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Brand im Dachstock löst Grosseinsatz aus

Ein Feuer an der Technikumstrasse forderte ­gestern die Feuerwehr. Als Schwierigkeit erwies sich bei den ­Löscharbeiten die alte Bauweise der Liegenschaft. Die ­Bewohner blieben unversehrt, die Brandursache ist noch unklar.

Die Feuerwehr bekämpft einen Brand im Zentrum von Winterthur. (Video: Leserreporter)

An der Technikumstrasse auf Höhe der Bushaltestelle Technikum ist am gestrigen Stephanstag eine Wohnung samt Dachstock komplett ausgebrannt. Verletzt wurde niemand; über die Ursache war bis am Abend nichts bekannt.

Der Brand hielt ein Grossaufgebot von Feuerwehr und weiteren Einsatzkräften bis in die Abendstunden auf Trab. Gemäss Polizeiangaben ging kurz vor 10 Uhr vormittags eine Meldung wegen Rauch im Wohnhaus an der Technikumstrasse ein. Die aus­gerückte Feuerwehr konnte den eigentlichen Brand, welcher im Dachstock ausgebrochen war, rasch löschen und ein Übergreifen der Flammen auf die angrenzenden Gebäude verhindern. Die letzten Glutnester waren allerdings erst gegen 17.15 Uhr nach siebenstündiger Arbeit gelöscht.

Die Bewohner der zwei Wohnungen in den oberen Etagen hielten sich zum Zeitpunkt des Brands nicht im Haus auf. Der Dachboden gehört zur Wohnung im dritten Stockwerk. Im Erdgeschoss befindet sich das Malergeschäft Feusi. Laut Marc Besson, Sprecher der Kantonspolizei, mussten bei der Evakuation nur vereinzelt Bewohner aus den benachbarten Gebäuden in Sicherheit gebracht werden.

Verwinkelte Gänge und leicht entflammbares Material

Am Nachmittag waren die Einsatzkräfte mit zahlreichen kleinen Brandherden beschäftigt. «Wir arbeiten uns Schritt für Schritt ins Haus vor, wie ein Chirurg», sagte Feuerwehrkommandant Jürg Bühlmann während des laufenden Einsatzes.

Erschwert wurden die Löscharbeiten durch die Bauweiseder Altstadtliegenschaften. Die Feuerwehrleute hatten es mit verwinkelten Gängen, kleinen Räumen und miteinander verbundenen Dachböden zu tun. Zugang verschafften sie sich über das Nachbarhaus.

Als eine besondere Herausforderung erwiesen sich laut Bühlmann die vielen Hohlräume in den Böden und zwischen den Wänden: Die Feuerwehrleute fanden entflammbares Isolationsmaterial wie Zeitungen, Schlacke oder Schilfrohr vor. Dieses entfernten sie, noch während die Löscharbeiten andauerten.

Das Haus verfügt laut Bühlmann nur auf der einen Seite, zum Gebäude mit dem Durchgang zum Nespresso-Shop hin, über eine Brandschutzmauer.

Historisches Haus mit Volltäfer und Stuckrahmen

Das betroffene Haus mit demNamen Zum Regenbogen wurde 1807 erstellt. Gemäss dem «Winterthur-Glossar» war hinter der Fassade bis zuletzt eine klassizistische Ausstattung mit Volltäfer und Stuckrahmendecke erhalten geblieben.

Das ursprünglich dreigeschossige Haus wurde später aufgestockt, wodurch es seine Nachbarhäuser überragte. Dieser Umstand kam den Einsatzkräften gestern entgegen: «Der Grundsatz lautet, dass im Brandfall kleine Häuser grosse Häuser anzünden», sagt Kommandant Bühlmann. Das unterschied den gestrigen Einsatz vom Altstadtbrand, der 2012 am Neumarkt wütete und dort ein Haus zerstörte. «Dieses Mal war die Gefahr kleiner, dass das Feuer auf die Nachbarhäuser übergreift», sagt Bühlmann. Auch die Stabilität der Häuserzeile sei dadurch weniger beeinträchtigt gewesen.

Rund 90 Personen von Schutz & Intervention Winterthur, Polizei und Rettungsdiensten standen gestern im Einsatz. Den Sachschaden beziffert die Kantonspolizei auf mehrere Hunderttausend Franken.

Der Verkehr auf der viel befahrenen Technikumstrasse wurde gestern umgeleitet, einzig Stadtbusse konnten das weiträumig abgesperrte Gebiet vor dem Technikum einspurig passieren. Heute Donnerstag soll der Verkehr wieder normal fliessen.

Die Ursache des Feuers wird nun von Spezialisten des Brandermittlungsdienstes und der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland abgeklärt. Personen, die Beobachtungen zum Brand gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Zürich zu melden.

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