Winterthur

Bern luchst Winterthur bedeutende Kunstsammlung ab

Die Stiftung Hahnloser/Jäggli vergibt ihre Bilder als Leihgabe ans Kunstmuseum Bern. Begründet wird der Schritt damit, dass Winterthur einen Ausbau der Villa Flora sistiert hat.

Die Villa Flora bleibt bis auf Weiteres zu. Die Sammlung Hahnloser/Jäggli kehrt Winterthur darum den Rücken - vorerst.

Die Villa Flora bleibt bis auf Weiteres zu. Die Sammlung Hahnloser/Jäggli kehrt Winterthur darum den Rücken - vorerst. Bild: Johanna Bossart

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Die Stiftung Hahnloser/Jaeggli und das Kunstmuseum Bern sind handelseinig: Die bekannte Kunstsammlung, die zwischen 1995 und 2014 in der Villa Flora, dem ehemaligen Wohnhaus des Sammlerehepaares in Winterthur ausgestellt war, ist ab August 2017 als Leihgabe in Bern zu sehen.

Das Kunstmuseum Bern will die Sammlung im Spätsommer 2017 mit einer grossen Ausstellung willkommen heissen. Zudem wird für die Bilder aus Winterthur dauerhaft ein eigener Saal reserviert. Er soll mit den über 100 Bildern und Plastiken im Besitz der Stiftung Hahnloser/Jaeggli bespielt werden sowie mit etwa gleich vielen Leihgaben aus der Sammlung, die sich in Familienbesitz befinden. Dazu gehören etwa Werke von Vincent van Gogh, Edouard Manet, Paul Cézanne, Auguste Renoir, Henri Matisse, Ferdinand Hodler, Giovanni Giacometti, Félix Vallotton und Pierre Bonnard.

Das eingefrorene Projekt

Dass die Stiftung Winterthur den Rücken kehrt, begründet sie mit dem Stillstand in der Villa Flora, die 2014 bis auf Weiteres geschlossen wurde. Der Winterthurer Stadtrat hatte zuvor ein Renovations- und Ausbauprojekt auf Eis gelegt, in Anbetracht der erheblichen Mehrkosten für den Betrieb und der klammen Stadtfinanzen. Dies, obschon der Kanton Zürich zuvor beträchtliche Mittel für das Museumsprojekt zugesagt hatte.

Die Vereinbarung mit der Dachstiftung des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee ermögliche es, die Bilder weiterhin der Öffentlichkeit zu zeigen, sagte Beat Denzler, Stiftungsratspräsident der Hahnloser/Jaeggli-Stiftung heute Morgen an einer Pressekonferenz in Bern und sprach von einem Glücksfall. «Damit ist sichergestellt, dass die Werke nicht in einem Depot verschwinden, sondern einen würdigen Platz in einem renommierten Museum erhalten.»

Vertrag mit Rückzugsklausel

Auch mit dem Kunstmuseum Winterthur war die Stiftung im Vorfeld in Kontakt gewesen. Für eine Ausstellung grosser Teile der Sammlung fehle hier aber der Platz, begründet sie den Verzicht. Zu ergänzen ist, dass ein Wegzug von Winterthur ungleich mehr Druck ausübt, das Projekt für die Villa Flora wieder an die Hand zu nehmen. Für diesen Fall enthält der auf 15 Jahre abgeschlossene Leihvertrag mit Bern nämlich eine Rückzugsklausel: Entschliesst sich die Stadt Winterthur für das Projekt Villa Flora, kehren auch die Bilder der Sammlung wieder zurück, die Wiedereröffnung der Flora muss Bern mit einem Jahr Vorlauf angekündigt werden.

Was Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) über den Verlust der Versammlung denkt, lesen Sie in Kürze hier auf der «Landbote»-Webseite.

Erstellt: 20.10.2016, 10:43 Uhr

Auch das berühmte «La Blanche et la Noire» von Felix Vallotton wird künftig in Bern statt in Winterthur zu bewundern sein.

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