieser Zeit bereits geschlossen hatte, wandte sich die Mutter über den Notruf 117 an die Kantonspolizei. Dort, so erzählt sie, habe man ihr beschieden, dass ihre Meldung zu spät komme: Sie hätte sich innerhalb einer Viertelstunde nach dem Vorfall bei der Polizei melden sollen, damit man nach dem Mann fahnden könne. Zu dieser Zeit sei sie aber nicht zu Hause gewesen. Ausserdem, so zitiert sie den Polizeibeamten vom Telefon, hätten sich die Jungen die Autonummer merken sollen. Nach diesem Telefongespräch hätten sie bislang nichts mehr von der Polizei gehört.

Kam es zu einem Missverständnis?

Eine Rückfrage bei der Polizei zeigt: aus dem Telefongespräch heraus wurde kein Fall eröffnet. Hat man die Schilderungen also zu wenig ernst genommen? «Zum konkreten Fall können wir keine Stellung nehmen, weil die Gesprächsprotokolle des Notrufs dem Daten- und Persönlichkeitsschutz unterliegen», sagt Beat Jost, Mediensprecher bei der Kantonspolizei. Grundsätzlich ermittle der Beamte auf der Notrufzentrale in einem ersten Schritt, ob eine akute Notsituation besteht. Weil dies bei der Pfungemer Familie nicht der Fall war, sollte er theoretisch empfehlen, dass sich die Familie am nächsten Tag auf dem lokalen Polizeiposten meldet, damit die weiteren Schritte wie etwa die Befragung des Kindes eingeleitet werden können. «Der Polizist könnte in einer solchen Situation auch einen internen Journaleintrag eröffnen und den zuständigen Posten darüber informieren», erklärt Jost das Vorgehen. «Bei diesem Fall wurde dies offenbar nicht gemacht – womöglich ist es hier zu einem Missverständnis gekommen.»

Noch keinen Hinweis auf den Täter

Theoretisch könnte die Familie bei der Polizei nun eine Beschwerde einreichen, wenn sie sich falsch behandelt fühlt. Das sei nicht ihre Absicht, sagt der Vater. Viel lieber sei ihm, wenn sich die Polizei darauf konzentriere, den Unbekannten zu finden. In ihrem Freundeskreis herrsche eine grosse Verunsicherung unter den Eltern wegen den Vorfällen.

Aktuell habe die Polizei noch keinen Hinweis auf einen Täter, sagt Jost. «Die Angaben zum Täter selbst und zum Fahrzeug sind sehr vage.» Ein öffentlicher Fahndungsaufruf würde daher in diesem Fall nichts bringen. «Das Signalement des Täters ist zu unklar.» Seit einigen Tagen gehe man aber der Meldung, die sich auf Facebook wie ein Lauffeuer verbreitet, intensiver nach. In diesem Zusammenhang habe man auch die Schulen in Pfungen und Marthalen kontaktiert. «In der Meldung hiess es, dass die Schulbehörden bereits einen Elternbrief verteilt haben.» Diese Information erwies sich aber als falsch: «Die Schule Marthalen hat nichts von einem Elternbrief gewusst.» Das sei genau das Problem bei den sozialen Medien: oft werde etwas als Fakt wiedergegeben, was der Verbreiter aber nur aus zweiter oder dritter Hand gehört habe. Er appelliert deshalb, dass sich Eltern direkt bei der Polizei melden, statt die Erlebnisse der Kinder auf Facebook zu teilen.

Erstellt: 02.07.2015, 18:44 Uhr

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