Bezirksgericht Meilen

Vier junge Männer nach Raub in Männedorf verurteilt

Der Gerichtspräsident kritisiert die fehlende Einsicht der Beschuldigten.

Wegen eines Raubs beim Jugi Männedorf mussten sich vier junge Männer vor dem Bezirksgericht Meilen verantworten. Der Haupttäter, ein 22-Jähriger aus dem Raum Winterthur, kassiert 52 Monate Gefängnis.

Wegen eines Raubs beim Jugi Männedorf mussten sich vier junge Männer vor dem Bezirksgericht Meilen verantworten. Der Haupttäter, ein 22-Jähriger aus dem Raum Winterthur, kassiert 52 Monate Gefängnis. Bild: Archiv Manuela Matt

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Zwei Stunden braucht der Gerichtspräsident für die Urteilsverlesung. Die vier Beschuldigten sind teils mässig interessiert. Einer ist gar nicht erst aufgetaucht, der Haupttäter legt immer wieder den Kopf auf den Tisch und benimmt sich so, als ob ihn das alles nichts angeht.

Dabei sind die Vorwürfe keine Bagatelle. Es geht um einen Raub, bei dem zwei Messer im Spiel waren. Drei Männer zwischen 20 und 22 Jahren überfielen am 1. August 2018 zwei Jugendliche beim Jugi Männedorf. Die Täter stammen aus der Umgebung von Winterthur, Rüti und Dübendorf. Der abwesende 25-Jährige aus dem Raum Winterthur hat sie zusammengebracht, Er wird darum wegen Anstiftung zum Raub zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt.

Der 20-Jährige aus Dübendorf fungierte als Fahrer. Wegen Gehilfenschaft zum Raub kassiert er acht Monate bedingt. Weil er einen Mittäter im Kofferraum transportierte, gibt es eine Busse von 800 Franken dazu.

Messer eingesetzt

Um unbedingte Freiheitsstrafen kommen die beiden anderen Beschuldigten nicht herum. Sie hatten die Messer dabei. Einer rammte seines in den Tisch um die Opfer einzuschüchtern, der Andere hielt es einem gar an den Hals. Weil die Messer im Spiel waren, schätzen die Richter die Tat als qualifizierten Raub ein, was straferhöhend wirkt.

Der 21-Jährige aus Rüti wird zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten verurteilt, wobei er nur zwölf absitzen muss. Da er dies bereits hinter sich hat, kann er das Gefängnis verlassen. Allerdings sprechen die Richter für den Eritreer auch noch eine Landesverweisung von fünf Jahren aus. Er muss nun direkt vom Gefängnis zum Migrationsamt, das über seine Ausschaffung entscheiden wird. Der Fahrer, ein Portugiese, und der Anstifter, ein Kosovare, kommen um Landesverweise herum. Ihre Tatbeteiligung ist den Richtern zu gering.

Lange Liste an Vergehen

Der Haupttäter, ein 22-Jähriger aus dem Raum Winterthur, kassiert 52 Monate Gefängnis. Er war auch an einem zweiten Raub in Winterthur beteiligt. Die Liste seiner weiteren Vergehen ist lang, unter anderem hat er sich des mehrfachen Diebstahls, der Gehilfenschaft zum Betrug und der mehrfachen Geldwäscherei schuldig gemacht.

Das Gericht entscheidet aber, dass die Freiheitsstrafe aufgeschoben wird. Zuerst soll der Schweizer eine Massnahme für junge Erwachsene absolvieren. Das hatten auch der Verteidiger und der Staatsanwalt gefordert. Die Massnahme wird in einem speziellen Zentrum durchgeführt und kann bis zu vier Jahre dauern. Der 22-Jährige, der keine Ausbildung oder Arbeit hat, soll auf diese Weise resozialisiert werden. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Gerade mal dem jungen Eritreer attestiert der Gerichtspräsident echte Reue. Die Anderen zeigten keinerlei Einsicht. Eingeständnisse, Fehler gemacht zu haben, seien Lippenbekenntnisse. Als Beispiel zitiert der Richter den Fahrer, der sich im Schlusswort treuherzig vergewisserte, ob er das Richtige gesagt hatte. An die Folgen für die Opfer hätten sie nie gedacht.





Erstellt: 21.01.2020, 17:05 Uhr

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