Horgen

Bund reicht Strafanzeige gegen das See-Spital ein

Die Vorwürfe gegen das See-Spital, das Behandlungen falsch abgerechnet haben soll, erhärten sich. Das Bundesamt für Gesundheit will nun die Vorwürfe durch die Staatsanwaltschaft prüfen lassen.

Scharfe Kritik gegen das See-Spital: Der Bund reicht gegen einen Neurochirurgen Strafanzeige ein.

Scharfe Kritik gegen das See-Spital: Der Bund reicht gegen einen Neurochirurgen Strafanzeige ein. Bild: Symbolbild

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Das See-Spital steht mit dem Rücken zur Wand. Nach den Vorwürfen gegen einen Schmerzarzt des Horgner Spitals, der Behandlungen bewusst falsch abgerechnet haben soll, hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nun Strafanzeige eingereicht. Dies berichtet die NZZ.

«Es besteht ein ausreichender Verdacht, dass in der Schmerzklinik unrechtmässig abgerechnet wurde», begründet Daniel Bach, Leiter der Kommunikation des BAG, die Strafanzeige. Zudem habe das BAG Informationen erhalten, gemäss denen die Spitalleitung schon vor geraumer Zeit darüber informiert und gewarnt worden sei. Es sei nun Sache der Strafverfolgungsbehörden, den Vorwürfen nachzugehen. Laut Bach ist es wahrscheinlich das erste Mal, dass das BAG Strafanzeige gegen ein Spital einreicht.

Sarah Buob von der Kommunikation des See-Spitals teilt mit: «Von einer Strafanzeige des BAG hat das See-Spital bis heute erst aus den Medien erfahren.» Aufgrund der im März ebenfalls über die Medien erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit der Schmerzklinik habe das See-Spital intern eine Untersuchung eingeleitet. Zurzeit würden die Abschlussarbeiten am Bericht über die Ergebnisse und Folgerungen der Untersuchung laufen. Zu Fragen, ob das See-Spital den beschuldigten Schmerzarzt anklagt, wie es nun um das Vertrauen der Patienten steht und was die Strafanzeige für das Image des See-Spitals bedeutet, wollten weder Stiftungsratspräsident Walter Bosshard noch der Direktor des See-Spitals, Matthias Pfammatter, Antwort geben. Sie stellen Antworten an einer für Freitag anberaumten Medienkonferenz in Aussicht.

Spital weist Schuld von sich

Bereits Anfang Juli reichte ein Patient der Schmerzklinik bei der Staatsanwaltschaft Zürich Strafanzeige gegen mehrere Personen des See-Spitals ein. Angeblich seien die Behandlungen falsch abgerechnet worden. Die Anzeige richtet sich neben Walter Bosshard unter anderen auch gegen Spitaldirektor Matthias Pfammatter. In einem internen Schreiben an die Mitarbeitenden des See-Spitals, das auch der ZSZ vorliegt, weisen Bosshard und Pfammatter die erhobenen Vorwürfe zurück. Die Behandlungen der Schmerzklinik seien immer korrekt abgerechnet worden. Bosshard und Pfammatter gingen sogar noch einen Schritt weiter und leiteten aufgrund der massiven Anschuldigungen in den Medien und der erheblichen Rufschädigung für das See-Spital rechtliche Schritte ein. Die Strafanzeige seitens des See-Spitals richtet sich gegen die «Weltwoche» sowie gegen den Patienten der Schmerzklinik.

Erstellt: 29.09.2015, 08:24 Uhr

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