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Baudirektion will mehr Geld in die Natur investieren

Der Druck auf die Natur steigt. Hauptursachen sind das Bevölkerungswachstum, höhere Ansprüche an Wohnfläche und die Mobilität. Deshalb konnten im Kanton Zürich in den vergangenen Jahren immer weniger Naturschutzmassnahmen umgesetzt werden. Die Baudirektion will jetzt «massgeblich mehr Mittel» investieren.

«Die Natur gerät immer stärker unter Druck», sagt Baudirektor Markus Kägi (SVP). Der Regierungsrat will im Naturschutz deshalb nun noch mehr als bisher auf Schwerpunkte fokussieren.
«Die Natur gerät immer stärker unter Druck», sagt Baudirektor Markus Kägi (SVP). Der Regierungsrat will im Naturschutz deshalb nun noch mehr als bisher auf Schwerpunkte fokussieren.

1995 hatte der Zürcher Regierungsrat ein Naturschutz-Gesamtkonzept verabschiedet und damit eine Pionierrolle in der Schweiz eingenommen: Das Konzept habe Wirkung entfaltet, seine Ausrichtung stimme, wie die kantonale Fachstelle Naturschutz der Baudirektion in einer «Bilanz 2015 und weitere Umsetzung» festhält.

Mittlerweile seien die Hälfte der im Jahr 1995 gesteckten Ziele erreicht, sagte Baudirektor Markus Kägi (SVP) am Montag vor den Medien. Allerdings: Die Zielerreichung habe sich in letzter Zeit verlangsamt. «Die Natur gerät immer stärker unter Druck», sagte Kägi. Im urbanen Kanton Zürich würden verschiedene Nutzer Anspruch auf die verbleibende Naturflächen erheben.

Durch die Zunahme der Bevölkerung würden die Naturräume beispielsweise verstärkt als Erholungsraum genutzt, sagte Ursina Wiedmer, Leiterin der Fachstelle Naturschutz. Auch die 24-Stunden-Gesellschaft hat Auswirkungen auf die Natur: «Man trifft heute am Uetliberg mitten in der Nacht auf einen Jogger.»

Es braucht mehr Geld

Der Regierungsrat will im Naturschutz nun noch mehr als bisher auf Schwerpunkte fokussieren, um mit den vorhandenen Mitteln eine möglichst grosse Wirkung für Natur und Mensch zu erzielen.

Als Schwerpunkte gelten unter anderem die Wiederherstellung von trockenen Magerwiesen und -weiden sowie die Sicherung von Moorergänzungsflächen, wie Wiedmer ausführte. Zudem sollen im Wald das Potenzial für die Biodiversität weiter genutzt und die bestehenden schutzwürdigen Flächen erhalten und qualitativ weiter verbessert werden.

Verbesserungen seien aber nur noch möglich, wenn mehr Geld eingesetzt werde, hielt Wiedmer fest. Laut dem Bericht «Bilanz 2015» stehen derzeit rund 29 Millionen Franken pro Jahr für die Umsetzung des Gesamtkonzeptes zur Verfügung. Damit liessen sich gemäss Wiedmer aber keine neue Ziele erreichen, sondern es könne damit der Status quo erhalten werden.

Gemäss Schätzung von 1995, als das Gesamtkonzept vorgestellt wurde, wäre für die Umsetzung ein Jahresbudget von 75 Millionen Franken nötig. Damit liessen sich bis 2025 rund 80 Prozent der Vorhaben umsetzen, wie Wiedemer ausführte. Als Mittelweg wird nun angestrebt, bis 2025 die Zielerreichung von heute 50 auf 60 Prozent zu erhöhen.

Dafür besteht ein zusätzlicher Mittelbedarf, der 2018 auf 4,8 Millionen Franken veranschlagt wird. Bis 2021 steigt dieser auf 9,4 Millionen Franken an. Darin enthalten sind auch Bundesbeiträge, die - wegen der höheren kantonalen Ausgaben - höher ausfallen.

Der Regierungsrat nimmt zur Kenntnis, dass massgeblich mehr Mittel nötig sein werden, um die angestrebten Ziele zu erreichen, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. «Die Baudirektion wird diese Gelder im Rahmen des regulären Budgetierungsprozesses beantragen.»

Naturschutz schafft Arbeitsplätze

Das investierte Geld würde, wenn es von Regierungs- und Kantonsrat gesprochen würde, zahlreiche Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und in verwandten Branchen schaffen und erhalten, heisst es in der Mitteilung. «Drei Viertel der Gelder gehen für den Unterhalt von Naturschutzflächen an beauftragte Bauern, Forstdienste der Gemeinden und Grünpfleger.»

Intakte Naturräume sind gemäss Regierungsrat «ein wichtiger Pfeiler der hohen Standortattraktivität des Kantons Zürich». Diese Gebiete zu schützen, sichere heutigen und kommenden Generationen eine unwiederbringliche Ressource, die von vitaler Bedeutung sei. «In einer Welt, die immer stärker vom Mensch geprägt ist, wird die Natur dringend gebraucht.»

SDA/past

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